AWOLNATION – „Here Come The Runts“ – CD Review – Fade Sülze auf silbernen Scheiben

Ihr kennt wahrscheinlich das Problem, dass man z.B. bei Schwiegermutter zu Besuch ist, und das Essen schmeckt überhaupt nicht. Man will ja niemand beleidigen, und sagen: „Dein Schweinsbraten schmeckt heute sch… „. Man windet sich aus dem Problem, indem man sagt: „Dein Schweinsbraten schmeckt heute wieder besonders interessant.“, und freut sich auf den Nachtisch aus der Dose.

Mir ging es beim Probehören der neuen CD „Here Come The Runts“ von AWOLNATION genau so. Und beleidigen möchte ich sowieso Niemanden.
Also – die neue CD von AWOLNATION ist einfach nur „interessant“.

Vorneweg gleich mal die Bewertung: 2 von 10 Punkten auf der Skala für nasalen und belanglosen Gesang rund um’s Lagerfeuer.

Die zwei Punkte kriegen Sie für den Titelsong Here Come The Runts und Seven Sticks Of Dynamite, – das sind die einzigen zwei Nummern, die nach irgendwas klingen.

Aber mal ganz ehrlich.

Wie man mit nasalem Hochton-Gepiepse, fadem Gesang und Cuts aus Kinderliedern ein gefeierter Topstar wird, ist mir unbegreiflich. 14 Titel auf dem Cover anzuführen, von denen einer („A Little Luck…“) gerade mal 31 Sekunden (!!!) und ein anderer („The Buffon“) nicht einmal 2 Minuten (1:54) dauert, ist für mich einfach unfair.

Wenn der gute Aaron Bruno, der „fesche“ Frontman (lt. Presseaussendung der Plattenfirma) bei „Sound Witness System“ oder „Miracle Man“ mit nasaler Stimme anfängt seinen „Sprechgesang“ vorzutragen, beginnen sich bei mir die Zehennägel leicht zu kräuseln. Das ist kein Rap, das ist kein Gesang, das ist auch kein Geschichten erzählen zur Musik, – und shouten? Ist es auch nicht!

Intros wie bei „Passion“ oder „My Molasses“ kann man vielleicht für eine Kinder-CD verwenden, aber im internationalen Musicbiz erwartet man sich was Anderes. Und ganz ehrlich: Lagerfeuer-Geschrammel – wie bei „Handyman“ – war das nicht schon in den Siebziger-Jahren out?

Fazit

Warum man sich diese Scheibe kaufen soll, ist mir ein Rätsel.
Vielleicht weil man gerade Geld übrig hat und wirklich nicht weiss, wofür man es ausgeben soll? Vielleicht auch, weil die pickelige Teenagertochter verträumt auf den „feschen“ Frontmann Aaron steht, oder weil man gerade etwas Rundes zeichnen soll und keinen Zirkel zuhause hat?
Der einzig vernünftige Grund ist, dass man wieder einen „gehypten“ Superstar und irgendwelchen Plattenfirmen „Money For Nothing“ geben soll, und die Scheibe in ein paar Jahren auf dem Müll landet.

Mein Fazit – interessant. Ich rate vom Kauf ab. Ach ja… Ich habe noch eine aktuelle Pre-Release CD „Here Come The Runts“ von AWOLNATION zu verschenken. Wenn sich jemand gepflegten Ohrmasochismus hingeben will, schickt er eine Mail mit dem Grund, warum wir ihn so bestrafen sollen, – an uli@x-act-musicmagazine.com. Die beste Einsendung gewinnt!

CD-Review by ULI STOLLWITZER