BLACK DIAMONDS – „Once Upon A Time“ (CD-Review)

Die Schweiz ist scheinbar ein extraguter Nährboden für endgeile Rockmusik: Krokus, Gotthard, China, Shakra, Crystall Ball und und und… und jetzt Black Diamonds! Nach ihren vielbeachteten Release „First Strike“ (2008) und „Perfect Sin“ (2013) haben sie nun mit „Once Upon A Time“ ein weiteres heisses Eisen am Glühen! Die Band aus dem Raum St. Gallen in der Schweiz besteht aus Mich (Leadvocals, Rhythm & Lead Guitars, Acoustic Guitars & Backing Vocals), Andi (Bass, Backing Vocals, Leadvocals on „Thrillride“), Manu (Drums, Percussions, Backing Vocals) und Dee (Lead & Rhythm Guitars, Backing Vocals). Und was kann ihr neues Album „Once Upon A Time“? Also, es geht schon mal gut los mit dem Opener „Tales Untold“, einem Intro hauptsächlich mit diversen Keyboard-Sounds, theatralisch und mächtig und nahtlos übergehend in „The Ghost And The Shadow“, einem Hardrock-Song im Midtempo mit lässigem Chorus und super eingängigen Melodien! Das fängt ja schon mal gut an! Black Diamonds glänzen nicht nur durch satten, saftigen Sound, sondern auch durch eine tighte Rhythm Section und solide Gitarrenarbeit. Die Leadvocals sind auch nicht von schlechten Eltern und die Chöre insgesamt sowieso ein Hammer! Nach diesem Opening-Kracher gehts weiter mit „Love Stick Love“, wo gleich mal ein freches Riff zeigt, wo der Hammer hängt! Es geht im fünften Gang auf der Überholspur weiter und einmal mehr gewaltige Chöre. In mir werden Erinnerungen an die seeligen Zeiten des Westcoast-Rock wach, wo Bands wie Night Ranger, Michael Wynn Band oder Tangier das Mass aller Dinge waren! Auf alle Fälle haben die Jungs von Black Diamonds ihre Lektionen sauber gelernt und warten mit Modulationen, nicht alltäglichen Harmonien und sattelfesten Arrangements auf! Der nächste Track, „Romeo & Juliet“, ist dann ein rifflastiger Upbeat-Rocker mit einem fetten Refrain und abermals ordentlich arrangiert und obendrauf ein lässiges Gitarren-Solo! „Pieces Of A Broken Dream“ ist dann die erste Nummer mit balladeskem Anfang, ehe die Gitarrenriffs angreifen wie hungrige Haie! Ein cooler Song mit einem Refrain zum Niederknien und einem geilen Solo! Langsam wird mir diese Band unheimlich, schmettern die doch einen Klasse-Song nach dem anderen aus den Boxen! Wäre dieser Song von den Scorpions, wäre er schon ein Welthit, aber egal, diese Band wird so oder so ihren Weg machen! „Love, Lies, Loneliness“ ist dann eine dieser typischen Rockballaden, die einst Poison, Warrant oder Bon Jovi gross und bekannt machten. Ein Song zum Dahinschmelzen mit allen Zutaten wie Romantik, Kitsch, jede Menge Klischees und softe Sounds, mehrstimmige harmony Vocals und ein leidendes Gitarrensolo… Herz, was willst du mehr?! Hab schon lange mehr keine so ehrlich herrlich berührende Rockballade mehr gehört. Und gegen Ende ziehen sie auch noch ein wenig das Tempo an und ein weiteres Solo, dazu Chöre! So muss Rockballade!

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„Thrillride“ singt der Basser und auch er weiss, was er tun muss, um Gehör zu finden. Seine Vox sind brachialer, aber genau das braucht dieser Song, der übrigens abgeht wie die Sau! Ein fetter Rock-Song mit geilen Gitarren! „Vampires Of The Night“ fängt mit Geräuschen und Orgeln an, ehe die Gitarren das Kopfkino gnadenlos torpedieren! Es folgt ein kompromissloser Rocker mit einmal mehr Klasse-Chören. In der Instrumentalsection höre ich sogar zaghaft Twin-Lead-Guitars heraus! Ach wie herrlich! Mehr davon! „Not Going Home“ ist dann einer jener Songs, die auch Stan Bush & Barrage früher rauspreschten, dass alles zu spät war! Ganz klar, die Black Diamonds sind musikalisch schwer in den 80ern und 90ern verwurzelt, mit einer starken Tendenz zu Glam-Rock und dem typischen California Sound, – und das meine ich als Kompliment! Fette Riffs auch bei diesem Song und abermals ein Chorus, der auch von Steel Panther sein könnte! „Hard To Let Go“ greift gleich mit einem Mörder-Riff an, ehe sich der Song zu einem fetzigen Uptempo-Kracher entpuppt. Natürlich auch ein geiles Stück Rockmusik, eh klar, oder? „Years“ ist dann abermals ein Angriff mittels Uptempo und smashigen Chören, ehe sich „This Is A Love Story“ zur Stadion-Hymne entwickelt. Gut durchdachtes Arrangement und astreine Interpretation. Langsam wird mir diese Band jetzt aber echt unheimlich! Und ich höre bei Gott jede Menge Musik, das meiste davon genau in diese Richtung und das schon über 4o Jahre lang! Black Diamonds sind keine Tribute-Band oder irgendwie im Hairspray-Metal hängengeblieben, sondern sie zelebrieren diese Musik ehrlich und echt und dafür gibt’s zusätzlich Pluspunkte! Und dann folgen noch zwei Bonus Tracks: zum einen „Rock’n’Roll Music“ in eine hardrockigen Version, die echt Spass macht und massiv angreift! Chuck Berry hätte seine Freude gehabt! Zum Abschluss gibt’s dann noch die Piano-Version von „Vampires Of The Night“. Auch nicht zu verachten! Mit „Once Upon A Time“ haben die jungen Schweizer ein Album auf internationalem Niveau hergezaubert. Jetzt fehlen nur mehr die ganz grossen Auftritte, ins Vorporgramm von Guns’n’Roses oder Aerosmith hätten sie gepasst wie die Faust auf’s Auge! Aber diese Band wird ihren Weg machen und dieses Album wird ihnen dabei entscheidend helfen! Also aufgepasst ihr Rock-Fans da draussen, kauft euch dieses echt gute Teil und wenn die mal wo live spielen: hingehen, anhören, abrocken! Keep on rockin‘ in a free world!

Rating: 9,5 von 10 Punkten!

CD-Review by TOM PROLL

Foto by Jüx Hummer, more Black Diamond Pics by Jüx Hummer HERE!

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