ROCK MEETS CLASSIC – Zürich, Hallenstadion (Live-Review)

„Rock Meets Classic“ ist ein einmaliges Konzerterlebnis. X-ACT Music Magazine war in Zürich im Hallenstadion am 18. April 2017 beim Tournee-Abschluss-Konzert live dabei und hier die Eindrücke von einem unglaublichen Konzerterlebnis mit hochkarätigen Acts, einer megacoolen Live-Band und einem erstklassigen Orchester!

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…right after the show: Tom Proll & Sylvia Tschopp im Zürcher Hallenstadion!

1992 gab es ein erstes Mal eine „Rock-Meets-Classic“-Tournee. Die Idee dazu hatte Manfred Hertlein, Geschäftsführer und Gründer der Manfred Hertlein Veranstaltungs GmbH. Nach einem umjubelten Auftritt bei Thomas Gottschalk’s „Wetten, dass…?“ und einer ausverkauften Tournee durch Süddeutschland ging „Rock Meets Classic“ 1993 auf eine 30-Städte-Tournee durch die Bundesrepublik. „Rock Meets Classic“ unterscheidet sich von anderen Produktionen dieser Art darin, dass die Songs von den Original-Interpreten gesungen und nicht nur instrumental reproduziert werden. Das begleitende Orchester, 1993 noch aus 16 Mitgliedern bestehend, ist seit 2010 auf 42 Mitglieder vergrößert worden. 2002 gab es eine Neuauflage der Tournee erstmals auch in Österreich zu sehen. 2010 wurde das Projekt erneut wiederbelebt. Die Veranstaltung wird mit jährlich wechselnder Besetzung durchgeführt. „Rock Meets Classic“: Fünf Rockmusiker, ein Symphonieorchester und eine Band spielen Hits der Rockgeschichte. In der Regel übernimmt das Bohemian Symphony Orchester Prag den klassischen Teil der Veranstaltung. Zuständig für die Rock-Musik ist die Mat Sinner Band, eine deutsche Heavy-Metal-Band. Seit 2010 ist Mat Sinner musikalischer Leiter der „Rock-Meets-Classic“-Produktion. Und Mat Sinner (Bass, Vocals) macht das absolut genial und hat eine tolle Band um sich geschart, allen voran die beiden Ausnahme-Gitarristen Tom Naumann und Alex Beyrodt. Aber unterm Strich sind alle Beteiligten Könner und machten „Rock Meets Classic 2017“ zu einem absoluten Konzert-Highlight!

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Das Hallenstadion in Zürich war entgegen meiner Erwartung nicht total ausverkauft, aber sehr gut gefüllt. Und alle, die nicht dabei waren und sich diesen Ohrenschmaus entgehen liessen, sind sowieso selber schuld und denen ist nicht mehr zu helfen und wenn sie diesen Konzertbericht bis zum Ende gelesen haben, werden sie sich selber kräftig in den Arsch beissen. Aber es gibt ja nächstes Jahr eine weitere „Rock Meets Classic“-Tournee – allerdings mit anderen Special Guests als 2017 – und das sollte man sich dann geben, wenn man die Tour 2017 versäumt hat! Die Tour 2017 stand im Gedenken an Rick Parfitt † (Status Quo) und John Wetton † (Asia), weshalb die Band samt Orchester als Intro gleich mal eine tolle Version von „Rocking All Over The World“ geradezu zelebrierten! Was für eine Band! Was für ein Sound! Auch optisch ein Leckerbissen…  hier haben alle Beteiligten punkto Sound und Licht Höchstleistungen vollbracht! Und dann die ersten Gäste: Tony Clarkin (Guitar) und Bob Catley (Leadvocals) von der Melodic Rock-Legende Magnum enterten die Bühne und machten mit ihrem Jahrhundert-Song „Just Like An Arrow“ gleich mal alles klar und rockten das ehrwürdige Hallenstadion, als gäbe es kein Morgen! Mit „On A Storyteller’s Night“ danach eine Prog-Perle erster Güte und nach „Vigilante“ einer ihrer grössten Hits: „When The World Comes Down“, ein Song, der mit Orchester seine epische Wirkung erst so richtig entfaltete!

Dann die beiden Uriah Heep-Recken Bernie Shaw (Leadvocals) und Mick Box (Leadguitar), die mit „Easy Livin'“ auch gleich mal Richtung Überholspur abbogen. Dann spielten sie eher unerwartet den Uralt-Song „Sunrise“ und danach den Kult-Klassiker „July Morning“. Letzteres Stück bekam durch die Monsterbesetzung mit dem Symphonie-Orchester natürlich auch eine ganz eigene Note. So hat man diesen Song noch nie gehört und so war es aber auch der absolute Wahnsinn! Es folgte zum Abschluss natürlich der Mitsing-Klassiker „Lady In Black, wo Bernie Shaw das Publikum im Hallenstadion sehr erfolgreich zum Mitsingen animieren konnte. Perfekt! Und eine Stimmung der absoluten Extra-Klasse! Danach stimmte das Symphonie-Orchester ein klassisches Intermezzo an, welches auch den Song „Skyfall“ beinhaltete. Auch hervorragend gespielt und gesungen, gar keine Frage! Weiter ging es mit dem grossartigen Rick Springfield, – in Europa leider ein viel zu seltener Gast! Rick’s Set begann gleich mal fetzig mit „I’ve Done Ev’rything For You“ und dem Knaller „Don’t Talk To Strangers“! Dann zeigte Mr. Springfield bei einer Gitarren-Cadenz, dass er auch ordentlich in die Saiten greifen kann. Klar, – er ist kein waschechter Leadgitarrist a la Eddie oder Luke, aber er spielte seine Licks ganz passabel! Mit „It“s Over You“ beendete der Special Guest 2017 sein erstes Set und es gab erstmal eine Pause.

Geniales
Geniales Mastermind hinter der Show des Jahres: MAT SINNER!

Nach der Pause spielte das Orchester samt Rockband erstmal ein lässiges Bon Jovi-Medley inklusive „Livin‘ On A Prayer“ und „It’s My Life“, wo sich speziell Mat Sinner als profilierter Sänger präsentierte! Alle Achtung, der singt schon sowas von geil! Aber auch die beiden Gitarristen Tom Naumann und Alex Beyrodt liessen nix anbrennen! Dann kam wieder Rick Springfield zurück auf die Bühne und stimmt „Human Touch“ an. In der Mitte des Songs springt er von der Bühne und kämpft sich durchs Publikum, gibt Autogramme, signiert Platten-Covers und singt und hat offensichtlich Spass! Und das Publikum auch! Danach der Jahrhundert-Hit „Love Somebody“ aus seinem Kino-Film „Hard To Hold“, was für eine Granate! Das kann er nur mehr mit seinem Mega-Hit „Jessie’s Girl“ toppen! Was für ein Set!!!

Mit „Child’s Anthem“ eröffnete dann Steve Lukather sein grandioses Set. Weiter ging es mit „Don’t Chain My Heart“, wo wieder das komplette Hallenstadion-Publikum mitsang! Was für eine tolle Atmosphäre, das Publikum liebt Luke, soviel stand gleich mal fest und immer, wenn er zu einem Gitarren-Solo anhebt, tost der Applaus! Mit „Rosanna“ macht er alles klar, es gibt kein Halten mehr, viele stürmen vor zum Bühnenrand! Luke bedankt sich, reisst ein paar seiner typischen Witzchen und widmet den nächsten Songs, all den Stars, die viel zu früh die Bühne des Lebens verlassen mussten: „Little Wing“ in einer grandiosen Version mit diesem unglaublichen Orchester und das Hallenstadion steht Kopf! Mit dem unvermeidlichen „Hold The Line“ macht er den Deckel drauf und die Halle tobt! Was für ein tolles Set! Was für ein grandioser Musiker und Sänger, – ein Gitarren-Gott sowieso…

Was sollte da noch kommen? Don Felder, der Ex-The Eagles Leadgitarrist, Sänger und Komponist! Zuerst gab es aber noch ein kleines klassisches Intermezzo mit Mozart-Melodien, inklusive der „Kleinen Nachtmusik“. Phänomenal gespielt vom Symphony Orchestra Prague! Felder begann danach sein Set mit „Already Hurtin'“, ehe dann mit „One Of These Nights“ ein Klassiker folgte. Bei „Heartache Tonight“ durften dann wieder alle mitsingen und bei „Life In The Fast Lane“ zeigte er einmal mehr, welch fantastischer Gitarrist er eigentlich ist! Dann hängt er sich die Doppelhals-Gitarre um und beginnt mit dem legendären Intro zu „Hotel California“, singt den Song auch göttlich und spielt dann das legendäre, weltbekannte Gitarren-Solo. Was für ein krönender Abschluss an diesem wunderbaren Tag?!

Als Zugabe kam dann natürlich der Eagles-Mega-Hit „Take It Easy“, wo alle zusammen abrockten, was das Zeug hielt und wo der Spass deutlich zu spüren, hören und sehen war! Ein absolut geiles Konzert, mit allem was dazugehört. Tolle Songs, wunderbare Gäste, tolle Rockband und profundes Orchester, alles geil arrangiert und immer am Punkt gespielt, da konnte man nur zufrieden nach Hause gehen und sich den Arsch abfreuen, dass es nächstes Jahr wieder „Rock Meets Classic“ geben wird! Ein absolut genialer Abend!

Concert Review by TOM PROLL

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