MISS RABBIT – „Tales From The Burrow“ (CD-Review)

Immer wenn man glaubt, man kann nicht mehr überrascht werden und man hat schon mal alles gehört, dann flattert ein Album in die Redaktion, wo ein „pfoah geil!“ durchs gesamte Team geht! So geschehen mit dem aktuellen Album der Schweizer Band MISS RABBIT! Und diese Band aus Buchs im Kanton Sankt Gallen besteht aus Angela Willi (Vocals), Melanie Curiger (Guitar), Fabienne Curiger (Bass), Roger Köppel (Guitar) und Thomas Frei (Drums). Und vorliegendes Album mit dem Titel „Tales From The Burrow“ ist bereits das zweite Album der Band. Ihre Eigendefinition lautet schlicht „Rock“ und das kommt hin, wobei bei genauerer Betrachtung die Band wesentlich vielseitiger ist, als man anfangs glauben möchte.

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Das Album beginnt mit einem geilen Riff und dem Song „News“, man meint beim Intro, Status Quo hätten einen neuen Song veröffentlicht! Dann aber female vocals und schon ist die Eigenständigkeit da! Und Miss Rabbit haben hier einen geilen Song fabriziert, der gleich mal ordentlich einen Mittelscheitel zieht und nebst amtlichen Vocals auch mit herrlichen Gitarren aufwartet. So muss Rock! Mit „Disaffection“ schieben sie einen fetten Riff-Rocker nach und haben mit diesem Titel einen Song geschrieben, den AC/DC auch gerne geschrieben hätten. Haben sie aber nicht. Lässiger Mittelteil, by the way, und dann ein bluesiges Solo, das in weitere Folge fast explodiert! Cool und laid back beginnt dann „Welcome“. Ein eher am Alternative Rock orientierter Track, der aber auch gut gemacht ist und mit zackigen Riffs und lässigen Hooks begeistern kann. „My World“ ist ein abwechslungsreicher Song mit Midtempo-Verse und etwas heftigerem Chorus, fast schon eine Stadion-Hymne! „Mother’s Boy“ ist wiederum ein grooviger Titel a la 70ies Rock mit zarten Reggae-Einflüssen. Und damit wir uns richtig verstehen, alles genial im bandeigenen Sound, – und das ganze Album ist an Vielseitigkeit fast nicht mehr zu überbieten! Das herrliche Gitarrensolo im Retro-Sound kommt derart ehrlich und geil, dass es eine wahre Freude ist. „Independent“ ist dann rotzfrecher Indie-Rock a la Juliette Lewis, aber etwas punkiger und aufgefettet mit Hard Rock-Anleihen. Und dann noch ein Gitarrensolo über ein herzhaftes Riff und nochmal der Chorus. Rocker-Herz, was willst du mehr? Anfangs bluesig geht’s weiter mit „Moonlight“, welches sich dann ebenfalls zu einem Riff-Monster aufbläht. Hier passt auch alles, ein interessanter Song, der sicher zu den Live-Favorites der Fans zählt. Und wie wird’s wohl weitergehen? Mit einem fetten Southern Rock-Riff, welches auch Lynyrd Skynyrd zur Ehre gereichen würde! „What An Illusion“ ist ein lässig arrangierter Song, geil gesungen und rhythmisch immer straight vorwärts. Ich liebe dieses Whiskey-getränkte Southern Rock-Feeling und dann noch ein geiles Solo, – Stevie Ray Vaughn (†) hätte seine Freude daran gehabt! Hab ich auch!

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„On Your Own“ ist dann wieder ganz anders, balladesk, bluesig, schleppender Rock, der stampft und dampft. Bei „Untamed“ wird die Band von einem Sänger namens Domo unterstützt. Dieses Hard Rock-Duett kommt gut rüber und der Song reiht sich nahtlos in die Liste der tollen Songs dieses wirklich abwechslungsreichen Albums ein. Ein fetziger Boogie steht dann am Programm: „Inspiration“ pendelt zwischen Power-Boogie und Uptempo Hard Rock. Herrlich! Irgendwie total Old School Rock, aber dennoch erfrischend neu und unverbraucht. Die Solo-Arbeit ist auch lässig, der Whammy-Octave-Effekt kommt gut und die Band spielt mega tight. Der Chorus fährt ab wie ein Vollgas-ICE ungebremst in den Zürcher Bahnhof! Und zum Schluss ein Blues Ending! Cool! Ja und was kommt dann? Oha! Nachdem bislang alle Songs englisch gesungen wurden, steht nun deutsch auf dem Programm, genau genommen Schwyzerdütsch und mit männlichen Leadvocals: „Dini Muater“ ist eher so ein Fun-Song, der auch wirklich Spass macht und auch rockig instrumentiert ist. Möglicherweise handelt es sich hier um einen Bonustrack? Aber egal, ein gelungener Song ist ein gelungener Song! Es geht weiter mit deutsch, nur diesmal Hochdeutsch und nicht gesungen, sondern gerapt. „Scheisstag“ ist ebenso eher der Fun-Ecke zuzordnen, aber er macht Spass und man merkt auch, dass die Band Spass hatte, diesen Song aufzunehmen. Der Text ist witzig und irgendwie passt das alles dennoch zusammen, verschiedene Stile, verschiedene Sprachen, Miss Rabbit haben ihren eigenen Stil gefunden und der kann was! Lupenreine Vocals, arschgeile Gitarren und eine versierte Groove-Fraktion! Sie schreiben lässige Songs und haben vor allem Spass und der überträgt sich auf den Zuhörer!

Rating: 8 von 10 Punkten!

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Also mit dem hätte ich nicht gerechnet, dachte das wäre vielleicht so eine Alternative Metal-Mucke mit Drop-C Gitarrengegrunze und Gröhlgesang, aber dass dann meine verwöhnten Ohren eine derart frischfröhliche Retro-Mucke mit allerlei stilistischen Facetten zu hören bekommen, damit hätte ich echt nicht gerechnet! Da ist ein Treffen mit der Band schon vorprogrammiert und ein Interview auch! Diese geile Band muss man den Musikinteressierten da draussen einfach näher vorstellen! Und gebt euch diese Band live und vor allem: kauft euch diese CD! Rock’n’Roll at it’s best!

CD-Review by TOM PROLL

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