69 IN THE SHADE – Interview nach dem Schlossrock in Neukirchen

Uli war am Schlossrock Fesival in Neukirchen und hat sich nach ihrem sehens- und hörenswerten Auftritt mit der Coverband „69 In The Shade“ unterhalten. Was die Jungs aus Tirol über Coverbands, Volksmusik und Spaß an der Musik zu erzählen haben gibts im Interview nachzulesen!

69 in the shade – Live Schlossrock Neukirchen Grv. – Fotos: © Peter Rieder .

X-ACT-Musicmagazine: Warum macht eine Band mit eurer musikalischen Qualität Coversongs?

69 In The Shade: Weil bei uns eigentlich keiner wirklich komponieren kann (allgemeines Gelächter). Eigentlich wäre ja momentan die „deutsche Welle“ wieder angesagt, also deutschsprachige Rocksongs. Und das ist sicher ein eigenes Thema.
Aber ehrlich. Leider sind wir alle beruflich sehr eingespannt, und das nagt am persönlichen Zeitbudget. Musik macht uns so viel Spaß, und es gibt ja so viele gute Nummern von Anderen. Wir bedienen uns gerne an den Kompositionen bekannter Bands und haben so mehr Zeit, diese „so gut es geht“ zu interpretieren.

X-ACT-Musicmagazine: Sorry. Da muss ich euch widersprechen. Euer „so gut es geht“ klingt für mich schon eher nach Perfektion.

69 In The Shade: Danke für das Lob. Noch was zu den Covers. Es ist einfach „leichter“ mit Covers Stimmung zu machen. Wenn ich ins Publikum rufe, das ist diese und jene Nummer, kennt die einfach jeder. Wenn ich eigene Nummern spielen würde, brauche ich schon einen gewissen Bekanntheitsgrad um diese Grundstimmung aufzubauen. Was man nicht ausser Acht lassen soll, ist die Situation bei den Bookings. Als gute Coverband bekommt man einfach leichter Gigs als mit Eigenkompositionen. Für das Rockfest ums Eck, oder das Bikertreffen in der Region wird halt dann doch eher die Coverband mit breiten Repertoire als die relativ unbekannte Rockband mit eigenem Programm gebucht.

X-ACT-Musicmagazine: Welches Programm soll eine gute Coverband wie ihr haben? Gibt es da Tips für junge Bands?

69 In The Shade: Wir haben ein Repertoire von ca. 50 Nummern. Weniger sollte es eigentlich nicht sein. 3 – 4 Stunden reine Spielzeit sollte man schon haben, damit man ein abendfüllendes Programm schafft.

X-ACT-Musicmagazine: Erzählt mal ein wenig über die Band.

69 In The Shade: In dieser Formation spielen wir seit 2013. Das erste Konzert in dieser Besetzung haben wir 2013 beim Bourbon Street Festival in Fieberbrunn gespielt. Das war eigentlich ein Spass-Gig. Aber das Publikum hat es scheinbar genossen, und so kamen die Folgeauftritte eigentlich innerhalb kürzester Zeit.

Unser Grundtenor ist sicher „Spass an der Musik“. Das Um und Auf hinter jeder Band ist eigentlich der Spaß. Alles andere ist nebensächlich. Und welchen Musikstil man macht ebenfalls. Einige unserer Bandmitglieder kommen aus der Volksmusik und haben wirklich jahrzehntelang in Bierzelten und auf Volksfesten gespielt. Oder in regional ziemlich bekannten Bands wie den „Sticky Fingers„.

Wir haben mit unserem Volksmusik Trio beinahe 60 Auftritte im Jahr gehabt, und irgendwann fragt man sich nach dem Sinn. Ich möchte die 20 Jahre nicht missen, in denen ich unterwegs war. Man hat Sachen und Gegenden der Welt gesehen, die man sonst nicht gesehen hätte. Andererseits will man den Stress dieser vielen Auftritte auch einmal ablegen, und etwas „nur zum Spass“ machen. Jedes Wochenende im Jahr auf Tour zu sein, ist auch für das Familienleben nicht immer von Vorteil.

X-ACT-Musicmagazine: Darf ich fragen, was ihr neben Eurer musikalischen Karriere beruflich macht?

69 In The Shade: Gemeinde-Elektriker in Fieberbrunn, EDV Techniker, Briefträger und unser Bassist arbeitet im Magnesitwerk in Hochfilzen.

X-ACT-Musicmagazine: Und die Bandmitglieder?

Mario Wörgötter (der jüngere Wörgötter): Gesang, Peter Wörgötter: Gitarre, Walter Höllwarth am Bass und Erich Ebbrecht an den Drums.

Unsere Bandzusammensetzung hat sich im Laufe der Jahre auch immer wieder geändert. Mario Rosenauer hat 2013 für uns als Pianist gespielt. Eigentlich nur als Gastmusiker für einen Auftritt, aber dann hat es ihm mit uns so viel Spaß gemacht, dass er ein ganzes Jahr mit uns gespielt hat. Leider er sich beruflich verändern müssen. Aus beruflichen Gründen musste auch unsere Flötistin, die übrigens im Mozarteum Orchester gespielt hat, die Laufbahn bei „69 In The Shade“ beenden.

69 In The Shade ist ein wenig auch Familienbetrieb. Gitarrist und Sänger sind Vater und Sohn. Und das macht schon besonders Spaß. Es gibt wahrscheinlich wenige Väter die mit ihren Kindern auf der Bühne stehen und gemeinsam abrocken können.

X-ACT-Musicmagazine: Wie hat es euch heute hier auf dem Schlossrock Festival in Neukirchen gefallen? Es ist ja sicher eine Herausforderung, sowohl für die Bands als auch für die Veranstalter, so viele Musikrichtungen unter einen Hut zu bekommen.

69 In The Shade: Es ist schon faszinierend zu sehen, wie offen das Publikum ist. Für uns war es schon interessant, „Hallelujah“ von Leonhard Cohen im Vorprogramm von Schedelweiss oder Midriff zu spielen. Aber, so wie wir es mitgekriegt haben, hat es dem Publikum gefallen. Hin und wieder ist es auf Festivals ja auch wichtig, das Publikum wieder ein wenig herunterzubringen.

X-ACT-Musicmagazine: Euer Resümee vom heutigen Tag?

69 In The Shade: Wichtig ist für uns, was uns die Menschen im Publikum zurückgeben. Man freut sich über Applaus, über positive Rückmeldungen und manchmal auch über Kritik. Hier in Neukirchen war es nahezu perfekt. Ein tolles Publikum, nette Veranstalter, sehr gute Technik. Und das mit dem Wetter kriegen wir auch noch hin.

X-ACT-Musicmagazine: Wir danken für das Gespräch.

69 in the shade auf Facebook

P.S. Wer „69 in the shade“ von zuhause aus live sehen will… Auf youtube gibt es einige sehenswerte Videos.

https://www.youtube.com/channel/UCAsJ6cRPsZfbmDkKhSYNsQw

Und für alle, die diese sensationelle Liveband buchen wollen… das Booking macht der Chef persönlich:

https://www.facebook.com/peter.worgotter

Interview by ULI STOLLWITZER

Danke an Peter Rieder für die Fotos – all pictures © Peter Rieder .