BLACK DIAMONDS – „Perfect Sin“ (Debut-Album 2013, Back-Catalogue-Review)

Die Schweizer Edel-Melodic-Rocker Black Diamonds sind derzeit in aller Munde – äh Ohren! – denn nach ihrer erfolgreichen Europa-Tournee mit H.E.A.T. und ihrem geilen Live-Album „Live In Nottingham bereiten sich die sympathischen Rheintaler derzeit auf ihre Deutschland-Tour mit den Schweizer Kollegen von Crystal Ball vor! Am 21. September 2018 geht’s in München los! Hier die kompletten Tour Dates:

Aber wie hat alles angefangen? Wie klangen die ersten Geh-Versuche auf CD? Das wollte ich wissen und hab mir das Debüt-Album „Perfect Sin“ mal reingezogen! Und kann euch nur sagen: checkt euch das geile Teil! Man schrieb das Jahr 2013 und die Band war noch etwas anders besetzt als heute. Mich war immer schon Sänger und Gitarrist und Manu immer schon Drummer, Andi spielte damals ebenfalls Gitarre, wechselte aber später zum Bass, als ihnen der Bassist Bernie abhanden kam und Dee die zweite Gitarre übernahm. „Perfect Sin“ ist also noch in der „alten Besetzung“ eingespielt worden.

„The Court“ ist ein Instrumental-Intro, düster und sphärisch, verspielt und interessant. Danach geht „Judgement Day“ gleich in die Vollen! Ein Uptempo-Kracher allererster Güte mit fetzigen Gitarren und Whiskey-getränkten Vocals, – so muss Rock’n’Roll! Fünf Minuten Vollgas, Lemmy hätte seine Freude gehabt! Der dritte Track ist „Shot Of Love“, der ebenfalls abgeht, was der Kasten hergibt! Rifflastiger Hard Rock trifft auf Thin Lizzy-Hooklines und Refrains, die einfach hängenbleiben. „I’ll Be Back“ eröffnet mit geilen Vocals und Twin-Leadguitars! Herz was willst du mehr? Der Song selber geht ebenfalls ab, einmal mehr lässige Vocals und steady Drums, treibende Bässe und geile Gitarren! Und dann wieder diese Harmony-Vocals! Lässiges Arrangement sowieso… „Take My Life“ prescht ebenfalls ab, als gäbe es kein Morgen mehr, bremst sich dann für den Verse in die Halftime ein, ehe es im Refrain wieder auf die Überholspur geht! Durchdachter Song mit interessanten Wendungen! Zum Schluss sogar noch eine Modulation, die die Jungs fast ans Limit der singbaren Obergrenze bringt. Dann kommt „Hell Boys“ und dem Titel nach müsste es eigentlich abgehen wie irre, – und das tut es auch mit fetten Riffs und Wah Wah-Gitarren-Attacken, dazu markante Vocals und verfremdete Speeches und natürlich ein fetziges Gitarrensolo… Hier wird die Grenze zum Metal bereits satt überschritten! Der Titeltrack „Perfect Sin“ wird dann wieder melodiöser, aber immer noch im Uptempo serviert. Dann ein Refrain, der an die besten Zeiten von Sweet erinnert. Sehr gut gemachter Glam-/Sleaze-/Melodic-Rock! Und dann kommt, was kommen musste, die erste Ballade: „Hold On“ ist sauber gesungen und gespielt und erinnert an Poison, Ratt oder Warrant, also an all die grossartigen Bands, die die 80er zu den besten Jahren meines Lebens machten! Danke Jungs! Brings back lot of memories!

„Read My Lips“ bringt die Band zurück auf die rifflastige Spur, Melodien en masse und Riffs bis zum Umfallen, – das ist schon Hard Rock-Schwerstarbeit. „We Want To Party“ verrät schon im Namen, dass die Black Diamonds hier einen saftigen Party-Knaller a la Kiss abfackeln. Hier werden auch die immer wieder vorhandenen Punk-Attitüden hörbar und das macht die Musik authentisch und sympathisch. „Hands Of Destiny“ ist dann wieder ein Riff-Feuerwerk mit einem Chorus zum Niederknien und lässigen Gitarren, wie sie eben sein sollen! „Evil Seeds“ ist dafür dann wieder eine Exkursion in den 80er-Metal. Nur eben mit dem ureigenen Gespür für Melodien, das die Black Diamonds damals schon sehr gut machten und bis zum heutigen Tag fraglos perfektioniert haben! „Up All Night“ ist danach ein Song mit brachialer Härte, mächtig gesungen von Andi Barrels, der auf dem aktuellen Album „Once Upon A Time“ ja auch den Song „Thrillride“ gekonnt schmettert. Die meisten Leadvocals liefert aber damals wie heute Mich, der dem Ramones-Klassiker „Somebody Puts Something In My Drink“ auf dem nächsten Track gekonnt neues Leben einhaucht. Das ist aber auch schon die einzige Cover-Version, denn der Rest des Albums stammt aus der Feder der Black Diamonds. Mit „A Thousand Roses“ beschliessen sie ihr Debut-Album mit einer wunderschönen Ballade, getragen von Akustik-Gitarren, einer dominanten Leadstimme und herrlichen Harmony Vocals!

Nun, der Werdegang der Black Diamonds ist ja eingangs beschrieben und hier ist also ihr Debut-Album „Perfect Sin“. Klar, der Sound und die Produktion sind noch nicht so international und professionell als auf ihren weiteren Produktionen, aber hey! – sie mussten ja auch mal anfangen und mir gefällts! Noch rauer als heute, ungeschliffene schwarze Diamanten sozusagen, noch mehr Punk- und Metal-Einflüsse als heutzutags, aber ihr strukturierter und melodiöser Sound heutiger Tage schon klar erkennbar. Black Diamonds haben hier ein sauberes Debut hingelegt, mit tollen Kompositionen, mit schon sehr guten Arrangements und brauchbarem Sound. Zu schrill dort und da, etwas zu höhenlastig abgemischt, aber dafür können die Jungs ja nix. Alles in allem trotzdem ein Album, welches in keiner Sammlung fehlen darf! Zu haben ist das gute Teil noch über die Homepage der Jungs. Also: bestellen, abrocken und sich freuen!

Rating: 7 von 10 Punkten!

Back-Catalogue Review by TOM PROLL

T-Shirts, CDs, etc.: Black Diamonds Shop

Tom
Über Tom 554 Artikel
X-ACT Music Magazine - Gründer, Erfinder, Herausgeber, Medieninhaber, Chefredakteur, Design, Logo-Creator. Sonst noch: Gitarrist, Composer, Arranger, Producer, Bandleader.