SEILER & SPEER, HANS SÖLLNER & TURBOBIER gemeinsam auf Tour… oberschräges Billing!

Heilige Scheisse! Wem ist dieses Tour-Billing wohl eingefallen?? Eine schrägere Zusammenstellung gibt es ja wohl nicht mehr! Also das ist definitiv die Kreativ-Totgeburt des Jahres! Wie kann man nur diese drei Bands zusammenspannen? Bzw. jeweiles S&S plus Special Guest…  Also alles mal schön der Reihe nach: die zweifellos lustigen und zurecht Senkrechtstarter TURBOBIER spielen Sauf-Punk und Prolo-Metal mit Texten, die im krassen Gegensatz zu SEILER & SPEER stehen. Also rein von der Philosophie her und von der grundsätzlichen Ausrichtung der Texte her müssten sich diese Bands und damit auf die Fans beider Bands schwer in den Haaren liegen. Aber vielleicht fliegen ja bei den Konzerten die Fäuste? Lassen wir uns überraschen! Und dann die Musik: Turbobier spielen Seiler & Speer samt Begleitband locker in Grund und Boden, allein schon von der Lautstärke her und punkto Härtegrad sowieso. Aber sie müssen als Support Act vor Seiler & Speer antreten und somit spielt wahrscheinlich der Tontechniker das entscheidende As aus und mischt sie gnadenlos runter und das auch noch leise und ohne Bass-Druck… Und dann spielen sie sicher im Halbdunkel, – klar, die Beleuchtung muss ja für den Hauptact geschont werden. Und dann sicher wenig Spielzeit und keine Zugaben… Ein typisches Vorgruppen-Schicksal, wo es mir den Magen umdreht! Aber vielleicht kommt alles ganz anders? Nie und nimmer, denn Seiler & Speer sind die Stars und ich muss zugeben, ich gönne ihnen ihren Hit, obwohl sie wesentlich bessere Nummern haben, so mit mehr Tiefgang und Seele. Aber „Ham kummst“ ist halt der Gassenhauer schlechthin und der alleinige Grund, warum es für die Beiden derzeit so gut läuft. Und dann die Paarung mit dem Söllner Hansi… Hier wirds dann schon noch dramatischer, denn während Seiler & Speer ganz klar das One-Hit-Wonder sind, kann Hans Söllner ja schon auf eine beachtliche Karriere verweisen. Und auf eine Vielzahl an Hits! Und diese Karriere müssen S&S erst einmal nachmachen, geschweigedenn sich so lange in der Szene obenauf halten! Das wird schwierig. Schwierig wird es auch für Hans Söllner, nur mit Gitarre bewaffnet gegen die S&S-Fans anzuspielen, die ihn vermutlich aus Altersgründen gar nicht kennen werden. Obwohl er den wesentlich grösseren Kultfaktor vorweisen kann und auch punkto Hausdurchsuchungen und Verhaftungen die Nase weit vorn hat, ist sein Marktwert derzeit wohl weniger als S&S. Aber so ungerecht ist das Leben, da muss ein kultiger Liedermacher, der dieses Genre erst kultiviert hat und den Boden aufbereitet hat, auf dem Seiler & Speer heute ihren Erfolg pflanzen, dennoch als Vorgruppenkasperl antreten. Na wenn das mal kein Todeskommando ist. Früher hätte sich Söllner mit Händen und Füssen und markigen Sprüchen gegen eine derartige Verniedlichung seiner Kunst gewehrt, aber in Tagen wie diesen entscheidet ja meistens das „Buy On“, wer wie wo und warum Support Act sein darf… Ein Entwicklung, die einem das Kotzen im Hals gefrieren lässt. Und: dass der Hans da mitspielt? Das lässt rund um die Köpfe seiner Fans zigtausende Fragezeichen kreisen…

Und die Zusammenstellung? A schware Partie? Eher a Rauschpartie!

Betrachtung by TOM PROLL

14370279_1206393496071028_3009125495092472290_n

14731391_1267940679917032_35871904508840749_n

14095981_1186698238040554_6032851032738476302_n