DEAD DAISIES – „Revolucion“ (CD-Review)

Die Begriffe „Supergroup“ oder „All-Star-Band“ werden ja in den Medien recht schnell verwendet. Auf Dead Daisies treffen sie allerdings zu hundert Prozent zu.

Gegründet wurde die Band 2012 von Sänger John Stevens (Ex-INXS) und David Lowy. Auf dem Debütalbum, welches im Jahr 2013 veröffentlicht wurde, waren bereits Ex-Guns’n’Roses Gitarrist Richard Fortus, Ex-Guns’n’Roses Keyboarder Dizzy Reed sowie der Basser Marco Mendoza (Whitesnake / Thin Lizzy) mit von der Partie. Mit der Single ersten Single, „Lock’n’Loaded“, an der auch Slash beteiligt war, konnten sie in den Staaten Chartserfolge feiern. Im Frühjahr 2014 tourte die Band im Vorprogramm von Jimmy Barnes durch Australien. Das Jahr ließen sie auf Einladung von Kiss auf der Kiss-Cruise vor den Bahamas ausklingen.

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Aufgrund privater Probleme musste John Stevens die Band verlassen und wurde durch John Corabi (Mötley Crüe, Union) ersetzt. Gemeinsam mit John Corabi besuchten sie als erste westliche Rockband auf Einladung des kubanischen Kulturministeriums die Insel. Neben mehreren Konzerten, entstanden dort bereits die ersten Songs für das Album „Revolucion“. Die restlichen Songs wurden in Sydney aufgenommen. Dort erhielten sie am Schlagzeug Unterstützung von Jackie Barnes, dem Sohn von Jimmy Barnes. Das Resultat dieser Aufnahmen kann sich durchaus sehen und hören lassen. Eine tolle Hardrockplatte im klassischen Sinn!

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„Mexico“ geht mächtig ab, zeigt einen John Corabi in toller Spiellaune und erinnert ein wenig an alte Quireboys-Nummern. Der nächste Song ist die erste von zwei Coverversionen auf dem Album. „Evil“ von Willi Dixon in der Version der Dead Daisies, absolut hörenswert. Nach „Looking For The One“, welches sofort in die Beine geht, ist „Empty Heart“ an der Reihe. Ein typischer Rocker, von Jimmy Barnes geschrieben und von ihm gemeinsam mit John Corabi eingesungen. Für mich eines der Highlights des Albums. „Make The Best Of It“ erinnert im besten Sinne an 70er Hardrock a la Deep Purple mit einem sehr eingängigen Refrain. „Something I Said“ ist eine Nummer, die ruhig beginnt, aber dann doch an Fahrt aufnimmt, wieder eher im Faces oder Quireboys-Stil, weiß durch Corabi’s Stimme und der groovenden Rhythmus Section durchaus zu überzeugen. „Get Up, Get Ready“ zeigt die Daisies dann von ihrer funkigen Seite, aber auch dies steht ihnen gut.

Mit „Sleep“ haben Dead Daisies eine weitere Ballade am Start, welche von John Corabi mitgeschrieben wurde. Der zweite Coversong „Midnight Moses“ ist eine alte Alex Harvey-Nummer, die bereits als Single ausgekoppelt wurde. Das offizielle Video kann man sich nach diesem Review gleich mal ansehen und so einen Eindruck von der Bühnenpräsenz der Band zu gewinnen. „Devil Out Of Time“ und „Critical“ bilden den Abschluss eines überaus gelungenen Albums.

Auch wenn einige Songs Erinnerungen an andere Bands wachrufen und klar ist, dass die einzelnen Musiker die Einflüsse ihrer früheren Bands wie Guns’n’Roses, Mötley Crüe oder Whitesnake nicht verleugnen können, ist „Revolucion“ ein eigenständiges und abwechslungsreiches Rockalbum geworden. Die Scheibe befindet sich bei mir in Dauerrotation und ich bin schon gespannt wie sich Dead Daisies im Vorprogramm von Whitesnake im November in Wien machen werden.

Review by MICHAEL STECHER

Rating: 8 von 10 Punkten!