Zurück in die Zukunft: H.E.A.T. – „Into The Great Unknown“

Morgens, halb acht. Zum ersten Mal in diesem Herbst muss ich die Windschutzscheibe vom Eis befreien. Ich starte meinen Karpatenjeep und schiebe genau die zu den Temperaturen passende CD in den Player. Gerade von Jürgen Rottensteiner angeliefert…

Die neue von H.E.A.T. – „Into The Great Unknown“!

Ca. 20 Minuten später. Ich fahre rechts ran, steige aus, und umkreise mein Gefährt. Nein, es ist kein Delorean. Ich finde auch keinen Fluxkompensator. Irgendwie scheint mich die Musik von H.E.A.T. aber doch „zurück in die Zukunft“ gebracht zu haben.

Wenn man in der selben Zeit groß geworden ist wie ich, kann man H.E.A.T. sofort einem Land zuordnen: Schweden. Aus Schweden kommen und kamen Bands wie Europe, In Flames oder die Cardigans. Und H.E.A.T. klingen genau so. Schwedisch.

Und irgendwie erinnern mich die feschen Nordmänner ein wenig an Steel Panther, wobei H.E.A.T. ihre Musik sicher ernster nehmen.
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Was findet der geschätzte Zuhörer auf dieser CD?

Am Anfang werden hörbar die Gitarren eingestöpselt und die Band poltert in schönster Glam Rock-Manier mit dem Song Bastard Of Society los. Ein würdiger Opener, nicht nur für die CD, auch auf Konzerten wird diese Nummer sicher Stimmung machen. Noch eine „Mitsing-Rockhymne“ findet man ganz am Ende der CD: Into The Great Unknown, den Titelsong der CD.

Ganz so unbekannt klingen manche Nummern aber nicht, wie zum Beispiel der Song Shit City, über einen ziemlich unappetitlichen Unfall im Proberaum. Hier hört man schon eine Nähe zu alten Rockhadern, wie z.B. von Aerosmith. „Shit City“ und Blind Leads The Blind sind meiner Meinung nach die Höhepunkte der CD. Beide Nummern sind mehr als festivaltauglich, rocken ordentlich, und laden zum Mitsingen und Luftgitarre spielen ein.

Die Nummer Best Of The Broken lässt am Anfang das Herz jedes Elektronikschlagzeugers höher schlagen. Hier klatscht eindeutig ein Roland TR-505 Drumcomputer aus den 80er Jahren. Ansonsten ist sie Ok.

The „Eye Of The Storm“, die Singleauskopplung und das erste veröffentlichte Video kommt im typischen 90er Jahre Sound. Kann sicher eine Hymne werden. Gleiches Potential sehe ich auch für „We Rule“.

Es gibt auch ruhige Nummern, wie die schöne Ballade Redefined oder das melodische Time On Our Side, das meiner Meinung nach aber eigentlich die schwächste Nummer auf dieser Silberscheibe ist. Do You Want It? ist eine schöne, ruhige Nummer mit einen eingängigen Refrain.

Mein Fazit zu „Into The Unknown“?

Es gibt nichts Unbekanntes auf dieser CD. Eine Silberscheibe für Menschen, wie mich, die guten alten melodischen Rock schätzen. Die Band hat durchaus Potential, ist „mainstreamtauglich“, und hoffentlich schaffen sie es, auch im Radio gespielt zu werden. Und ich hoffe, dass H.E.A.T. live das bringen, was sie auf der CD versprechen. Jede Menge Spass. Ich werde mich bei ihren Konzert am 3.11.2017 in der Kulturfabrik in Kufstein davon überzeugen. Ich hoffe ich treffe viele von Euch dort!

Meine Wertung: 7,5 von 10 Punkten.

CD-Review by ULI STOLLWITZER

Weblinks: Official Homepage, Facebook

H.E.A.T. on tour:

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