THE WEIGHT: Interview im Innsbrucker Hard Rock Cafe by Michael Stecher

Ende November traten The Weight im Innsbrucker Hard Rock Café auf. Wir ließen uns diese Gelegenheit nicht entgehen und trafen uns mit den Jungs vor ihrem Auftritt auf ein interessantes Gespräch.

The Weight:

Tobias Jussel (Gesang, Orgel)

Michael Böbel (Gitarre)

Andreas Vetter (Drums)

Patrick Moosbrugger (Bass)

X-ACT: Seit wann spielt ihr in dieser Besetzung und wie seid ihr zusammengekommen?

Tobias: „Seit 2014 spielen wir in dieser Besetzung, wir haben schon in Vorarlberg zum Teil zusammen gespielt, Andi und Moosi schon seit frühester Jugend. Sie haben sich zeitweise aus den Augen verloren, dann aber wieder gefunden. Andi und ich sind dann nach Wien gezogen. Dort haben wir eine Band gegründet und über einen Arbeitskollegen Michi kennen gelernt. Ich habe mich an Moosi erinnert, der dann von der Gitarre an den Bass gewechselt ist.“

X-ACT: Nach Erscheinen eurer EP „Keep Turning“ seid ihr auf ausgiebige Tour gegangen und habt für viele bekannte Acts im Vorprogramm gespielt. An welche Hauptacts denkt ihr da gerne zurück und für wen würdet ihr gerne support act spielen?

Tobias: „In jüngerer Vergangenheit natürlich an die Hollywood Vampires, für die wir in München eröffnen durften. Das war ganz was Spezielles. Alice Cooper und Joe Perry waren nicht so zugänglich, aber Johnny Depp war sehr kommunikativ. Dann haben wir Status Quo in Innsbruck und in Zürich supportet. Das Hallenstation in Zürich war da für uns auch ein besonderes Erlebnis. Wir spielten auch im Vorprogramm von Ten Years After und den Rival Sons, was wirklich lässig war.

Eröffnen würde wir gerne für die Rolling Stones (Tobias lacht), die spielen im nächsten Jahr ja in den Staaten.“

X-ACT: Eure erste EP habt ihr letztes Jahr als Deluxe Ausgabe veröffentlicht, mit sieben Live Songs. Zeigt ihr damit euren Fans, wie wichtig euch das Live-Erlebnis und der Kontakt mit den Fans ist?

Tobias: „Studio und Konzerte sind zwei ganz unterschiedliche Sachen, aber du hast das ganz richtig gesehen, dass Liveauftritte für uns sehr wichtig sind. Auch der Kontakt mit den Fans vor und nach den Konzerten taugt uns. Außerdem hat das erneute Veröffentlichen der EP mit den Live-Songs zeitlich sehr gut gepasst. Wir waren gerade beim Aufnehmen der neuen Lieder und so war das ein Zuckerl für unsere Fans.“

X-ACT: Wer sind eure musikalischen Einflüsse?

Tobias: „Das ist ganz verschieden, so zum Beispiel die klassischen Rockbands der 60er und der 70er.“

X-ACT: Das heißt man kann euer Video „Trouble“ hernehmen und findet da eure musikalischen Einflüsse?

Tobias: „Das ist sicher eine gute Auswahl. Daneben aber sicher auch Bands wie MC5 oder Grand Funk, die bei uns ja nicht so bekannt sind.“

X-ACT: Euer selbstbetiteltes Debutalbum ist vor ziemlich genau einem Jahr veröffentlicht worden. Wie seht ihr jetzt, nach dem zeitlichen Abstand und nachdem ihr die Songs oft live gespielt habt, die Lieder der CD?

Tobias: „Ich habe kurzem die Platte wieder aufgelegt und war überrascht. Wenn man die Songs live spielt, kommen sie doch ganz anders rüber. Ich bin aber nach wie vor sehr glücklich mit der Platte. Ich hoffe, dass ich sie mir auch in zwanzig Jahre noch so anhören kann, wobei ich sagen muss, dass ich selten die eigenen Songs anhöre.“

X-ACT: Wie entstehen bei euch Songs. Wer ist für das Songwriting zuständig? Ist das ein gemeinsamer Prozess?

Tobias: „Beim Songwriting sind wir alle beteiligt, das ist sozusagen ein demokratischer Prozess. Das ist wichtig für uns, damit alle hundertprozentig dahinter stehen können. Ich finde, das ist auch das Geheimnis, damit die Songs live funktionieren, wenn jeder in der Band hinter den Songs steht und die Lieder spielen will. Es ist aber von Song zu Song ganz verschieden. Einer von uns bringt eine Songidee mit und wir arbeiten gemeinsam daran. Es ist nicht so, dass einer von uns mit einem fertigen Song ankommt. Wenn ich daheim am Klavier eine Idee habe, schreibe ich die Nummer nicht fertig, sondern wir arbeiten dann gemeinsam dran.“

X-ACT: Wer schreibt bei euch die Texte?

Tobias: „Die Texte werden schon hauptsächlich von mir geschrieben, aber ich nehme auch Vorschläge der anderen auf.“

X-ACT: Spielt ihr bei euren Konzerten auch bereits wieder neue Lieder, die noch nicht veröffentlicht sind?

Tobias: „Wir haben zum Teil schon neue Songs am Start. Wenn wir zwischen den Konzerten Zeit haben, gehen wir in den Proberaum und arbeiten an neuen Songs.“

X-ACT: Könnt ihr unseren Lesern etwas über die Entstehung des Videos zu „Trouble“ erzählen?

Tobias: „Für die Idee zu dem Video ist der Herr neben mir dafür hauptverantwortlich (Jürgen Langer, Manager der Band sitzt neben uns). Es hat sich herauskristallisiert, dass er visuell nicht ganz unbegabt ist. Er hat die Grundidee zu dem Video gehabt und dann war es unsere Aufgabe, Albencover, die für das Video in Frage kommen zu sammeln. Das haben alle in der Band mit Begeisterung gemacht. Wir haben dann eine Auswahl getroffen, auch abhängig davon, was technisch umsetzbar ist.“

Jürgen: „Insgesamt hatten wir dann 120 Covers zur Auswahl.“

Tobias: „Da haben dann die Jungs, die das Video gemacht haben, auch noch ein Wörtchen mitzureden gehabt.“

X-ACT: Letztes Jahr seid ihr bereits in Innsbruck aufgetreten. Damals im Weekender, den es leider nicht mehr gibt. Welche Erinnerungen habt ihr an das Tiroler Publikum?

Tobias: „Wir hatten durchwegs gute Erfahrungen mit dem Tiroler Publikum. Wir haben ja auch bereits in Kufstein gespielt und ich muss sagen, wir spielen sehr gerne bei euch in Tirol.“

X-ACT: Zur Zeit seid ihr auf Tour durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Wie schwierig ist es als heimische Bands Veranstalter zu finden?

Tobias: „Es ist sehr von den einzelnen Veranstaltern abhängig. Und mit den Veranstaltern, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben, arbeiten wir gerne wieder zusammen. Und das entwickelt sich dann eben über die Zeit.“

X-ACT: In eurem Shop gibt es sowohl von der EP als auch vom Debut-Album Vinyl-Versionen. Wie seht ihr das Revival der schwarzen Scheibe?

Tobias: „Ja, ich selber bin ein großer Vinylfan. Es gibt zwei Arten, wie ich Musik höre – entweder am Computer, aber eher als Hintergrund, oder über die Stereoanlage, dann aber Vinyl. Wenn ich aufmerksam Musik hören will, dann lege ich mir eine Platte auf. Ich finde, dieses Medium ist ideal geeignet, um sich in die Musik hineinfallen zu lassen. Da kann man auch nicht skippen, man hört in Ruhe das ganze Album an.“

Jürgen: „Das haben wir auch schon festgestellt. Obwohl ich der älteste bin, habe ich in dem Kreis die modernsten Hörgewohnheiten. Ich streame die Songs oder höre einzelne als Download.“

Tobias: „Wir bieten in unserem Shop aber nicht nur Vinyl sondern auch Audiotapes zum Kauf an, also total retro.“

X-ACT: Wobei es bei vielen Veröffentlichungen auf Vinyl, entweder Download Codes oder auch die Songs auf CD als Beilage gibt. So als wäre die schwarze Scheibe zum Sammeln da, die Musik hört man dann aber über andere Medien…

Tobias: „Vinyl ist halt schwer beim Joggen zum Mitnehmen.“

X-ACT: Wie steht ihr zu den neuen sozialen Medien?

Tobias: „Wir nutzen die neuen Medien natürlich, um unsere Fans zu erreichen, aber für uns ist das alles ein wenig eine Black Box. Man weiß nicht wirklich, was die großen Konzerne mit den Daten machen. Es ist für uns nicht durchschaubar, es stehen da Algorithmen dahinter, die ständig verändert werden, aber wie sich diese auswirken, ist nicht wirklich klar. Man muss halt damit leben und das Beste daraus machen.

Spotify und Youtube stehe ich schon positiv gegenüber. Es ist für uns schon eine Möglichkeit unsere Songs den Fans näher zu bringen.“

X-ACT: Immer wieder liest man – Gitarren-Rock ist tot. Wenn man dann aber euch oder Bands wie Greta van Fleet, Tyler Bryant oder Black Stone Cherry hört, bekommt man einen anderen Eindruck. Wie seht ihr das?

Tobias: „Die Musiklandschaft hat sich so verändert und so aufgefächert, dass viele Musikstile nebeneinander Platz haben. Deswegen kann man das nicht so generell sagen. Wie du sagst, gibt es derzeit wieder einige junge interessante Gitarrenbands. Viele haben die Nase voll von den überproduzierten Songs und in der digitalisierten Zeit suchen viele Hörer wieder nach echten Emotionen und authentischen Bands.“

X-ACT: Wird man euch im nächsten Sommer auf Festivals sehen, oder was sind eure Pläne für 2019?

Tobias: „Die Festivalsaison 2019 wird sehr wichtig für uns werden. Wir sind da schon fest beim Planen, können aber zum heutigen Tag noch nichts Konkretes dazu sagen.“

X-ACT: Dann bedanke ich mich bei dir und Jürgen für das unterhaltsame Gespräche und wünsche euch viel Erfolg!

Interview by MICHAEL STECHER

Tom
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X-ACT Music Magazine - Gründer, Erfinder, Herausgeber, Medieninhaber, Chefredakteur, Design, Logo-Creator. Sonst noch: Gitarrist, Composer, Arranger, Producer, Bandleader.