PANZERBALLETT – Jazz & Metal-Konglomerat de Luxe!

Was passiert, wenn man beim Jazz die Handbremse loslässt und beim Heavy Metal Vollgas gibt, ein paar zappaeske Ingredenzien und jede Menge Fun dazumischt, weiss man spätestens, wenn man die sensationelle Formation Panzerballett gehört hat!

Nach mehreren Jahren der Suche trommelte der studierte Münchner Gitarrist und Komponist Jan Zehrfeld im Jahre 2004 einige Musiker zusammen, mit denen er seine Vorstellung von Jazz- und Metal-inspirierter, komplexer Musik umsetzen konnte: „Ich bin ständig wütend auf irgendetwas. 2004 gründete ich deswegen „Panzerballett“. In dieser Band komponiere ich Stücke nach dem Motto „Warum einfach, wenn es auch schwer geht?“. Gleichzeitig kann ich Aggressionen kanalisieren.“ 2005 veröffentlichte das Panzerballett getaufte Projekt nach einigen Auftritten auf eigene Faust seine erste, gleichnamige CD, die unter anderem in der deutschen Prog-Szene für begeisterte Kritiken sorgte. In den kommenden Monaten spielte die Band eine Reihe von Konzerten, größtenteils in der Münchener Region, aber auch u.a. im Rahmen des 15. bundesweiten Jazz-Nachwuchsfestivals in Leipzig. Außerdem produzierten Panzerballett die Live-DVD „Live at Backstage Munich 2006″.

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Nach mehreren Umbesetzungen wurde die Band 2007 vom Jazz-Label ACT unter Vertrag genommen und veröffentlichte dort im Februar 2008 ihr zweites Album „Starke Stücke“, das im Rahmen einer kleinen Deutschlandtournee vorgestellt wurde und im März 2008 Rang 26 der deutschen Jazz-Charts erreichte. Es folgten im Laufe des Jahres 2008 viele Konzerte und Kurzauftritte – unter anderem bei der „Zappanale“, dem „Baltic Prog Fest“ und dem selbst organisierten „1. Metal Jazz Fest“ in München. Im August 2009 veröffentlichten Panzerballett ihr drittes Album „Hart genossen – Von Abba bis Zappa“, das im September 2009 den Sprung auf Platz 25 der Jazz-Charts schaffte.

Panzerballett-2Panzerballett, zu der auch der Linzer Ausnahmegitarrist Joe Doblhofer zählt, spielen sowohl Eigenkompositionen von Gitarrist Zehrfeld als auch seine (stark das Original verfremdenden) Bearbeitungen bekannter Songs aus Rock, Pop, Jazz und Soundtrack. Dabei zeigen sich die Musiker von klassischen Jazz- und Funk-Musikern einerseits und harten Prog-Metal-Bands andererseits beeinflusst. Der Songtitel „Iron Maiden Voyage“ (ein Wortspiel mit dem Bandnamen der Metal-Formation Iron Maiden und dem Jazz-Standard „Maiden Voyage“ von Herbie Hancock) verdeutlicht diese Kombination der Stile. Ein wichtiges Merkmal der Musik von Panzerballett ist die Virtuosität ihrer Darbietung – die studierten und teilweise preisgekrönten Musiker beherrschen ihre Instrumente auf hohem technischen Niveau. Anders wären die hochkomplexen, polyrhythmischen Musikstrukturen der Kompositionen und Bearbeitungen Zehrfelds auch nicht umzusetzen. Die Band selbst bezeichnet ihre Musik unter anderem als „filigran ineinander verzahnte Funk-Grooves mit brachial harten, rhythmisch komplexen Riffs und Jazzimprovisationen kombiniert“ als „Wellness-Death-Jazz“ oder auch augenzwinkernd als „wie mit weißglühendem Morgenstern in Omas frischgebackene Rüblitorte“. Als musikalische Haupteinflüsse und -vorbilder nennt Jan Zehrfeld die Bands Meshuggah (über die er sogar seine Diplomarbeit verfasste), Tribal Tech, Planet X und Mats Morgan.

Aber es ist insgesamt sehr schwierig über eine derart komplexe und experimentelle Band zu schreiben, denn die sollte man auf alle Fälle gehört und gesehen haben. Aus diesem Grunde gibts auch hier gleich mal eine Kostprobe:

PANZERBALLETT – „Route 55″:

Bandportrait by Tom Proll

LINE UP:

  • Jan Zehrfeld (Guitar)
  • Joe Doblhofer (Guitar)
  • Alexander von Hagke (Saxophon)
  • Heiko Jung (Bass)
  • Sebastian Lanser (Drums)

DISCOGRAFIE:

  • „Panzerballett“ (2005, CD, die auch als „qB“ erhältlich ist)
  • „Live At Backstage Munich 2006″ (2007, DVD)
  • „Starke Stücke“ (2008, CD)
  • „Hart genossen – von ABBA bis ZAPPA“ (2009, CD)
  • „Tank Goodness“ (2012, CD)