RED MACHETE – Interview zur neuen CD „High Tension“

Mit ihrem zweiten Album „High Tension“ lassen die Jungs von Red Machete erneut aufhorchen. Songs, die cool abrocken, mit Refrains, die Hit-Tauglichkeit beweisen. Mit „High Tension“ ist der Band aus Oberösterreich ein saugeiles Album gelungen. X-ACT nahm die Veröffentlichung des neuen Albums zum Anlass, um den Jungs von Red Machete einige Fragen zu stellen.

X-ACT: „Euer viel beachtetes Debütalbum „Bright Lights“ habt ihr 2016 veröffentlicht. Die Band Red Machete gibt es schon viel länger. Wie habt Ihr Euch gefunden?“

Marco: Klaus und ich haben uns damals in einer Schule in Oberösterreich über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt. Klaus war zwei Schulstufen über mir und zuerst wollte er nicht so recht. Irgendwie haben wir es dann doch in den Proberaum geschafft und nach einigen Proben mit Songs wie “Into The Fire” von Deep Purple oder “My Sharona” von The Knack wollten wir dann doch mehr untenrum und haben uns auf die Suche nach einem Bassisten gemacht. Mit großen Versprechungen an den Background-Gesängen ging letztlich der Posten des Leadgesangs an mich.

X-ACT: „Wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen?“

Marco: Du kannst aber nicht auf die Anzeige schreiben, “Marco und Klaus suchen …”. Demnach brauchten wir einen passenden Namen für unsere frische Band. Die Kombi aus “Red” und “Machete” kam dann im Linzer Kult Hard Rock Pub “Thüsen Tak” nach einigen eisgekühlten Bieren zustande. Das Thüsen Tak ist bis heute unser Stammlokal.

X-ACT: „Im Anschluss an euer Debütalbum habt ihr einige Konzerte im Vorprogramm renommierter Bands wie Deep Purple, The Sweet oder Mother’s Finest gegeben. Was habt Ihr da für Erfahrungen gemacht?“

Marco: Es ist einfach eine andere Liga. Allein gegen die Roadcases kommst du mit deinen paar billig Alukoffern nicht an. Das bringt dich schnell auf den Boden der Tatsachen. Dafür bist du als Opener als erstes in Badehosen im Backstage-Pool. Besonders cool war die Aufgeschlossenheit, mit der “echte” Rockstars ihre Geschichten mit uns teilten und bereitwillig Erfahrungen austauschten.

X-ACT: „Seit „Bright Lights“ sind einige Jahre vergangen, in denen ihr Songs für das neue Album „High Tension“ geschrieben habt. Wie können sich eure Fans die Entstehung eines neuen Songs von Red Machete vorstellen?“

Marco: Alles beginnt mit einer Grundidee, irgendwie erreicht diese Idee dann den Proberaum. Meistens ist es so, dass eine Gitarrenmelodie oder ein Riff in Form einer kurzen Memo festgehalten wird. Auch passiert es, dass die Idee direkt im Proberaum entsteht, dabei entscheidet der Sound und unsere Verfassung sehr über den Stil und darüber in welche Richtung der Song geht. Der zündende Funke ist wichtig, wenn die ersten Riffs aus den Marshalls knallen und dicke Grinser auf den Gesichtern zu sehen sind, wissen wir, dass wir am richtigen Pfad wandeln.

X-ACT: „Wer ist bei euch für das Songwriting zuständig? Was ist zuerst da, die Melodie oder die Lyrics?“

Marco: Bei den Songs auf „High Tension“ hat Klaus sich überwiegend um die Lyrics gekümmert und vorgearbeitet. Da ich aber die Songs singen muss, passen wir das dann meistens noch ein wenig an. Da wird aus “I Got Limited Love”schon einmal “Unlimited Love”

Klaus: Ich fühle mich in die Instrumental-Ideen hinein, schließe die Augen und lasse mich vom Moment inspirieren. Irgendwelche Feelings oder Erinnerungen kommen dann auf und mit ein paar Assoziationen kommen dann auch die Lyrics zustande.

X-ACT: „Welche Unterschiede seht ihr bei den Songs von „High Tension“ im Vergleich zu Eurem Debütalbum?“

Marco: High Tension“ ist für mich viel erwachsener und die Songs lassen sich auch auf der Westerngitarre spielen. Mit noch besserer Vorbereitung als beim ersten Album konnten wir relaxed ins Studio gehen und das macht sich auch am Stil der Songs bemerkbar.

X-ACT: „Könnt ihr unseren Lesern einige der neuen Songs kurz vorstellen?“

Marco: Da haben wir natürlich unsere Single “Runaway” zu der wir auch ein tolles Musikvideo gemacht haben. Bei “Take Me Back” treten unsere Blues-Adern hervor und bei “Motor Lover” haben wir uns was ganz besonderes erlaubt. “Motor Lover” entstand bis auf 1-2 Riff-Brocken zur Gänze im Studio und wir haben den Song innerhalb eines halben Tages von der Idee bis auf’s Tonband gebracht.

X-ACT: „Sowohl euer neues Album als auch die Single „Runaway“ kann man als Vinyl erstehen. Wie steht ihr selbst zu den schwarzen Scheiben?“

Marco: Super Sache! Man hat einfach mehr in der Hand und manche kaufen sich die Dinger sogar rein als Dekoration. Bei “Runaway” haben wir dann nochmal eines draufgepackt, die gibts als 12” Maxi Single. Das Spannende dabei ist, dass die auf 100 Stück limitierten schwarzen Platten direkt und analog vom Magnetband auf Vinyl gebracht wurden. Was dazu führt, dass diese Version roher und naturbelassener klingt, als jene auf dem Album. Also schnell zuschlagen, viele Exemplare sind nicht mehr vorhanden! 

X-ACT: „Welchen Einfluss hatte die Pandemie auf die Entstehung eures neuen Albums?“

Marco: Grundsätzlich hatten wir Glück und können sagen, dass wir nochmal gut davon gekommen sind. Natürlich hat man weniger Ressourcen zur Verfügung, wenn man keine Shows spielt. Der Musik und unseren Gemütern hat die eher ruhige Anfangszeit schon gut getan. Mit diesem Fokus konnten wir gezielt an dem Album arbeiten.

X-ACT: „Wie geht ihr mit der Ungewissheit beim Planen von Konzerten oder Tourneen um?“

Marco: Schön langsam gehts wieder los. Heuer haben wir noch ein paar Shows in Oberösterreich geplant. Aktuelle Konzerte findet ihr unter www.redmachete.at. Insgesamt wird es glaub ich noch ein wenig dauern, bis man weiter planen kann. Dennoch sind wir zuversichtlich. Die Rock-Fans sind bereit und dezibel-gierig, da haben wir mit „High Tension“ genau die richtige Ladung in petto.

X-ACT: „Mit welcher Band würdet ihr gerne touren?“

Marco: Eine kleine Europa-Tour mit Thunder, Jesper Binzer oder The Darkness wär schon cool. Mittelgroße Locations, wo die Stimmung ordentlich brodelt lässt unsere Rock’n’Roll-Herzen höher schlagen!

X-ACT: „Danke für das Interview und viel Erfolg mit „High Tension“. Ich hoffe wir sehen uns bei einem eurer Konzerte.“

Interview by MICHAEL STECHER

Tom
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X-ACT Music Magazine - Gründer, Erfinder, Herausgeber, Medieninhaber, Chefredakteur, Design, Logo-Creator. Sonst noch: Gitarrist, Composer, Arranger, Producer, Bandleader.