MICK ROGERS – ein Interview von Michael Stecher mit dem Sänger und Gitarristen der Manfred Mann’s Earthband

Am Tag nach einem phänomenalen Konzert im Rahmen des „Tollwood Festivals“ in München gemeinsam mit Ian Anderson und The Sweet machen Manfred Mann und seine Earthband in Schwaz Station. Ich will mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen und dem Gitarristen Mick Rogers einige Fragen stellen. Aufgrund des starken Verkehrs kommt die Band erst sehr spät in Schwaz an und so heißt es, nach dem Konzert gebe es die Möglichkeit für ein Interview. Ich machte es mir am Rande des gut gefüllten Pfundplatzes gemütlich, um mir das Konzert anzusehen.

Die Schwazer Band Krakatao fungiert heute als Anheizer. Sie spielen sich routiniert durch Hits der Stones, der Beatles, Steppenwolf und anderen Rockgrößen. Um kurz nach neun ist es dann soweit. Manfred Mann (Keyboards), Robert Hart (Vocals), Mick Rogers (Guitar, Vocals), Steve Kinch (Bass) und John Lingwood (Drums) betreten unter großem Applaus die Bühne. Mit Hits wie „Blinded By The Light“, „Don’t Kill It Carol“ oder „You Angel You“ halten sie die Begeisterung weiterhin auf hohem Niveau. Nach „Do Wah Diddy“ und „Mighty Quinn“ entlassen die Musiker ein zufriedenes Publikum in die laue Sommernacht und ich begebe mich Backstage.

X-ACT: Zuerst einmal danke, dass du dir nach einem solch intensiven Konzert noch die Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten. Zur Zeit spielt ihr einige Festivals in Deutschland und Österreich. Wie haben sich die Festivals, das Publikum und das ganze Drumherum über die Jahre verändert?

Mick Rogers: „Das Publikum ist zum Teil mit uns älter geworden. Wobei auch viele junge Fans zu unseren Konzerten kommen, vermutlich werden die von ihren Eltern mitgenommen und die Musik gefällt ihnen und so kommen sie wieder. Die ganze Organisation und damit zusammenhängend die Gastronomie, das Merchandise und das Drumherum sind natürlich viel professioneller geworden.“

X-ACT: Was denkst du über die vielen Fans, die während des ganzen Konzertes mit ihren Handys filmen und Fotos machen und diese dann auf youtube veröffentlichen? Viele Musiker sind ja sehr verärgert über diese Entwicklung und denken bereits über ein Handy-Verbot nach?

Mick Rogers: „Ich habe eigentlich kein Problem damit. So haben viele Fans, die uns live nicht erleben, weil wir nicht in ihrer Nähe auftreten, die Möglichkeit unsere Konzerte zu sehen. Vielleicht gehen dadurch auch die CD-Verkäufe zurück, aber da kann man meiner Meinung nach keine direkte Verbindung herstellen.“

X-ACT: Schaust du dir die Videoclips auf youtube eigentlich an?

Mick Rogers: „Ich schaue mich selber nie an. Sehr wohl schaue ich mir Clips von anderen Gitarristen an, um zu lernen oder mir Ideen zu holen.“

X-ACT: Ändert ihr die Setlist im Laufe eurer Tour oder spielt ihr im Großen und Ganzen die gleichen Songs?

Mick Rogers: „Wir verändern nur einzelne Songs. Was sich sehr wohl von Auftritt zu Auftritt ändert, sind die Soloparts in den Songs. Das ist für mich auch ein faszinierender Bestandteil unserer Konzerte. Wir jammen und ich variiere meine Soli bei jedem Konzert. Daher kann ich auch die Musiker nicht verstehen, die sich darüber beklagen, dauernd ihre Hits live spielen zu müssen. Für mich sind Konzerte nach wie vor das wichtigste im Musikerleben.“

X-ACT: 2014 hast du „Sharabang“, dein Soloalbum, veröffentlicht. Es enthält neben Coverversionen von Songs der Doobie Brothers, Marvin Gaye oder Steve Miller auch eigene Songs. Was hat dich veranlasst solo Songs aufzunehmen?

Mick Rogers: „Es ist sehr wichtig für mich Soloalben zu veröffentlichen. „Sharabang“ war ja nicht mein erstes Album. Ich habe ja bereits mit „Back To Earth“ (2002) und „Father Of Day“ (2003) schon früher zwei Alben herausgebracht. Auf „Shabarang“ haben mit Matt Rollings, Matt und Gregg Bissonette arrivierte und bekannte Musiker mitgearbeitet. Es war eine tolle Erfahrung mit ihnen zusammenzuarbeiten.“

X-ACT: Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Mick Rogers: Christian Knoll hat uns zusammengebracht. Er hatte auf seinem Soloalbum mit dem Pianisten Matt Rollings zusammengearbeitet. Dieses Album hatte er ebenfalls im Primestudio aufgenommen. Als wir Matt Rollings neben seiner „Wenigkeit“ auch nach einer passenden Rythmusgruppe für mein neues  Album anfragten, empfahl er uns seine Freunde – die Bissonette Brothers – Matt und Gregg. Christian Knoll hat auch zwei Songs für mein Album beigesteuert. Sein „Rock’n’Roll Days“ ist eine der besten Nummern auf „Sharabang“. Ich habe ihm gesagt, dass er mit dem Text genau mein Leben beschrieben hat.“

X-ACT: Die Aufnahmen für „Sharabang“ fanden in den Prime Studios in Hall statt. Warum ist die Wahl gerade auf ein kleines Studio in Tirol gefallen?

Mick Rogers: Gerhard Buchbauer hatte mich zu Promotionzwecken schon bei der Studioeröffnung eingeladen. Ich war von der Ausstattung aber auch von der Umgebung so begeistert,  dass ich beschloss, mein neues Album dort aufzunehmen.“

X-ACT: Was bedeutet eigentlich „Sharabang“?

Mick Rogers: „Das ist umgangssprachlich für Omnibus. Ich möchte meine Fans auf meine Reise durch die Welt des Rock’n’Roll mitnehmen.“

X-ACT: Gibt es eigentlich Pläne für ein neues Studioalbum von Manfred Mann’s Earthband?

Mick Rogers: „Ja, aber mehr darf ich dazu leider nicht sagen.“

X-ACT: Und wie schaut es mit deinen weiteren Soloplänen aus?

Mick Rogers: „Ich werde im Herbst mit meiner Band namens Solar Fire auf Tour gehen. Sie besteht aus namhaften Musikern, die Namen kann ich leider auch noch nicht sagen, aber ich freue mich, mit ihnen live aufzutreten und kann euch versprechen, dass bei diesen Konzerten so richtig die Post abgehen wird. Aber auch mit Manfred Mann und der Earthband werde ich im August beim „Bike and Music Weekend“ in Geiselwind auftreten. Im Oktober und November kann man uns auch wieder live in Deutschland erleben.“

X-ACT: Morgen geht’s ja noch nach Osttirol, dort spielt ihr ein Open Air in Lienz. Viel Erfolg für die intensiven kommenden Wochen und danke, dass du dir noch so spät Zeit genommen hast.

Interview by MICHAEL STECHER

Fotocredits siehe Fotos

Manfred Manns Earthband live:

02.08.2018 – Bike und Music Weekend – Geiselwind

03.08.2018 – Bike und Music Weekend – Geiselwind

20.10.2018 – Gera, Kultur und Kongresszentrum

21.10.2018 – Halle, Steintor-Varite

22.10.2018 – Berlin, Verti Music Hall

01.11.2018 – Ludwigsburg, Scala Ludwigsburg

02.11.2018 – Gießen, Hessenhalle Gießen

03.11.2018 – Menden, Wilhelmshöhe

30.11.2018 – Mosbach, Alte Mälzerei

01.12.2018 – Münster, Jovel Music Hall

Tom
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X-ACT Music Magazine - Gründer, Erfinder, Herausgeber, Medieninhaber, Chefredakteur, Design, Logo-Creator. Sonst noch: Gitarrist, Composer, Arranger, Producer, Bandleader.