ADAM BOMB… eine Live – Granate

Der kleine aber feine „NCI Felsenkeller“ im Gasthof Post in Mittersill, Salzburg, hat sich in seinem kurzen Bestehen zu einer echten Bereicherung der Musikszene in Westösterreich gemausert.

Die Betreiber, Gabi und Fred Blaikner, betrieben vorher schon das legendäre „NCI“ in Neukirchen, wo sie mit Top Acts wie Neil Taylor, Rhino Bucket, Sharon Levy oder die Tiroler Midriff das heimische Publikum begeisterten.

Am 17. Juli feierte die neue Location ihr „1-Jahres Jubiläum“, und zu diesem Zweck hatte man niemand geringeren als Adam Bomb eingeladen. Der geheime „X-ACT Event Reporter“ war vor Ort. Hier seine Konzert- und Location Kritik…

Besch… eidenes Wetter im Oberpinzgau. Hier sagen sie „es regnet Zaunstecken.“ Der Gasthof Post in Mittersill ist leicht zu finden. Direkt an der Brücke über die Salzach. Ich betrete das Gasthaus, und fühle mich gleich wie in einem Heimatfilm. Am Stammtisch im rustikalen Vorraum sitzen sie, die rustikalen Stammtischler. Nette g’standene Mannsbilder. Aha. Und hier tritt er also auf, der „Gitarrengott aus Amerika“.

Es ist ja ganz normal, dass ein Ami, der Metallica auf Tour supportet hat, oder mit Cliff Williams von AC/DC ein Album aufgenommen hat, in einem Dorfgasthaus irgendwo in den österreichischen Alpen spielt.  „Du, entschuldige, wo ist denn heute das Konzert?“ frage ich einen vollbärtigen Opa, der mit seiner Virgina Zigarre sinnierend am Stammtisch sitzt. „Hinten im Keller. Ist aber eher laut.“ kommt die Antwort mit sonoriger Stimme.

Also dann mal ab in den Keller. Eintrittskontrolle? Nicht vorhanden. Ich betrete den Raum, und glaube mich in einem kleinen Rockhaus Salzburg zu befinden. Ein geräumiger alter Gewölbekeller, eine Bühne, gleich rechts von der Tür, und eine Bar. „Mmmm, wenig los“ denke ich bei mir. Ich stelle mich an die Bar, und werde gleich von einer wirklich netten, hübschen und jungen Dame angesprochen. „Servus. Was magst den trinken? Darf ich gleich den Eintritt kassieren?“ Sie nimmt einen Zehner von mir, und ich ein Bier. Ich habe ja Zimmer reserviert. Praktisch. Im Gasthof Post kann man auch gleich gut und günstig übernachten.

Vorab sei gesagt… Der Club hat es in sich. Die kleine aber feine PA drückt in dem kleinen Raum ordendlich, der Sound ist grossartig, und die Bühne reicht für einen Rock-Gig vollkommen. Was den Club aber ausserordendlich macht sind die Leute und das Ambiente. Die Leute kommen, und der Laden füllt sich. Hier scheint jeder jeden zu kennen, und jeder mit jedem befreundet zu werden. Nach und nach, und nach ein paar Bier kenne ich hier auch beinahe jeden. Von der Dorfhippietante bis zum wilden Biker sind alle da… und alle sind nett. Nett mit dem Personal, das sehr schnell und zuvorkommend arbeitet, nett zu den anderen Gästen, und nett zu Adam Bomb.

Ja. Der steht mit seinen Jungs wirklich an der Bar und kippt ein paar Drinks. Unterhält sich mit jedem, hat für jeden Zeit für Fotos und Autogramme. Und ist einfach ein netter kleiner Kerl. Genau so stellt man sich einen Rockstar vor, der in den 80ern seine beste Zeit hatte. Lange Haare, leicht verlebtes Gesicht, Lederjacke. Und eine Stimme, die so klingt, als ob sie das eine oder andere Mal mit Whiskey geölt worden wäre.

2015-07-17 22.41.13Und dann betritt er mit seiner Band die Bühne. Ballert das rotzige „Rock Like Fuck“ ins Publikum. Es wird gewippt und geshaked. Aber die Pinzgauer brauchen ihre Zeit um warm zu werden. Und die Band gibt Gas. Adam beginnt zu solieren. Jetzt weiss ich, warum der „Rolling Stone“ den Mann unter die besten Gitarristen der Welt reiht. Die Finger wirbeln übers Brett, und ich fühle mich wie in den 80ern. Ein Konzert wie in den besten Zeiten von Kiss (mit denen Adam übrigens drei Nummern gespielt hat). Das ist Glam Rock vom Feinsten. Knackige Gitarre, der Bass mit dem richtigen Bums, und der Drummer macht alles richtig. Einfach guter alter, knallhart sauber gespielter Rock im Stil der 80er / 90er.

Ich fühle mich wohl, und das Publikum scheinbar auch. Die starren Pinzgauer beginnen lockerer zu werden, fangen an zu shaken und ein paar „ganz verrückte“ tanzen vor der Bühne. Langsam aber stetig verwandelt sich der Saal in einen Hexenkessel. Der Meister würgt seine Gitarre, dass es eine Freude ist. Die Musik ist einfach, leicht verdaulich, geht aber ins Blut. Und mit Posing hat Adam kein Problem. Die Haare zurückgeworfen, ein paar Pyro-Effekte gezündet, die Gitarre LED beleuchtet. Einfach ein tolles Konzert.

Die geforderten Zugaben kommen sofort. Und vor der letzten Nummer sagt der Typ „Hey Folks, it was so nice here. We got to play a free gig tomorrow…“ Irre? Was soll denn das?

Fredi, der Chef des NCI erklärt es mir nach dem Konzert an der Bar: Adam Bomb hat seinen Auftritt so genossen, dass er am nächsten Tag noch ein Gratiskonzert in Mittersill gab. Leider hatte ich mein Zugticket schon bestellt…

Aber ganz ehrlich. Solltet ihr mal „Adam Bomb“ auf einem Plakat lesen, oder „NCI Mittersill“. Schaut euch das an. Es zahlt sich aus!

Story by Uli Stollwitzer

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