MISANTRÖPICS – Eine genial verrückte Band aus Tirol stellt sich vor

Ich habe die Band bei der Headbanger’s Night in Bramberg getroffen, und war fasziniert von der Vielfalt, der Verrücktheit und Virtuosität. Irgendwie wollte ich ein Interview mit den Jungs machen, aber das versank nach dem dritten Bier im Chaos…

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Trotzdem ist die ganze Zeit das Aufnahmegerät mitgelaufen. Und aus den „Interviewfetzen“ habe ich dieses Porträt zusammengestellt:

Misantröpics: Unsere Band heisst Misantröpics. Das „Ö“ ist an Motörhead angelehnt, und selbstverständlich ist unser Name auch eine Verneigung vor Mötley Crüe. Und einer der Gründe, warum wir diese Band gegründet haben, ist sicher, dass sich viele Musiker einfach zu ernst nehmen. Ein weiterer, dass man sich irgendwie von dem Wahnsinn ablenken muss, der momentan auf der Welt passiert. Und die Musik ist eines der besten Ventile, um Dampf abzulassen, und die Welt zu vergessen.

Es ist selten, dass sich 7 so grundverschiedene Freaks wie wir finden, und eine gemeinsame Linie finden. Nachrichten im Fernsehen schauen, die dummen Postings von irgendwelchen seltsamen Menschen auf Facebook lesen? Das ist nichts für uns, da machen wir lieber Musik. Für manche von uns ist Musiker der Brotberuf, für die anderen ist es Spass, ihre Einstellung und ihr Leben. Und auch der Stil ist egal. Ob rock, Pop, Punk oder auch Volksmusik und Schlager. Wenn du Musik mit der Seele machst, wirst du von den Menschen gehört werden.

X-ACT: Auch wenn ihr heute in einem kleineren Club gespielt habt, ich darf euch ehrlich sagen, dass alle hier von euch restlos begeistert waren. Ihr habt alle mitgerissen!

Misantröpics: Für uns ist es wichtig, dass die Menschen uns verstehen. Auch wenn wir mit unseren Äusserungen hin und wieder anecken. Die meisten von uns haben ihre Wurzeln im Hardrock, oder im Punk. Und da ist man es gewohnt, anzuecken. Wir sind auch nie mit Trends mitgegangen, sondern sind immer bei uns selbst geblieben. Und irgendwie haben wir auch eine gemeinsame Liebe zum Blues entdeckt, – und gemeinsam beschlossen: Das ist unser Sound!

Unsere Message ist einfach zu erklären: Es geht nicht um Politik, nicht um Religion, – es geht um die Musik. Die Welt dreht sich auch in Zeiten wie diesen weiter. Aber die Musik macht vieles leichter. Wir sind zusammen weil wir Musik lieben, die Gemeinschaft und das Improvisieren. Wir kommen aus verschiedensten Stilrichtungen, vom Blues, vom Punk oder von der Cover-Schiene.

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X-ACT: Wie ist es aber wirklich mit euch losgegangen?

Misantröpics: Unsere Band ist so entstanden: ein befreundeter Gastronom hat einen von uns angerufen, dass ein Mädchen, das psychisch und physisch stark beeinträchtigt ist, ihren 18. Geburtstag feiert. Ihre Eltern haben nie geglaubt, dass sie jemals 18 Jahre alt wird. Und irgendwie wollten sie eben diesen Geburtstag gross feiern. Und so haben sich eben die ersten Drei von uns zusammengefunden, und ein paar Cover-Songs einstudiert. Das Konzert hat uns allen dann total viel Spass gemacht, nur mussten wir nach 4/5 unseres Setups abbrechen, weil wir alle miteinander stockbesoffen waren. Warum? Weil uns die Gäste regelrecht abgefüllt haben. Die Stimmung war so grossartig, dass wir für jeden Song ein paar Runden als Gage bekamen. Die Gäste dieser Party haben aber nachher so viel über unseren Gig erzählt, dass sich weitere Musiker mit Herz und Hirn zu uns gesellt haben, und wir weitere Auftritte angeboten bekommen haben.

X-ACT: Ihr habt heute ja auch gecovert, und das ziemlich genial. Iron Maiden in der Blues-Version hat schon was.

Misantröpics: Das war eigentlich gar kein Cover. Die Nummer haben wir vorher noch nie so gespielt. Wir würden eher sagen, wir haben wieder mal spontan gejammt! Ein Cover haben wir heute gespielt, als Tribute an Lemmy von Motörhead.

X-ACT: Wann kann man euch eigentlich wieder mal live sehen?

Misantröpics: Die Konzerttermine findet ihr auf Facebook (lacht). Und auf youTube findet ihr uns auch. Fix ist unser nächster Auftritt hier im Rockclub Bramberg zusammen mit Mr. Blueswalker am 12. März und der Gig beim Schlossrock in Neukirchen am 30.7.2016.

X-ACT: Ich sag jetzt mal danke für das Gespräch, – und ich freue mich auf die nächsten Konzerte von euch!

Misantröpics: Super. Wir danken auch. Magst noch ein Bier, – und müssen wir jetzt echt 20 Euro zahlen?

X-ACT: Schweigt, grinst, trinkt sein Bier aus, und will nur raus 😀 😀 😀

Mein Fazit? Wenn man wirklich gute Musik kennenlernen will, ein Konzert sehen will, bei dem die Musiker richtigen Spass haben und dann noch verstehen kann, dass Iron Maiden, Motörhead, Punkrock und Blues super harmonieren, dann muss man sich die Misantröpics merken! 9 von 10 Punkten. Und der eine Punkt Abzug ist für die Meldung mit dem Zwanziger 😉

Das etwas andere Interview von ULI STOLLWITZER

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