FRANK PANÉ BAND – „Naked“ (CD-Review)

Frank Pané bringt am 23.10.2015 sein neues Album „Six String Tales“ auf den Markt. Gleichzeitig dazu wird aus seinem Back-Katalog das Album „Naked“ der Frank Pané Band und sein erstes Solo-Album „Liquid Emotions“ wiederveröffentlicht. Zwei unterschiedliche Alben mit einem gemeinsamen Nenner: geile Gitarrenarbeit!!! Wir wollen euch an dieser Stelle das Album „Naked“ mal etwas näher vorstellen!

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„Naked“ wurde im Sommer 2010 während einer Probe einfach nur so zum Spass aufgenommen, dann gemischt und mit ein paar Effekten versehen, so hört man zum Beginn der CD, wie ein Auto irgendwo zufährt, im Auto-CD-Player läuft noch Musik (Frank Pané – eh klar!), man hört das schliessen der Autotüre, Schritte, die auf eine Türe zugehen, – leise erahnt man schon den Bass, der lauter wird, als vermutlich Frank die Türe öffnet, denn das nächste Geräusch ist das Einstecken der Gitarre in den Amp, dann Drums, Gitarre und Sängerin Kisha… geile Idee aber auch! Der erste Song „G-Party“ ist eine Funk-Rock-Perle mit einem völlig exzessiven Frank Pané an der Gitarre: in einer Orgie aus Delay, Wah Wah und Chorus würgt er seine Gitarre zu genau den O(h)rgasmen, über welche die Sängerin lassziv singt! Coole Sache und ein steiler Song noch dazu! Es geht weiter mit „Bonded“, einem easy listening Song mit Latin Jazz-Anleihen, Frank entlockt dabei seiner Akustikgitarre feinste Töne, die Band groovt sich dazu lässig aber zurückhaltend mit Bass und Cajon weg. Virtuose Gitarrenläufe im obersten Speed-Bereich treffen auf feine Melodiebögen und irgendwie kommt bei diesem Song Sommer-Feeling am Strand unter Palmen mit Piña Colada auf…  Bevor Song Nummer drei abgeht, fegt sich erstmal Herr Pané weg, ehe dann Sängerin Kisha bluesig einsteigt. Sie singt diesen Song sehr lässig und kommt irgendwie als eine Mischung aus Janis Joplin und Dana Gillespie rüber! Sehr geil. Dann die Gitarrenarbeit, die ebenso wieder absolut lässig ist, Frank Pané zieht alle Register seines Könnens und bluest und rockt sich gekonnt weg, – geiles Intermezzo zum Schluss mit Sängerin Kisha! „Sepia“ beginnt mit einem kleinen, aber feinen Bass-Solo von Ralf Gromer, der sein Fach auch wahrlich beherrscht! Mein lieber Scholli, der groovt lässig und hat sein tieffrequentes Instrument super im Griff! Eigentlich ist das ein durchgehendes Bass-Solo mit sehr feinen Rhythmgitarren und minimalen Lead-Gitarren-Einwürfen… einmal was ganz anderes!

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„Free Again“ ist dann eine gediegene Rockballade, wo zuerst die Sängerin im Spotlight steht, ehe ein Tonart-Wechsel das Gitarrensolo einleitet. Klar, dass er auch hier sehr lässig spielt und noch dazu banddienlich und songdienlich! Und als man glaubt, der Song ist schon vorbei, hebt Frank mit feinster Wah Wah-Arbeit und einem kurzen Solo wieder an, Kisha improvisiert und lässt ihre Stimmbänder heulen. Zwischen den Songs hört man übrigens immer „Proberaum-Gequatsche“, Lachen und diverse Geräusche, – coole Idee! „Neuschwanstein“ ist nicht nur in der Nähe des Wohnorts der Protagonisten, es ist auch der Titel des nächsten Tracks, den nur Bassist Ralf Gromer bestreitet. Das etudenhafte und gekonnte Bass-Solo mit seinen schönen Melodiefolgen wird am Ende von seinen Bandkollegen artig beklatscht. Witzige Idee! Es kommt, was kommen muss: Frank Pané läuft bei „Lydia“ zu Höchstform auf, zitiert in dieser herrlichen Instrumentalnummer Joe Satriani, Eric Johnson, Steve Vai und Konsorten. Er shreddert den Song aber nicht zu Tode, sondern baut gefühlvoll Stimmungen auf, setzt Akzente und demonstriert gleichzeitig, dass er sein Instrument absolut solide beherrscht. Aber das ist ohnehin bekannt. Gediegener Bluesrock mit feinen Twin-Lead-Guitars kommt dann bei „Long Way To The Top“ aus den Boxen. Den Midtempo-Song singt Kisha sehr gut, wobei sie diesen Song ganz anders singt und somit die Vielseitigkeit ihrer Stimme unter Beweis stellt. Selbstredend ist das Gitarrensolo ein echtes Highlight! Und dann immer wieder dazwischen lässige Double-Lead-Guitar-Hooks. Cool!

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Die Drums auf diesem rundum geglückten Album spielt übrigens sehr solide, kompetent und groovig Mister Axel Knöll. Mit Regengeräuschen beginnt „Rainy Day“, abermals eine Instrumentalnummer, bei der Frank glänzt. Bei dieser Instrumental-Ballade verzichtet er aber gänzlich auf shredding jeder Art und verzückt mit gefühlvollsten Tönen und Melodiebögen, die einfach nur begeistern! Funkig und groovig gehts dann nochmal bei „G-Party Reprise“ ab und diesmal gibts wieder eine Orgie mit Wah Wah-Sounds und Speed-Licks auf die Ohren. Virtuoses Gitarrenspiel vom Feinsten! Dann wird ausgestöpselt, Schritte zur Autotüre, diese fällt ins Schloss und dann hört man wie ein Auto wegfährt… Lässige CD, sowas aber auch! Und dann noch ein witziger hidden track: Proberaumgequatsche, lachen, relaxte Töne und fade out… aber das wars dann. Und alles in allem ein Album, das interessant, vielseitig, rockig, groovig und gefühlvoll ist. Natürlich steht die absolut amtliche und virtuose Gitarrenarbeit im Mittelpunkt, aber was seine Mitmusiker so abliefern, ist auch nicht von schlechten Eltern!

Rating: 8 von 10 Punkten.

Review by TOM PROLL

Coming Up on X-ACT Music Magazine: CD Review „Liquid Emotions“, CD Review „Six String Tales“, Interview mit Frank Pané, Soundboard: Frank Pané’s Equipment

Frank Pané on X-ACT Music Magazine: Purpend.icular CD Review

Weblinks: Official Homepage, Facebook, Purpend.icular, Bonfire

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