FUELED BY GRACE – „The Rising“, Debut-Album (CD-Review)

Die Schweizer Rockband Fueled By Grace überraschte unlängst mit ihrer Debut-CD „The Rising“. Fueled By Grace sind Mack Schildknecht (Guitar, Vocals), Chahid Stuber (Leadvocals), Tobias Zürcher (Bass, Vocals) und Neuzugang Drummer Roman Columberg. Auf der CD trommelt allerdings noch der Ex-Drummer Alain Ackermann. Die Band aus dem Kanton Zürich fand ihren Sänger bei einer Casting-Show im TV und Gitarrist Mack Schildknecht greift auch noch für die legendäre Schweizer Rockband China fest in die Saiten. Aber nun, was kann das Erstlingswerk dieser sympathischen Eidgenossen?

Das Titeltrack-Intro „The Rising“ beginnt mit Sirenen, einem tiefen, wummernden Bass-Ton und dann gesellen sich Gitarren, Drums und Sprechgesang dazu. Ein irgendwie düsteres und dennoch verheissungsvolles Intro zu einer grossartigen CD! „Desire“ stellt dann schon mal die Weichen: moderner Rock mit tiefergestimmten Gitarren, tonnenschwere Riffs und ein hervorragender Sänger, alles geil komponiert und arrangiert. Allein schon die Hooklines bei den Vocals wissen zu gefallen und der Rest der Band spielt sich sauber durch den lässigen Song. „She“ beginnt mit einem coolen Riff, der Sänger singt hier mal fast schon bluesig, und dann ein toller Chorus! Ich würde sagen, der Song hat Hitpotential, wenn denn die Radiostationen diesen fetzigen Song spielen würden, aber das ist eine andere Geschichte. Hinzuzufügen wäre noch, dass der Song auch ein sehr lässiges Gitarren-Solo hat! Es geht weiter mit „Dad’s Track“ und der schlägt in die selbe Richtung, verfügt sogar über noch griffigere Hooklines und einen hitverdächtigen Refrain! Und dann dieses herrliche Solo! Yes! So muss moderner Rock’n’Roll! Dann kommt mit „Summerbird“ der erste balladeske Song. Anfangs eher verhalten, steigert sich die Nummer im Chorus zu einem fetten Mitsing-Song. Mit dabei als special Guest ist Sänger Murray Yates von der kanadischen Band Forty Foot Echo. Etwas zackiger und vor allem heavy geht es dann beim Song „Overcome“ zu, wo die Band ihre New Metal Seite zum Vorschein bringt. Chahid singt wesentlich brutaler und Mack glänzt mal wieder mit einem geilen Solo! Und dann schalten sie wieder einen Gang hoch, nehmen aber die Heavyness etwas raus und zaubern mit „Let It Hurt“ wieder einen astreinen Uptempo-Rocker modernster Rock-Prägung. Besonders das Main-Riff geht einem nicht mehr aus dem Ohr und dann zaubert Herr Schildknecht auch noch eine Double-Lead-Guitar-Hookline, dass es einem die Gänsehaut nur so aufzieht! Wow! Well done!

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Track Nummer 8 heisst dann „Addicted“ und ist nicht nur eine Stadionhymne allererster Güte, sondern für mich auch der beste Song des Abums! Hier passt einfach alles, göttliches Intro, High End Vocals, tolle Komposition mit a cappella Break und ein geiles Finale. Geil! Dann das musikalisch im Brit-Rock verwurzelte „The End“, welches aber auch nicht von schlechten Eltern ist! Eine starke Komposition und eine Sänger, der einfach alles gibt! Eine sehr tight abrockende Band und ein überaus positives Feeling, mal abgesehen vom Text: „…the end is near, my eyes are full of tears…“, aber das ist nicht weiter schlimm, denn die Gitarren in der middle section machen alles wieder gut und der Chorus sowieso. Der vorletzte Song ist „Fight“ und der drückt wieder mit Drop C (?) heavy an, was der Kasten hergibt. Feine Uptempo-Mucke. So hören sich vermutlich Staus Quo auf Speed an… Und dann „Sarah“, welches balladesk beginnt und zu einer Hardrock-Ballade anschwillt und ab der Mitte an allen Ecken und Enden kracht! Aber bevor es zu heavy wird, kommt wieder dieser super Chorus, dann ein Breakdown, gefühlvolle Vocals nur zu cleanen Gitarren, ehe Mack Schildknecht ein grandioses Solo spielt! Der Sänger singt hier wieder mit einer absoluten Glanzleistung. Respekt!

Tja, der Beweis, dass es nach New Metal und Alternative Rock eine Band gibt, die old school Songwriting mit modernen Rock/Metal-Elementen vermischt und dabei sowohl traditionell als auch zeitgemäß klingen kann, ist hiermit erbracht! Fueled by Grace scheissen sich einen Dreck um angesagte Trends, mischen das beste aus allen Rock-Welten zu einem neuen, tollen Sound. Also wenn das die Zukunft des Rock’n’Roll’s ist, dann braucht man sich keine Sorgen mehr zu machen! Tolle Band, tolle Songs und Musiker, die ihr Handwerk absolut amtlich beherrschen und vor allem ein Sänger, der endlich wieder über eine satte Rockröhre verfügt!

Rating: 9 von 10 Punkten!

CD-Review by TOM PROLL

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