„LICHT INS DUNKEL 2015/2016“ – Sampler-CD-Review

„Licht ins Dunkel 2015/2016“ – Diverse Interpreten (Universal Music) „Da kann ma scho amai Danksche sagn“ – STS. Zum dritten Mal gibt es jetzt eine CD mit Beiträgen prominenter österreichischer Künstler, die „Licht ins Dunkel“ unterstützt. Insgesamt sind zweiundzwanzig Lieder auf der CD vertreten.

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Eröffnet wird das Album von „Lights“ von Axel Wolph feat. Madita. Die Komposition von Axel Wolph ist gleichzeitig der Titelsong der heurigen Licht ins Dunkel-Kampagne. Die nächsten Interpreten sind der Komiker und Schauspieler Christoph Seiler und der Filmemacher Bernhard Speer. Als Duo Seiler und Speer mischen sie derzeit mit ihrem Lied „Ham kummst“ die Charts unseres Landes auf. Auf dem Benefizsampler ist allerdings nicht ihr Hit, sondern ein weiterer Song ihres Albums, nämlich „Soits leben“ enthalten. Dieses Lied ist aber ähnlich eingängig wie ihr aktueller Hit.

Christina Stürmer steuert ihren Hit „Millionen Lichter“ aus dem Jahr 2013 vom Album „Ich hör auf mein Herz“ bei, während STS mit „Dankschön“ einen acht Jahre alten Titel am Start haben, der allerdings sehr gut zum Motto des Samplers passt. Erst wenige Wochen alt ist hingegen der Song „Flüchtling“ von Thomas Stipsits. Ein Video in dem er, nur von seiner Gitarre begleitet, über die Vorurteile gegenüber Asylwerbern singt, wurde 700.000 mal geliked, geteilt oder kommentiert. Daraufhin hat er das Lied im Studio aufgenommen. Aktuell und zum Nachdenken anregend.

Bluatschink stellen ihr Lied „Mit dir kann i fliaga“ der guten Sache zur Verfügung. Unterstützt von den K&K Strings ist den Lechtalern wieder ein Hit gelungen. Wanda verzichten auf ihren Hit „Bussi“ und bringen „Meine beiden Schwestern“ zu Gehör. Dieser Song ist ebenfalls auf der neuen CD enthalten und bleibt sofort im Ohr hängen.

Einige Jahre älter ist „A winzig klaner Tropfen Zeit“. Erschienen 1982 wurde er von Rainhard Fendrich für die aktuelle CD „Auf den zweiten Blick“ neu aufgenommen. Ein nachdenkliches Lied von Rainhard Fendrich, welches über die Jahre nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Zoe Straub, die Tochter von Papermoon-Gründer Christoph Straub, ist mit ihrem Song „Mon coeur a trop aime“ zur Zeit Dauergast in den heimischen Radioprogrammen. „Everything is possible“ von Leo Aberer eröffnet einen Block junger österreichischer Künstler, die moderne, englischsprachige Popsongs in ihrem Repertoire haben. So kennt man zum Beispiel „How Hard I Try“ von Filous feat. James Hersey und „Leya“ von Thorsteinn Einarsson sicher von Ö3 oder einem der Privatradiosender.

Ein weiterer junger Act aus Österreich, Beau, sind mit ihrer aktuellen Single „Stay Wild“ zu hören. Eine eingängige Pop-Hymne, die internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht. Wer neben ihrer ersten Single „Living Lake“ noch mehr hören will, sollte sich ihre EP „Westend/Orient“ zulegen, die neben den beiden Singles noch zwei weitere Songs enthält.

„Love And Starve“ – mit diesem Song bestritt Clara Blume bereits die österreichische Vorausscheidung zum Song Contest 2015, jetzt ist er auch auf dem Sampler für Licht ins Dunkel zu finden. Eine tolle österreichische Künstlerin mit einer ausdrucksstarken Stimme.

Mit MC Gerard und seinem neuen Song „Durch die Nacht“ kehrt der Sampler wieder zu deutschsprachigen Beiträgen zurück. Unterstützt wird Gerard bei diesem Song von LOT. Produziert wurde der Titel von DJ Stickle. Zu finden ist der Song auf dem neuen Album von Gerard – „Neue Welt“. Darauf hat der ehemalige Rapper und Songwriter seinen ganz eigenen Stil entwickelt.

Neben „Love And Starve“ ist mit „So leicht“ ein weiterer Titel auf dem Sampler zu finden, welcher bei der österreichischen Vorausscheidung zum Song Contest gegen die Makemakes den Kürzeren gezogen hat. Lemo hat mit diesem sehr ruhigen, nachdenklichen Song eine weitere Facette seines Repertoires aufgezeigt, war er ja vorher vielen durch seinen Sommerhit „Vielleicht der Sommer“ bekannt.

„I mecht so gern landen“ ein Austroklassiker von Maria Bill, wurde von Kurt Ostbahn bereits auf seinem 2002 erschienen Album „Kurtiositäten“ veröffentlicht – eine absolute Kultnummer. Nach dem Ausflug in die Geschichte des Austropop geht es mit Krautschädl wieder in die unmittelbare Gegenwart. Zwar gibt es die Band aus Wels auch bereits seit 2003 und vor drei Jahren erhielten sie auch einen Amadeus in der Kategorie Hard & Heavy. Mit „Feia fonga“, ihrer im September veröffentlichten neuen Single scheint es so richtig abzugehen. Unser Tipp: unbedingt reinhören in das neue Album „Immer mit da Ruhe“.

Die Waldviertler Skolka möchten mit ihrer Nummer „Leiwaund“ beweisen, dass ihr Hit „Gemma gemma“ keine Eintagsfliege war. Live haben sie ihr Können ja bereits im Vorprogramm von Russkaja und Alkbottle gezeigt. Eine tolle Mischung aus Ska und Polka, Lieder gesungen im Waldviertler Dialekt, welche sofort in die Beine gehen.

Natürlich dürfen auf einem Sampler für Licht ins Dunkel auch Weihnachtslieder nicht fehlen. Günter Mokesch alias Mo hat gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Erwin Bader im Jahr 2014 das Lied „Won’t Stop (Christmas)“ produziert, ein Stück englischsprachiger Popmusik, bewusst sparsam arrangiert und einfühlsam interpretiert. Snow Baby singen mit „We Are Christmas“ den zweiten Weihnachtssong auf dem Sampler.

Den würdigen Abschluss bildet „Sir“ Oliver Mally mit seinem Song „Sleep well, my love“ von seinem aktuellen Album „Shapeshifter“.

Ein tolles Album, welches zeigt, wie groß und vielfältig die österreichische Musiklandschaft ist, wobei es sich hier natürlich auch nur um einen kleinen Ausschnitt handelt – und neben den vielen, tollen Liedern, unterstützt man auch die Aktion „Licht ins Dunkel“.

Review und CD-Tip by MICHAEL STECHER