ROCK, METAL, RELIGIONEN, PARIS… eine Bestandsaufnahme…

Das Drama von Paris ist in allen Medien präsent, überall Sondersendungen, auf facebook werden selbst von Leuten, die nicht mal wissen, wo Frankreich ist, Profilbilder tricolor eingefärbt und die Besserwisser haben wiedermal Hochsaison. Ich möchte hiermit im Namen der gesamten X-ACT-Redaktion unser tiefstes Mitgefühl mit den Opfern und deren Angehörigen zum Ausdruck bringen. Zu den Anschlägen und den Hintergründen möchte ich an dieser Stelle nichts schreiben, zumal ja sowieso in allen Medien alle möglichen und unmöglichen Leute ihren Senf dazu geben, ungeachtet dessen, ob sie nun der freien Presse oder der „Lügenpresse“ angehören. Ich möchte an dieser Stelle vielmehr ein paar Gedanken zum Thema Musik – im speziellen Rock und Metal – und Religionen anbringen.

Dass in Paris diesmal eine Live Location Ziel des islamischen Terrors wurde, ist kein Zufall. Unsere heile Welt des Rock’n’Roll wurde in ihren Grundfesten erschüttert, ein Merchandiser starb im Kugelhagel, eine Band – gerade in der Mitte ihres Live Sets – muss on stage feststellen, dass gerade ein feiger und endbrutaler Überfall stattfindet, Schüsse, Schreie, die Band rettet ihr Leben und flüchtet von der Bühne, der österreichische Support Act konnte sich ebenso geschockt in Sicherheit bringen und der Nightliner samt Crew wurde ebenfalls von einem österreichischen Unternehmen gestellt und auch hier alles im grünen Bereich… Dafür mussten in etwa 100 Konzertbesucher ihr Leben lassen. Eine unendlich traurige Sache allemal…

BATACLAN UND DIE EAGLES OF DEATH METAL

Das renommierte Venue Bataclan wurde am 3. Februar 1865 in Paris eröffnet. Am 13. November 2015 wurden während einer Anschlagsserie in Paris etwa 100 Gäste eines Konzerts der Band Eagles Of Death Metal im Bataclan als Geiseln genommen. Laut Medienberichten meldeten einige der Geiseln Hinrichtungen und baten die Polizei um Erstürmung des Theaters. Bei der Geiselnahme und der gegen 01:00 Uhr durchgeführten Erstürmung des Theaters durch die französische Polizei (RAID) wurden über 80 der Geiseln und vier Attentäter getötet. Die Zeitung „Taz“ führt die Wahl des Tatorts auf die Beziehung zu Israel zurück: Bis August 2015 war das Bataclan in jüdischem Eigentum und warb regelmäßig für pro-israelische Veranstaltungen. Wie „Le Monde“ herausfand, wurde schon 2011 von antizionistischen Gruppen ein Anschlag geplant, aber nicht durchgeführt. Auch die Eagles of Death Metal äußerten sich angeblich mehrfach pro-israelisch. Nun, das kann stimmen oder auch nicht, Tatsache ist, dass fast alle Religionen dieser Welt in der Rock- und Metal-Musik ein ganz klares Feindbild sehen und Schlagwörter wie „Musik des Teufels“ oder „Satansmusik“ sind ja „kirchen“-gemacht…

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Nun stehen also die Eagles Of Death Metal auf der Bühne, haben laut Medienberichten gerade mal 45 Minuten, also die Hälfte ihres Sets, gespielt, als der ganze Horror begann. Man kann sich gar nicht vorstellen, was da in den Köpfen der Bandmitglieder und Crew abgegangen sein muss, als die irren islamischen selbsternannten „Gotteskrieger“ losballerten! Bei ihrem Auftritt im Bataclan waren die Musiker bei ihrem sechsten Song angekommen, als die ersten Schüsse fielen, wie Michael Dorio, der Bruder des Schlagzeugers Julian Dorio, sagte. Die Schüsse aus den Schnellfeuergewehren seien „so laut gewesen, dass sie die Band übertönten“. Die Attentäter hätten „auf alles und jeden geschossen“. Die Band teilte am nächste Tag des Massakers mit, dass sie ihre Europa-Tournee abbrechen werde, zumal ein Mitglied ihrer Crew unter den Toten zu beklagen ist und die Band klarerweise noch immer geschockt ist. Auch die Band Deftones, die während des Auftritts der Eagles Of Death Metal ebenfalls im Bataclan war, ließ mitteilen, dass sie ihre Tournee abbreche. Alle Band- und Crew-Mitglieder seien unversehrt, hieß es auf Facebook. Bei dem Angriff im Bataclan wurden mindestens 89 Menschen getötet. Die vier Attentäter waren ganz in Schwarz gekleidet und unmaskiert. Das Bataclan liegt am Boulevard Voltaire. Beim Auftritt der Eagles Of Death Metal drängten sich etwa 1500 Besucher in dem Konzertsaal. Ein Wunder irgendwie, dass es nicht noch mehr Tote gegeben hat, wenn man bedenkt, dass vier (!) Moslem-Terroristen gleichzeitig aus Maschinengewehren wahllos in die Menschenmenge schossen! Die Musiker konnten sich unbeschadet in Sicherheit bringen, wie ein Sprecher der „Daily Mail“ bestätigte. Berichten zufolge konnten sie durch den Backstagebereich aus der Halle entkommen.

DER TOD DES MERCHANDISERS

Der Brite Nick Alexander, 36, der während des Konzerts der Eagles Of Death Metal am Merchandise-Stand der Band arbeitete, gehört zu den Todesopfern der verheerenden Anschläge von Paris. Das bestätigte die Eagles-oDM-Plattenfirma „Ipecac Recordings“: „Unsere Gedanken sind bei Nick’s Familie und Freunden und den Angehörigen der anderen Opfer“, heißt es in einem Post auf deren facebook-Seite.

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Weiters stand dort geschrieben: „This is Nick Alexander. He’s a touring Merch guy – he sells T-shirts at concerts – working for a band doing a job he loves. He was brutally murdered last night in Paris. Simply doing his job. This could’ve been any one of us. Senseless. Pointless. Tragic. Speechless. I hope you can rest in peace, Nick…“ Nick  hinterlässt nicht nur eine zutiefst geschockte Familie, sondern auch seine grosse Liebe Polina Buckley, die auf Twitter ein Foto postete:

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Und dazu schrieb sie: „You are and always will be the love of my life, Nick Alexander“ und „Sleep tight, my sweet prince, Nick Alexander…“ Der Terror hat soviele Gesichter und stellvertretend für alle anderen ebenso bedauernswerten Opfer und Hinterbliebenen wollten wir hier das Crew-Mitglied der Eagles Of Death Metal herausgreifen. R.I.P. Nick!

SUPPORT ACT: WHITE MILES AUS TIROL!

Die komplette heimische Musikszene flippte nach den ersten Nachrichten aus, Telefone liefen heiss, es wurde gepostet und getwittert was das Zeug hielt: alle wollten wissen ob die beiden Members der Tiroler White Miles unverletzt und in Sicherheit sind! Nach langem Bangen stellte sich heraus, dass Medina Rekic (Guitar, Vocals) und ihr Bandkollege Hansjörg Loferer (Drums, Vocals) unverletzt und wohlauf sind. Natürlich stürzten sich sofort alle Medien des Landes auf die Beiden… Der „Standard“ berichtete: Vor gut einer Stunde ist Medina Rekic in ihr Hotelzimmer zurückgekehrt. „Es ist total skurril. Ich schaue gerade aus dem Fenster auf die Straße. Die Fußgänger, die Autos – jetzt rennt plötzlich alles wieder. Fast, als wäre nichts gewesen“, sagt die junge Frau. Rekic ist Teil des österreichischen Rockduos „White Miles“. Als am Freitagabend Terroristen den Konzertsaal im Bataclan in Paris stürmen, hat die Gruppe ihren Auftritt als Vorband der „Eagles of Death Metal“ gerade hinter sich. „Nachdem wir gespielt haben, sind wir durch den Hinterausgang raus und haben schnell etwas zu essen geholt. Am Rückweg hielt uns kurz vor dem Konzertgebäude ein Polizist auf“, erzählt Rekic im Gespräch mit dem STANDARD. Lauft, soll der Beamte auf französisch gerufen haben, lauft so schnell ihr könnt, drinnen wird geschossen. Rekic und ihr Bandkollege Hansjörg Loferer sind dann zurück in das Fastfood-Lokal gerannt. Dort verbrachten sie etwa zwei bis drei Stunden, sagt Rekic. „Danach wurden wir von Polizisten in einen Innenhof gebracht. Das Bild draußen war einfach grauenhaft. Überall Scherben, überall Verletzte, so viel Blut, Tote.“ In der Konzerthalle in der Nähe des Place de la Bastille wurden mehr als achtzig Menschen umgebracht. Die französischen Beamten haben ihrer Ansicht nach aber alles richtig gemacht: „Es war nicht chaotisch oder so.“ In den Innenhof seien immer wieder neue Menschen gebracht worden. „Es waren glückliche und traurige Szenen, die sich dort abspielten. Manche haben sich wiedergefunden, andere hingegen wussten bereits, dass sie jemanden nie wieder sehen werden.“ Ein paar Tage würden die beiden Österreicher nun vermutlich noch in Paris bleiben. Sie habe mit dem Tourmanager aber noch nicht gesprochen, „der hat das ganze Massaker live in der Halle erlebt“. Rekic will nun erst einmal versuchen, zu schlafen. „Ich bin in einem undefinierbaren Zustand. Mal schießt mir alles ein, was passiert ist. Dann glaube ich wieder, es war alles nur ein Traum.“

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Und die „Tiroler Tageszeitung“ berichtete: „Zur Tiroler Band „White Miles“ habe das Außenamt ebenfalls Kontakt. Den beiden Musikern gehe es gut, so die Informationen des Außenministeriums. Einem Bericht der österreichischen Presseagentur APA zufolge war das Duo gerade beim Essen holen, als es zu dem Anschlag kam. Nach dem Auftritt „haben wir bei einem Take-Away um die Ecke etwas zum Essen geholt“, erklärte Drummer und Sänger Hansjörg „Lofi“ Loferer. In dem Moment, als die beiden Musiker wieder zur Halle gehen wollten, begann die Attacke. „Uns ist ein Polizist entgegengekommen und hat ‚Schießerei‘ usw. geschrien. Wir sind wieder zurückgerannt und in das Geschäft hinein“.

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Auch der „ORF“ wusste zu berichten: „Die Tiroler Band White Miles trat als Vorgruppe der Eagles of Death Metal im Bataclan auf. Die Band stammt aus dem Tiroler Unterland und besteht aus der Gitarristin und Sängerin Medina Rekic sowie dem Drummer und Sänger Hansjörg „Lofi“ Loferer. „Medina und ich sind ok, über die anderen wissen wir nichts“, twitterte Loferer alias Lofi Lodir noch in der Nacht. Später, bei ihrer Rückkehr ins Hotel Samstagfrüh, schilderte Rekic, wie sie und Loferer den Abend erlebt hatten. Ihr Auftritt sei bereits beendet gewesen, sie hätten die Konzerthalle Bataclan durch den Hinterausgang verlassen und sich ein Lokal um die Ecke gesucht. Nach dem Essen hätten sie zurück ins Konzertgebäude gewollt, als ihnen auf der Straße ein Polizist entgegengelaufen sei und sie aufgefordert habe, sich zu verstecken. Daraufhin seien sie zurück in das Fastfood-Restaurant gegangen, wo im TV bereits über die Vorfälle berichtet worden sei. Kurz darauf seien in dem Lokal die Bänke zusammengeschoben worden, aus der Konzerthalle seien Verletzte zur Erstversorgung gebracht worden. Zuvor, so Rekic im Gespräch mit Radio-Tirol-Redakteur Alexander Weglehner, hätten die Attentäter in der Halle herumgeschossen. Ihr Freund Nik, der beim Merchandise-Stand gestanden sei, sei erschossen worden, ein weiterer Freund sei angeschossen worden. Vom Hotel aus nehme man nun Kontakt mit der österreichischen Botschaft auf. „Der Plan ist, einfach einmal duschen und dann in die Botschaft gehen“, sagte Loferer gegenüber der APA. Die Tournee werde man mit Sicherheit nicht fortsetzen, beide Bands wollten nur noch nach Hause. Die Eagles of Death Metal hätten am 30. November ein ausverkauftes Konzert in der Wiener Arena geben sollen.“

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Nun, letztendes sind wir alle froh, dass den österreichischen Musikern nichts passiert ist und am Montag, 16. November 2015 wird der ORF in der Sendung „Thema“ die Band White Miles zu Gast haben. Durch dieses feige, hinterfotzige Attentat der verblendeten islamistischen Terroristen kommen die White Miles zu ungeahnten Presse-Ehren, was natürlich einerseits für den dadurch massiv erhöhten Bekanntheitsgrad der Band positiv zu bewerten ist, aber angesichts der Tatsache, dass die White Miles eine der am zielstrebigsten österreichischen Bands sind, die ausgedehnte Tourneen spielen und sich international bereits einen sehr guten Namen erspielten, – ist es schon sehr traurig, dass man dieser hervorragenden Band erst jetzt durch diesen Terrorangriff mediale Aufmerksamkeit schenkt und nicht wegen ihrer genialen musikalischen Mucke!

BEAT THE STREET IM FADENKREUZ…

Das Tiroler Tourbus-Unternehmen „Beat The Street“ hat sich längst einen megaguten Namen in der internationalen Musikszene gemacht und ist fraglos die Nummer 1 in Europa! Künstler wie Madonna, Pink, U2 und einfach alle wichtigen und namhaften Acts buchen das Touring Service der Tiroler Vorzeigefirma. Natürlich waren auch die Eagles Of Death Metal mit „Beat The Street“ unterwegs und so kam es, dass der Tourbus oftmals formatfüllend nahe des Eingangs zum Bataclan während der ganzen Live-Berichterstattung zu sehen war. Wie zu erfahren war, ist auch die Crew des Tourbusses unverletzt dem Moslemterror-Chaos entkommen!

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RELIGIONEN UND ROCK & METAL… EINE FEINDBILD-SITUATION!

Die meisten Religionen sehen in Rockmusik und Heavy Metal ein bösartiges Feindbild! Klar, dass hier nur Satan seine Hand im Spiel haben kann. Auch die Zeugen Jehovas wettern gegen die Rock- und Metalmusik und halten „Metalheads“ für menschenfressende Misantrophen mit satanistischer Weltanschauung; bezeichnen Metal als „Musik, bei der man die Eltern tötet“ (Quelle). Die grundsätzliche Haltung der Zeugen Jehovas ist ähnlich der der katholischen Kirche. In einem „Wachturm“, dem Medium der Zeugen Jehovas wurde einmal ein doppelseitiger Artikel über die Bösartigkeit und Gefährlichkeit von Metal und Rock gebracht, als Illustration dazu diente eine Zeichnung von Brian May und Freddy Mercury (beide Queen). Dem ist nix mehr hinzuzufügen…

Nun zum Islam: diese Religion vertritt grundsätzlich eine ähnliche Haltung, Rock und Metal sind sogar verboten und sogar so ein „fortschrittliches“ Land wie die Türkei hat unlängst die Mitglieder einer Heavy Metal-Band verhaften lassen, weil sie die jungen Leute „vergiften“. Die Türkei hat sich aber erst seit Erdogan so dramatisch verändert, früher gab es eine blühende Heavy Metal-Szene in der Türkei. In Ländern wie Saudi Arabien ist Rock und Metal strengstens verboten und der Islamische Staat (IS bzw. ISIS) sieht in Rock und Metal sowieso die blanke Gotteslästerung und vernichtet CDs und DVDs dieser Musikrichtungen. Der IS hat einen deutschen Sprecher, der in einem Interview betonte, dass der IS mit dieser „Unkultur“ aufräumen werde, weil grundsätzlich sei „Musik zur Unterhaltung als nicht religionskonform sowieso verboten“ und „Rock und Metal erst recht“. Man werde „Musiker dieses Genres köpfen oder erschiessen, genauso Besucher von derartigen Konzerten“, hiess es in diesem Interview. Nun, damals noch als Spinner belächelt, wissen wir spätestens seit Paris vor ein paar Tagen, dass die IS-Mörder das durchaus ernst meinen und so ist es auch kein Zufall, dass sich diese feigen Mörder ausgerechnet ein Metal-Konzert ausgesucht haben, um ihren Terror nach Europa zu exportieren. Der Rest ist Geschichte oder steht weiter oben…

Es stellt sich die Frage, was gegen diese Gefährdung unternommen wird? Muss man jetzt Angst haben, wenn man ein Konzert oder Open Air Festival besucht oder als Musiker auf der Bühne steht? Ich bin der Meinung, man sollte diese Gefahr auf gar keinen Fall unterschätzen und kann nur hoffen, dass das Thema IS bald der Vergangenheit angehört. Aber auch die Salafisten und ähnlich gelagerte Islam-Extremisten sollte man im Auge behalten, denn die haben es genauso auf die westliche Kultur und im speziellen Fall auf Rock und Metal abgesehen. In diesem Sinne: hoffen wir, dass man das alles doch in den Griff bekommt! Keep on rockin‘ in a free world!

Report by TOM PROLL