KRAUTHOBEL – „Zalbander“ (CD Review)

Krauthobel „Zalbander“ – (Krauthobel Records): Ihr achtes Studioalbum haben Krauthobel bereits anlässlich ihres großen Open Airs in Schruns heuer im August veröffentlicht und den  Fans live vorgestellt. Wir waren auch damals vor Ort und haben Euch bereits über diesen tollen Event berichtet. Jetzt wollen wir euch die Lieder des neuen Albums näher vorstellen und ans Herz legen.

„Zalbander“ ist ein Mundartbegriff aus dem Montafon und steht für zu zweit, zusammen oder miteinander. Einerseits ein passender Begriff für die Vorarlberger Band, spielen sie doch bereits seit dem Debütalbum „Die beschta of dr Wält“ in derselben Besetzung. Seit einiger Zeit verstärkt allerdings der jüngere Bruder von Sänger Jürgen, Johannes Ganahl die Buschlaband an der Gitarre und beim Chorgesang. Andererseits steht der Begriff auch für die Lieder auf dem neuen Album, die sich immer wieder mit dem Thema Beziehung, Einsamkeit und Zweisamkeit auseinandersetzen.

cover

Eröffnet wird die neue CD vom Lied „Momente“. Ein sparsam instrumentiertes Lied mit nachdenklichem Text verbreitet ein leicht melancholisches Gefühl, vermittelt aber ein positive Botschaft, auch kurze Augenblicke oder Momente zu genießen, zu spüren und zu schätzen. Aus dieser Stimmung wird man mit dem nächsten Lied sehr jäh gerissen. Die Ziehharmonika leitet einen recht eigenwilligen Song ein. „Hedi & Hödi“ bereiten sich mit einem Sprachkurs auf ihren Urlaub in Frankreich vor. Wie schon im Livebericht angemerkt, eine Vorarlberger Spezialität wie Käsknöpfli mit französischen Sprachfetzen zu kombinieren hat schon was eigenes. Und der Rhythmus geht einem nicht mehr aus dem Kopf.

Ruhige Gitarrenklänge stimmen auf das nächste Lied ein: „Allig wieder schö“, ein weiteres nachdenkliches Lied mit einem tollen Refrain, welches sich mit der Vergänglichkeit unseres Daseins beschäftigt. Einer meiner Favoriten auf dem neuen Album. Ein super Song ist auch „Anno 54“, welcher uns in ein Montafoner Dorf und in die Mitte des vorigen Jahrhunderts führt. Wenn man die Augen schließt und die Musik und den Text hört, sieht man die besungen Szenen direkt vor sich.

Der Titel des nächsten Liedes sagt uns schon wohin es geht – „Wältabummlr“ führt uns um den Globus. „Über Safari in Kenia, an stop in Somalia, taucha tüf i Sansibar, of am Floss nach Australia“, begleiten wir Krauthobel, auch die Musik passt sich dem globalen Thema an. „Brunälla“ kennen vielleicht viele schon von den „AnPlakt“-Konzerten im im letzten Winter. Hierbei handelt es sich um ein Vorarlberger Volkslied von Bruno Wiederin. „Öbr da Wolka“ ist so etwas wie das Titellied und das Motto des aktuellen Albums. „Ehmol am Alltag entflüha, luagan öbrs Wasser, öbr d’Steh, am Lagerfür hocka und fiera und d’s Motto Zalbander, als geebs ke Mara meh.“ Ein eingängiger Vers und ein toller Refrain zeichnen dieses Lied aus.

14124275_1773908846160764_7330975359106248239_o

Leider ist es mir trotz Internet nicht gelungen, eine Übersetzung für den Titel des nächsten Liedes zu finden. In „Blödi Lalla“ beschreiben Krauthobel das Ende einer Beziehung aus der Sicht des Verlassenen. Eine trauriges Lied, mit dem sich sicherlich viele identifizieren können. „D’Hosa ah“ ist eine typische Partynummer von Krauthobel. Rockig mit eingängigem Refrain. Den Abschluss des recht ruhigen Albums bildet das Lied „Liabisbriaf“, das sich ebenso mit dem Ende einer Beziehung auseinandersetzt. Musikalisch ist dieses Lied ein Hammer und ein toller Abschluss für „Zalbander“.

Mit „Zalbander“ ist der Band um Jürgen Ganahl und Christoph Bitschnau wieder ein tolles, abwechslungsreiches Album gelungen. Einziger Wermutstropfen beim Anhören von „Zalbander“ ist –  leider ist schon nach zehn Liedern Schluß.

Rating: 9 von 10 Punkten!

CD Review by MICHAEL STECHER

Fotos by JÜX HUMMER

Weblinks: Ofizielle Homepage, facebook