„Full Metal Mountain“ 2018 (Teil 3) – Was war los auf der „Mountainstage“? (1)

Mit „Full Metal Mountain“ ist wohl der härteste Winterurlaub Österreichs gemeint, und genau deshalb möchte ich mal die sogenannte „Mountain-Stage“ in 1600 m Höhe unter die Lupe nehmen. Direkt an der Mittelstation des Millenium-Express im Nassfeld befindet sich die Tressdorfer Alm. Ein Paradies für Skifahrer, Winterurlauber und seit nunmehr drei Jahren auch für Metalheads aus aller Herren Länder. Die Wirtsleute Hannes und Hermi sind wohl die Gastfreundschaft in Person, freuen sich mittlerweile schon die ganze Saison über auf die „schwarzen Gestalten“, gerade weil diese ihrem Ruf so gar nicht gerecht werden. Die Metalfamilie ist nämlich freundlich, gutgelaunt und manchmal auch ziemlich bunt.

Genauso bunt war auch die die Bandauswahl in der heurigen dritten Ausgabe des „Full Metal Mountain Festivals“.
An fünf Nachmittagen wechselte die Bandbreite des Metal genauso wie die Wetterlage. Von Rock und Hardrock, über Metalcore und Deathmetal bis hin zu kalifornischem Glam-Metal wurde alles geboten. Und auch das Wetter passte sich dieser großen Auswahl an: Regen, Schnee, Nebel, Sturmböen und natürlich strahlender Sonnenschein – alles war dabei – und nichts hat diese tagelange Party gestört.

Jeden Tag machte die Wacken-Coverband Skyline den Opener. Eine inzwischen jahrelange Tradition, da diese Band (von Wacken-Head Thomas Jensen gegründet) jedes Jahr auch das „Wacken Open Air“ eröffnet. Und sie schaffen es immer wieder, mit ihren eigenwilligen Interpretationen von „Evergreens“ die Skifahrer von der Piste zu locken, sie aufzuwärmen und auf Tuxedoo vorzubereiten.

Ja, auch die Tuxnbuam spielten täglich als zweite Band. Und obwohl ihre Auftritte schon um 13:00 Uhr angesetzt waren, tat das dem Besucheransturm keinen Abbruch. Im Gegenteil, sobald Tuxedoo auf der Bühne stehen, ist auch der Vorplatz der „Mountainstage“ voll. Die Burschen haben sich bereits in den vergangenen zwei Ausgaben des „Full Metal Mountain“ eine riesige Fangemeinschaft geschaffen. Und das liegt sicherlich nicht nur am einzigartigen „Alpencore“ begleitet von mitreißenden Percussion-Sessions, sondern vor allem auch an ihrer liebenswürdigen Art, ihrem feschen Aussehen und nicht zuletzt an „Neili“, welcher als Perchte oder Mitch Buchannon für extravagante Showeinlagen sorgt.

An Tag 1 und 2 gaben uns John Diva & The Rockets Of Love die Ehre. Die gesamte Band reiste, so wie die meisten, mit der Gondel an – durchgestylt bis an die Haarspitzen. Trotz argem Schneegestöber, begleitet von eisigem Wind, gaben sie zwei Shows der Extraklasse. John Diva verkörpert „Stars & Stripes“, gebündelt mit schillernden Outfits der 80er Jahre. Mit im Gepäck – zwei sexy Cheerleaders, die trotz Wind und Kälte zu den größten Rock- und Metalhits gründlich einheizten.

Und was wäre das FMM ohne Cil City? Bereits zum dritten Mal überzeugt Frontfrau Deniz mit ihrer bombastischen Stimme. Diese österreichische Hardrockband lässt keine Wünsche offen, weder im musikalischen noch im optischen Sinn. Trotz schwerster Schneefälle ist ihnen das Publikum sicher, sie wissen einfach, wie man richtig gute Stimmung verbreitet.

Wer kennt Kaiser Franz Josef nicht? Ich glaube nicht viele, nur für mich waren sie nahezu unbekannt. Umso mehr freute ich mich auf diese wirklich coole Band. Extrem junge Burschen, doch auf der Bühne Vollprofis. Vergleichbar mit Wolfmother und Led Zeppelin lieferten sie einen grandiosen Auftritt ab. Das grausliche Wetter kostete sie nur einen Kommentar: „…war ein leiwandes Weltuntergangskonzert“!

Am Donnerstag endlich Wetterbesserung! Entgegen der Vorhersage war der Nachmittag sonnig, windstill und trocken. Beste Voraussetzungen für Bonfire. Sie sind nun schon seit über vierzig Jahren im Geschäft, und ließen sich mit ihren Cowboystiefeln nicht von den unwegsamen Schneefeldern beirren. Die Show war, wie zu erwarten, in altbekannter Manier, sehr professionell, genauso wie die Föhnfrisuren im 80er-Jahre-Look!

Gleich im Anschluss ein Bühnenabriss der Sonderklasse! Walking Dead On Broadway stürmten die „Mountainstage“ mit gnadenlos scheppernden Gitarren und knallhartem Deathcore.