SOLO ZU VIERT – „Guate Zeit“ (CD-Review)

Vor ca. zehn Jahren taten sich Uwe Hölzl, Chris Watzik, Benji Hassler und Horst Klimstein zusammen. Vier Solisten an einem Abend würden mehr Zuschauer anlocken, dachten sie. Im Anschluss an die einzelnen Auftritte war dann noch gemeinsames Musizieren geplant. Der Abschluss der Konzertabende wurde zum Highlight für die Fans. So beschlossen die vier unter dem Bandnamen „Solo zu viert“ (Sony Music) gemeinsame Sache zu machen. „Guate Zeit“ ist bereits die vierte CD als Band. Nach dem erfolgreichen Album „Für immer“ und dem Hit „Der schönste Sommer“ waren die Erwartungen natürlich sehr hoch gesteckt. Wie auch bei den Vorgängeralben haben sich alle vier beim Songwriting eingebracht. Herausgekommen ist ein abwechslungsreiches Album in bester Austropop Manier mit tollen Texten im Dialekt.

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„Erwachsen werden“ überzeugt durch eine eingängige Melodie, einem Refrain, der sofort hängen bleibt und dem typischen Chorgesang. Sommer verbreitet der nächste Song. Reggeafeeling, Bläsersätze und Gute-Laune-Musik umrahmen „Nur mit Dir“ musikalisch. In „Nachbarn“ setzen sich Solo zu Viert auf heiter-kritische Weise mit dem Phänomen des Aufeinander-Schauens auseinander. Wem da textlich „Ein ehrenwertes Haus“ von Udo Jürgens in den Sinn kommt, liegt nicht ganz falsch. Aus der Feder von Benji Hassler stammt das Lied „Jazz“. In dieser schrägen Nummer vergleicht er seine Angebetete mit Musik – „wenn Frauen Musik wären, wärst du Jazz.“ Obwohl ich es eigentlich vermeiden wollte, „Solo zu Viert“ mit ihren bekannten Landsleuten zu vergleichen: das Lied „Guate alte Zeit“ erinnert mich schon sehr an STS, dies allerdings im positiven Sinn, ein tolles Lied mit einem nachdenklichen Text.

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Mit „Guate Fee“ und „A paar Sekunden“ haben die vier zwei romantische Liebeslieder eingespielt. „Des kannst mir glauben“ brilliert ebenfalls mit einem Text, der unter die Haut geht und einem Refrain, der einen sofort mitsingen lässt. Mit „Dass i dir sag“ und „Herz an Herz“ haben sie zwei weitere ruhige Lieder am Start, in dem sie die zwischenmenschliche Beziehung zum Thema machen, „Herz an Herz“ in Gedenken an einen lieben Menschen, der nicht mehr da ist. Mit „Marie“ geben die vier wieder Gas und Benji Hassler erklärt seiner Marie, dass er überhaupt nicht auf sie steht, obwohl allerdings das Gegenteil der Fall ist. Den Abschluss von „Guate Zeit“ bildet „Leben in da Großstadt“, eine nachdenklich, kritische Auseinandersetzung mit den negativen Auswüchsen unserer Konsumgesellschaft. Zur Zeit befinden sich Solo zu Viert auf Österreich-Tournee, um die neuen Lieder live vorzustellen. Wer die Möglichkeit hat, eines dieser Konzerte zu besuchen, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Rating: 8 von 10 Punkten.

CD-Review by MICHAEL STECHER

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