ROKKO RAMIREZ – Österreichs härtester DJ der Welt!

In Österreich gibt es nur wenige Originale, die so nachhaltig ihre Spuren hinterlassen wie Rokko Ramirez. Der umtriebige Tausendsassa, der seine Karriere mit einer äusserst weggesprengten Band begann, trat vor kurzem sogar in China auf! Hier sein Portrait!

Rokko Ramirez und seinen Stil zu kategorisieren ist definitiv nicht einfach. Ein Faible für mexikanische Archäologie, der Nachname aus einem Italo-Western und der Vorname Namensgeber eines Getränks, viele Seelen wohnen in seiner Brust. Er wäre DER Kult-Mexikaner, was aber schon alleine daran scheitert, dass er kein Wort spanisch spricht. Rokko gehört seit über zwei Jahrzehnten der österreichischen Veranstalter-Kultur an wie beinahe kein Zweiter. Ähnlich wie Rob Zombie und Marilyn Manson hat es sich Rokko zur Aufgabe gemacht, aus seiner Tätigkeit als Journalist und Medienprofi ein „Kunstobjekt- bzw. Projekt“ zu machen, das seinesgleichen sucht. Ramirez wird nicht umsonst als „Österreichs härtester DJ der Welt“ bezeichnet, denn seine Mucke sind Hardrock- und Rock/Metal/Drum & Bass Party Smash Hits, die zu noch mehr Party remixed werden.

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„Einfach NUR aufzulegen, war mir immer zu wenig“, wirft Ramirez stolz ein, „ich sehe mich als Bindeglied zwischen einer Heavy Metal Band und einem Rock-DJ, aber es ist viel mehr. Der Song gepaart mit der richtigen Show, Pyrotechnik, Poledance usw.… macht die Performance so richtig aus. Erst wenn das Publikum voll abgeht, dann bin auch ich zufrieden und ich gebe dafür mein Bestes, vom Stammbeisl ums Eck bis hin zum Großfestival.“ Die Locations, die RMRZ bislang bespielt hat, sprechen da eine eindeutige Sprache. Vom Pub Refugium in Hernals bis hin zum Nova Rock und Midi Festival in China ist er immer ein gern gehörter und gesehener Gast. Dazwischen liegen der Ostklub, das kultige U4, das Picture On Festival, das Grazer Seerock Festival, das Wiener Donauinselfest und das Salzburger Frequency Festival. Alle Auftrittsorte aufzuzählen würde schlussendlich nur den Rahmen sprengen. Im Mai trat er wieder in China auf und auch europaweit wird er wieder seine Shows abfackeln, dass kein Ohr tinitusfrei und kein Auge trocken bleibt!

Aber woher kommt der Knilch, der von oben bis unten tätowiert ist, böse dreinschaut wie der Serienkiller aus dem neuesten Quentin Tarantino-Film, aber ein Herz aus Gold hat und ein Kumpel, ist, wie man sich ihn nur als Freund wünschen kann? Nun, bürgerlich hört er auf den Namen Gerold Haubner, auch als „Haubi“ bekannt und einer der wichtigsten Leute in der österreichischen Veranstalter- und Promoter-Szene, mit Stars auf „du und du“, aber niemals grössenwahnsinnig oder arrogant. Naja, vielleicht ein bisschen, – wenn er fürs PR-Foto mal wieder grimmig dreinschauen muss… Und seine Karriere begann er spektakulär als Sänger und Gitarrist bei der mittlerweile zu Grabe getragenen, aber unvergessen legendären Band mit dem wohl unvergessbarsten Namen der Welt: Jesus Christ Smokes Holy Gasoline! What the fuck???

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Jesus Christ Smokes Holy Gasoline? Sie hatten womöglich den witzigsten Bandnamen der Welt, galten zurecht als eine der besten Live-Bands der Alpenrepublik und wenn es beim „Amadeus Austrian Music Award“ die Kategorie „Die weggesprengteste, ausgezuckteste Combo“ gegeben hätte, dann hätten sie den mit haushohem Vorsprung und in Serie gewonnen. Die Rede ist von den „Los Dos Funny Loco Banditos“, viel besser bekannt gewesen und in die Geschichtsbücher der österreichischen Musikszene eingegangen als Jesus Christ Smokes Holy Gasoline!

MI0001955860Während andere Bands im Laufe ihrer Karriere auf den Hund gekommen sind, sind J.C.S.H.G. über diverse punkige Geschichten letztendes auf den Ska gekommen. Und das hat gepasst wie die oft zitierte Faust aufs Auge. Plötzlich ist der Fun mit den Jungs durchgegangen, ihre Heimat Neunkirchen wurde zur österreichischen Hauptstadt des Ska und J.C.S.H.G. zu einer der witzigsten und zugleich fetzigsten Livebands Österreichs. Da waren doch tatsächlich ein paar Typen ausgezogen, um der verkorksten Republik der verkappten Kirchengeher, unbelehrbaren Musikantenstadl-Anbeter und chronischen FPÖ-Wählern mittels schweisstreibender Rhythmen, speedpunkigen Ska-Attacken und allgemeiner Verbreitung von guter Laune in einem Land, wo eine Band normalerweise eh nix zum Lachen hat, den Spass an der Freude wieder zurückzubringen. Und sie machten das derart sympathisch, professionell und geil, dass sie sich damit gleich selbst ein künstlerisches Dekret besagter Narrenfreiheit ausstellten. Haubi & Co, alias J.C.S.H.G., starteten auf ihren mittlerweile gesuchten CDs und vor allem live auf der Bühne Frontalangriffe auf Disco, Langeweile, Schlager, Pop-Einheitsbrei, Formatradio, Musikstil-Purismus, Techno & Co. und erwiesen sich stets als kompetente Musiker, die es mühelos schafften, jedes Kaffeekränzchen innert Minuten in einen Hexenkessel zu verwandeln. Sie schafften es auch locker, sich in der formatradioverseuchten Medienlandschaft Österreichs mit Heavy Metal-Riffs als Intro zu einer Ska-Nummer, einer originellen wie genialen ver-ska-ten Coverversion des Überhits „Down Under“ und ihrer besten eigenen Nummer „Los Dos Rancheros“ die Höchstpunktezahl zu erspielen und allen musikkonservatorischen Widrigkeiten zu trotzen. Sie lieferten eindrucksvoll den Beweis, dass man ruhig Musik spielen können kann und trotzdem auch dabei Spass haben kann.

haub-1403-150x150Und der Wahnsinn lebt weiter und hört jetzt auf den Namen Rokko Ramirez! Die Gitarre hat er zwar an den Nagel gehängt und gegen Turntables getauscht, aber die coolen Sprüche hat er immer noch drauf und seine Mission ist immer noch die gleiche. Und der Erfolg gibt ihm recht. Vor kurzem trat er wiedermal (!) in China (!) auf und zauberte den staunenden Asiaten Schweissperlen unter die Achselhöhlen und hat ihre imaginären Fragezeichen über den Köpfen zerplatzen lassen wie Seifenblasen. Und wenn er mal irgendwo in eurer Nähe auftritt, dann solltet ihr das auf gar keinen Fall versäumen. Über mögliche unerwünschte Wirkungen und Nebenwirkungen ist zwar nix bekannt, aber ihr könnt ja mal euren Arzt, Apotheker oder Rokko fragen…

Portrait by Tom Proll

Rokko Ramirez im www: Hompage, facebook, twitter, instagram, J.C.S.H.G.