STEVE LUKATHER – Der Meister spricht über sein Equipment!

Wer heuer im Sommer das Vergnügen hatte, TOTO live zu sehen und zu hören, wird sich nicht nur über die Songauswahl gefreut haben sondern war auch von Steve Lukather’s Gitarren-Sound verzückt. Der Meister spielte wieder gottgleich und sein Gitarrensound war schlicht und ergreifend der Oberhammer! Also haben wir Luke nach dem Soundcheck des Toto-Konzerts in München ein paar Fragen zu seinem Equipment gestellt, für all jene, die es ganz genau wissen wollen, wie Luke seinen unglaublichen Sound hinbekommt!

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Tom Proll vor dem Eingang zur Münchner Olympia-Halle

München, Olympiahalle, 8.7.2015, Toto-Chef und Überdrüber-Gitarrist Steve Lukather steht dem X-ACT Music Magazine Rede und Antwort zu seinem Equipment. Here we go!

LUKE’s E-GITARREN: 2013 wurde die „Luke III“, die seit 2012 erhältlich ist, erweitert und überarbeitet, mit einem Hals aus Ahorn ausgestattet, dem sogenannten „Roasted Maple“. Das Griffbrett ist weiterhin aus Palisander gefertigt. Ausgestattet mit passiven DiMarzio Custom Wound Pick Ups und einem Push-/Pull Poti für Gain/Boost lässt sich dieses Instrument vielfältig einsetzen und klingt dementsprechend saugeil. Der Hals aus Ahorn liegt gut in der Hand und verleiht dem Instrument einen druckvollen Sound. Der Body ist zum Vorgängermodell („Luke II“) um ca. 3% größer. Erhältlich ist die „Luke III“ aktuell in den Farben „Bodhi Blue“ und „Black“. Soweit zum Instrument, seiner neuesten Signature-Gitarre von Music Man. Und wer Luke live gesehen und gehört hat, dem wird sicher aufgefallen sein, dass der Meister selber eine Vielzahl an Farben und Finishes mehr live spielt, als für den „normalsterblichen“ Gitarren-Kunden für Geld zu haben sind.

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Und was ist nun anders an den Gitarren, die er selber auf der Bühne spielt? Steve Lukather: “ Ich verwende hauptsächlich verschiedene LIII-Modelle in verschiedenen Farben, die sonst nicht in Serie erhältlich sind, auch die Sparkle-Finishes gibt es derzeit nicht zu kaufen. Ansonsten ist die Gitarre genau gleich wie die aus den Shops!“ X-ACT: Du hast ja an der Entwicklung der Tonabnehmer mitgearbeitet. Was macht diese Pick Ups so besonders? Steve Lukather: „Die Transition Neck & Bridge Pick Ups wurden von DiMarzio für mich und die neue LIII Music Man-Gitarre unter Berücksichtigung meiner Wünsche entwickelt. Die Pickups wurden nach meinem letzten Solo-Album „Transition“ benannt. Ich spielte die „LIII“-Gitarre mit den „Transition“-Pick Ups auf der gesamten neuen Toto-CD. Die passiven „Transition“-Humbucker sind subtil und zäh. Sie klingen mächtig und sie haben Tiefe. Sie klingen sehr organisch und sie erlauben es mir, meinen Klang zu definieren. Heutzutags mag ich es einfach und direkt“. Dennoch liefert gerade der Bridge-Pick Up einen harten, in-your-face Sound, der auch ideal für Shredding und technisch anspruchsvolles Solo-Spiel ist, wie Luke ergänzt.

X-ACT: Und was ist das für eine Gitarre, über die sich Fachwelt und Fans momentan den Kopf zerbrechen? Steve Lukather: „Ha! Du meinst sicher die „LIII Sammy“, das ist ein Sonder-Modell nur für mich und für die laufende Tour. Es ist im Grunde eine ganz normale Music Man „LIII“, nur eben schwarz/weiss und mit verschiedenen Portraits von Sammy Davis jr. versehen! Coole Gitarre und vom Design her einzigartig. Sie wird aber nicht in Serie gehen…“

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LUKE’s AMPs. X-ACT: Du spielst immer noch Bogner Amps. Welche Modelle? Steve Lukather: „Das Herzstück meines Live-Equipments sind zwei Bogner Ecstacy-101B Halfstacks. Ich verwende alle drei Ecstacy-Kanäle für meine Grundsounds: Clean, Crunch und Lead. Die Lautsprecher in den 4×12-Boxen sind Celestion Vintage 30. Also im Moment ist das der für mich beste Sound, der bietet in jeder Einstellung einfach genau das, was ich mir soundmässig vorstelle, live und auch im Studio!“

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LUKE’s PEDALBOARD. X-ACT: Du hast dein grosses Pedalboard entsorgt und verwendest jetzt ein kompakteres Modell… Steve Lukather: „Das brandneue Pedalboard wurde von Dave Friedman von „Racksystems“ in Nord-Hollywood gebaut. Das Board ist kompakter als die, die ich zuvor hatte und leicht zu transportieren. Jetzt habe ich den bestmöglichen organischen Ton, alles klingt dynamischer und frei von störenden Geräuschen, nicht zuletzt auch deswegen, weil ich wieder ein Gitarrenkabel statt einer Wireless-Verbindung verwende!“ Signal Path: Gitarren-RJM Buffer (neues Produkt) – splits zum Tuner und andererseits mit Pedal-Wah, Grace Compressor, Providence Anadime Chorus, Strymon Lex, Custom Interface (unter den Delays), Amp IN (Bogner Ecstacy), Volume-Pedal, AMP send, Interface, MXR Smart Gate, Benrod Wave-Pedal, Strymon Blue Sky-Custom-Switcher-Box (3 Ausgänge), 1-dry RJM Mixer, switch Out-Hardwire Delay 1-returns in Stereo an den RJM Line Mixer, switch Out 2- Hardwire Delay 2-Returns in Stereo auf RJM Mixer, RJM L/R-Bogner Amp(s) return. Die Hardwire-Verzögerungen für Killdry wurden modifiziert und klingen sehr fett! Switcher-Funktionen für Delays 1/2, In/Out. Switcher Amps: Bogner Amp-Kanäle und ein für Marshall Kanäle schaltfähiger Switcher, für den Fall, dass ein Miet-Backline-Verstärker verwendet wird.

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LUKE’s PEDAL. X-ACT: Es gibt jetzt auch ein Signature-Pedal von dir, eine Art Vorverstärker… Steve Lukather: „Anfang 2015 startete ich mit der Firma ToneConcepts Inc. die Arbeit am Pedal „Luke“. Das „Luke“-Pedal ist das erste Pedal in der kommenden Icon-Serie, welche mit den weltweit führenden Gitarristen entwickelt wurden und werden. Ich war einer der ersten Tester des preisgekrönten Pedals, „The Distillery“, das schnell zu einem wesentlichen Bestandteil meines Sounds wurde. Die Sound Wizards bei ToneConcepts haben mich umgehauen, speziell mit „The Distillery“, so ging ich daran, mit ihnen eine erweiterte Version für mein allererstes benutzerdefiniertes Pedal zu entwickeln. „Luke“ ist ein innovativer und musikalischer Klangbearbeitungs-Vorverstärker mit beispielloser Leistung, Transparenz und klanglicher Flexibilität, die jede Gitarre und Verstärker-Kombination auf die nächste Stufe der musikalischen Glückseligkeit führt. Das „Luke“-Pedal ist meine Geheimwaffe, die mich auf der Bühne und im Studio gut klingen lässt!“ Das ausgiebig von Lukather exklusiv vorgeführte „Luke“-Pedal bietet mit ausgewählten Komponenten alle Möglichkeiten für einen offenen und raffinierten Ton. Das neue Pedal verfügt außerdem über ein verbessertes Kontroll-Layout mit verbesserter Kontrolle, Feinabstimmung und Benutzerfreundlichkeit, egal ob man in einer Garage oder einem Stadion spielt. Das „Luke“-Pedal fällt auf mit seinem achteckigen Design und dem einzigartigen „Luke“-Cartoon vom amerikanischen Star-Cartoonisten „Astro“.

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LUKE’s AKUSTIK-GITARREN. X-ACT: In Sachen akustischen Gitarren spieltest du ja schon mal Ovation und dann wieder Taylor. Nun hast du einen Deal mit Yamaha… Steve Lukather: „Yamaha stellte mir eine Reihe von elektro-akustischen Gitarren zur Verfügung. Nach vielen Tests entschied ich mich für Instrumente der LJX- und NX-Serie, welche ich sowohl im Studio als auch auf der Bühne benutze. Die Gitarren, die ich benutze, verfügen über die Sound-Response-Technologie, die die wichtigsten akustischen Elemente, die normalerweise außerhalb der traditionellen Pickup-Systeme aufgezeichnet werden sollen, wiedergibt. Dazu gehören Saiten- und Korpus-Resonanz, Ambiente und professionelle Mikrofon-Techniken. Darüberhinaus sind diese Akustikgitarren im Hinblick auf Optik und Klang den anderen vergleichbaren Gitarren einfach überlegen!“

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Das Saal-Licht ging aus, das Intro lief, dann ein bombastischer Showbeginn und Steve Lukather spielte begnadet wie eh und je, sein Sound setzte fraglos neue Standards, speziell der Lead-Gitarren-Ton ist sowas von rotzig frech und definiert gleichsam! Eine entfesselte Band spielte eine tolle Auswahl an Toto-Klassikern und neuen Songs und Luke war natürlich einmal mehr das Aushängeschild der Band! Nicht zuletzt wegen seines astreinen und unvergleichlichen Sounds…

Interview & Story by TOM PROLL

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