RICHIE SAMBORA & ORIANTHI – Das exklusive Interview zum Stand der Dinge: neues Album & Tour!

Es gibt ein Leben nach Bon Jovi! Richie Sambora und Orianthi Panagaris sind mit Sicherheit das schillerndste Paar der Rock-Szene! Der Ex-Bon Jovi-Gitarrist Sambora und Ausnahmegitarristin Orianthi (Alice Cooper, Michael Jackson…) sind sowohl im Leben als auch in der Musik Partner, wo sie unter „RSO“ demnächst auf Tour gehen. X-ACT Music Magazine sprach mit den beiden über ihr privates Zusammenleben, ihre Pläne als musikalisches Traum-Paar und das bevorstehende Album, über Bon Jovi, Prince und dies und das…

X-ACT Music Magazine: Wie gefällt euch der neue Bon Jovi-Song?

Richie: Ich mag den Song sehr, es ist wieder ein richtiger Rock-Song geworden!

Orianthi: Ja, stimmt, Jon hat diesen Pop-Touch wieder in den Hintergrund gerückt!

X-ACT: Wie habt ihr beide euch eigentlich kennen gelernt?

Orianthi: Er hatte Bon Jovi ungefähr ein Jahr zuvor verlassen, bevor ich ihn traf. Er kam nach Hawaii für eine Alice Cooper-Charity-Show. Wir hatten Spass bei den Proben und Richie kam zu mir und fing an zu plaudern. Wir haben in dieser Nacht „Foxy Lady“ und „Lean On Me“ mit Alice gespielt. Später rief mich Richie an und sagte, dass wir uns treffen und gemeinsam Songs schreiben sollten. Wir verspürten auf jeden Fall sofort eine Verbindung, eine eigene Chemie, so als ob wir uns schon ewig kannten. Und aus heutiger Sicht: ich liebe ihn, er ist ein großartiger Mensch und ein erstaunlicher Musiker.

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Richie: Orianthi ist erstaunlich! Und ich bin der Glückspilz! Und es ist natürlich schon so, dass sie eine grossartige Gitarristin ist und dass die ganze Welt das auch weiss. Und wenn wir auf den Bühnen gemeinsam spielen, dann schauen die Leute eben sehr genau, wer was spielt und das ist für mich ja auch eine Herausforderung, denn ich muss wieder sehr viel üben, um auf das selbe Niveau zu kommen!

X-ACT: Wie wirkt sich das auf euer Leben aus, wenn ihr beruflich und privat immer zusammen seid?

Richie: Wir mussten uns zusammenraufen, wie man sagt. Wir mussten beide damit umgehen lernen. Und es ist eine tagtägliche Herausforderung, ein Lernprozess.

Orianthi: Die meisten Menschen, die zusammen leben, arbeiten jedoch nicht zusammen. Wir versuchen gerade, das Gleichgewicht zu finden. Und wir machen ja auch nicht alles zusammen, es hat ja jeder auch noch sein eigenes Ding am laufen. Ich habe eine Menge Shows mit meiner Band, und er macht Sachen mit seiner Band. Es ist wichtig, das zu tun und auch andere Dinge zu machen. Aber wir haben verbringen auch eine Menge Zeit zusammen, privat und gemeinsam auf der Bühne. Die Balance ist das wichtigste bei allem, was man im Leben macht. Wir sind aber auch die besten Freunde! Ich bin dankbar, dass ich die Welt bereisen darf und Shows mit meinem Lover und besten Freund spielen darf! Die Liebe ist einfach etwas Geniales und wir haben zu alledem auch noch viel Spaß!

X-ACT: Derzeit arbeitet ihr an eurem neuen Album „RSO“, könnt ihr dazu etwas verraten?

Richie: Also wir nehmen das Album in unserer Küche auf… ha ha ha… Aber es ist eine ziemlich große Küche! Und es ist einzigartig, in dieser wahnsinnigen Küche auch Musik aufzunehmen. Wir sind dadurch ja auch nicht angewiesen, das Haus zu verlasen. Früher musste ich mich ins Auto setzen und stundenlang zu einem Tonstudio fahren, dann spielen und wieder nach Hause fahren. Heute wird es manchmal bei den Aufnahmen sehr spät und wenn ich die Gitarre ins Eck stelle, bin ich ja schon zuhause! Ist schon irgendwie geil!

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Orianthi: Arbeiten in der Küche passt ja auch zu mir. Wenn ich eine Pause brauche, beginne ich zu kochen und verpflege alle, die grad da sind. Richie’s Tochter lebt ja auch bei uns und die geniesst diesen ganzen Zirkus…

X-ACT: Eure Kombination aus zwei Weltklasse-Gitarristen ist ja auch nicht alltäglich…

Richie: Es gibt nicht viele vergleichbare Duos in der Welt, die so wie wir aus einer männlichen und einer weiblichen Person bestehen, die beiden Gitarre spielen, singen und komponieren und auch noch privat ein Paar sind. Und wir haben ja beide einen beachtlichen Background und jetzt verschmelzen eben unsere Talente und das ergibt zusammen einen ganz neuen Sound! Lasst euch überraschen!

Orianthi: Wir haben eine Cover-Version von Sonny & Cher’s Hitsingle „I Got You Babe“ gemacht, eine Heavy-Version sozusagen. Das Album hat eine Menge Duette, dann wieder Songs, die Richie singt, und welche, die ich singe. Es klingt teilweise ein wenig nach Fleetwood Mac und manches ein bisschen nach Country. Meine Mutter war bei mir zuhause der Country-Fan und mein Vater beeinflusste mich mit Blues. Natürlich hörten wir zuhause auch sehr viel griechische Musik und die ist wieder ganz anders. Und dieses Album ist mehr oder weniger der Schmelztiegel unserer Einflüsse, das Album hat Songs für’s Pop-Radio drauf, aber auch Rock-Fans werden nicht zu kurz kommen. Es ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden.

X-ACT: Wann wird das Album auf den Markt kommen?

Orianthi: Wir hoffen, dass wir vor den australischen Shows ein paar Sachen ins Internet stellen können. Wir haben an diesem Album ca. zwei Jahren gearbeitet und haben uns alle Zeit dieser Welt genommen, damit es wirklich ein grossartiges Album wird und es ist ein geiles Album geworden!

Richie: Wir haben 22 Songs aufgenommen. Vielleicht veröffentlichen wir alles oder vorerst nur eine CD, es könnte aber auch ein Doppel-Album werden. Mal schau’n… Wir hatten aber auf alle Fälle eine großartige Zeit, während wir diese Platte machten. Bob Rock hat es produziert und dementsprechend geil klingt es auch.

X-ACT: Man hört, dass Orianthi zuletzt auch noch mit Prince gearbeitet hat, wie kam das zustande?

Orianthi: Ich habe Prince im Jahr 2007 kennen gelernt. Er rief mich an und wurde später ein richtig guter Freund. Er war eine sehr mysteriöse Person. Ich hatte die Ehre, mit ihm ein paar Mal herumzuhängen und zu jammen. Er war irgendwie wie Michael Jackson, ein Innovator und ein unglaublicher Entertainer. Aber er war auch ein aussergewöhnlicher Künstler und er war sehr motivierend. Er war auch ein sehr sympathischer, sehr freundlicher Mitmensch und ist ein großer Verlust, – nicht nur für die Musikszene!

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X-ACT: Aber du schwärmst auch immer wieder in diversen Interviews von Richie…

Orianthi: Ich habe eine Menge Respekt und Richie ist ja auch ein unglaublicher Songwriter, Sänger und Gitarrist. Er inspiriert mich und wir lernen beide stets von einander. Darüberhinaus ist er ein großartiger Klavierspieler, was eine Menge Leute gar nicht wissen.

X-ACT: Orianthi, du hast sicher ganze Generationen von Mädchen beieinflusst, Gitarre zu spielen, – wie fühlt sich das an?

Orianthi: Ich erhalte eine Menge Nachrichten von Mädchen auf Twitter und Facebook. Ich versuche auch, so gut es geht darauf zu antworten. Es ist wirklich cool, dass man heutzutage so viele Frauen sieht, die Gitarre, Schlagzeug und Bass spielen. Als ich damals in die USA kam, war es doch so, dass nicht viele Mädchen Gitarre spielten. Aber das hat sich grundlegend geändert, jetzt spielen halt Frauen und Männer Gitarre und niemand kümmert sich wirklich darum, welches Geschlecht ein Instrument bedient, Hauptsache ist doch, dass sie spielen können!

X-ACT: Was ist der Unterschied zur Stadion-Band Bon Jovi und zum neuen Projekt RSO?

Richie: Mit Orianthi geht es in erster Linie darum, Musik zu machen und die Menschen glücklich zu machen. Das ist es, was ich schon immer machen wollte. Ich verbrachte etwa 30 Jahre mit Bon Jovi und auch dort habe ich genau das gemacht. Wir kamen aber an einen Punkt, wo es gemeinsam nicht mehr weiter ging. Ich wollte in eine andere Richtung gehen, als Jon und dann tauchte Orianthi wie ein Engel aus dem Nichts auf!

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X-ACT: Werdet ihr auch Bon Jovi-Songs spielen?

Richie: Natürlich! Ich habe die meisten Songs ja mitgeschrieben! Sie sind auch meine Songs. Wir werden sicher „Livin‘ On A Prayer“ oder „Wanted Dead Or Alive“ spielen, vielleicht auch noch den einen oder anderen Song, es wird sich ja bald zeigen…

X-ACT: Der Split mit Bon Jovi war auch mit einer Menge Drama verbunden. Wie ist das Verhältnis zwischen dir und Jon heute?

Richie: Wir sprachen vor gar nicht allzu langer Zeit wieder miteinander. Alles ist cool und entspannt, – keine Feinseligkeiten mehr. Aber Bon Jovi sind auf einem ganz anderen Weg als ich und Orianthi. Außerdem habe ich die Band ja damals auch deswegen verlassen, weil ich Leadvocals singen wollte und das wäre bei Bon Jovi nie gegangen!

X-ACT: Aber Bon Jovi-Fans würden es sehr gerne sehen, wenn es zu einer Wiedervereinigung kommen würde…

Richie: Sag niemals nie, man weiss nie was kommt. Es hätte auch niemand für möglich gehalten, dass Axl Rose und Slash wieder gemeinsame Sache machen und siehe da, sie spielen wieder zusammen! Ich war über 30 Jahre in der Band, was eine lange Zeit ist! Nicht viele Bands hatten diese Art von Langlebigkeit. Wir waren auch keine Band, die lange Pausen nahm. Die Rolling Stones oder U2 sind manchmal drei Jahre und mehr weg, so dass sie auch noch ein Leben abseits der Karriere haben können. Wir arbeiteten aber diese 30 Jahre durchgehend…

Also man darf sehr gespannt sein, am 23. September 2016 startet die RSO-Australien-Tour, bis dahin sollen ja ein paar neue Songs den Weg ins Internet finden und das neue Album soll noch vor Weihnachten in die Läden kommen, ob als Einfach- oder Doppel-Album steht noch in den Sternen. Auf alle Fälle ist Richie Sambora mit seiner Orianthi wieder voll auf Kurs und im Sommer 2017 wollen sie alle relevanten Open Airs und Festivals in Europa und den USA bespielen. Da kommt Freude auf!

Interview by TOM PROLL

Weblinks: Official Sambora Homepage, Sambora facebook, RSO facebook, YouTube, Twitter, Instagram, Google+

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