STEEL PANTHER – Live am „Szene Open Air“ (Live-Review)

Das „Szene Open Air“ in Lustenau bot in diesem Jahr ein spezielles Zuckerl: die umstrittene kalifornische Sex-Retro-Metal-Parodie in Bandform: STEEL PANTHER! Da ich deren Songs seit Jahren kenne und ein paar CDs in meiner Sammlung habe, freute ich mich natürlich, die Band wiedermal live erleben zu dürfen! Donnerstag, 4.8.2016, 20:30 h: die Österreicher Mother’s Cake geben auf der Bühne ihr Bestes, das Publikum drängt sich in stattlicher Zahl vor der Bühne, die Stimmung ist megagut und Steel Panther-Sänger Michael Starr (bürgerlich Ralph Saenz) gesellt sich zu mir in den V.I.P.-Bereich. Er gibt sich die Tiroler und meint: „What a great band!“ und blickt besorgt in den Himmel, wo sich immer mehr graue Wolken zum Angriff formieren. Michael: „Oh fuck, I would like to play earlier, cause there’s heavy rain comin‘ down!“ Tja und damit sollte er leider recht behalten…

Tom & Michael Starr
Tom Proll und Michael Starr

Donnerstag, 4.8.2016, 23:30 h: die Prophezeiung des Steel Panther-Sängers ist fast apokalyptisch ausgefallen, es regnet in Strömen und nur mehr etwa 200 hartgesottene Festivalbesucher drängen sich vor der Bühne, die meisten in „Volksbank-Regenhäute“ gehüllt und daher ironischerweise ausgerechnet zu Steel Panther und deren pornografischen Texten, zu Menschen in Ganzkörper-Kondomen mutiert… Das „Volksbank-V“ mit den drei Flügeln je Seite erinnert irgendwie an das „Van Halen„-Logo und das hat auch Michael Starr entdeckt und das hat ihm so manches Witzchen entlockt! Und was haben sie geboten? Nun, eine professionelle Band durch und durch! Sie haben ihre Show durchgezogen, als ob das herrlichste Wetter wäre und im Publikum 50.000 Fans wären. Alle Achtung, und dann auch noch so viel Spass auf der Bühne! Gitarrist Satchel (bürgerlich Russ Parrish) entpuppt sich dabei als Scherzkeks und liefert zu endgeilen Gtarrenparts auch musikkabarettistische Highlights! Der Drummer und der Bassist fügen sich ebenso genial wie musikalisch kompetent und kabarettistisch einwandfrei in diese Konzept ein. Die Hauptakteure sind aber ganz klar Satchel und Michael.

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Punkto Sound lassen die Jungs und ihr Tontechniker nix anbrennen und so kommt die Metal-/Rock-Mucke satt und lässig aus den Boxen. Auch die Songauswahl bietet alle Highlights und für mich war „Fat Girl (Thar she Blows)“ der Song des Konzerts und das Gitarrensolo von Satchel, wo er alle Register seines unglaublichen Könnens zog und sich teilweise selber an dem Drums begleitete, war der absolute Show-Höhepunkt! Alles in allem ein absolut lässiges Konzert einer absolut – im wahrsten Sinne des Wortes – geilen Band! Das Publikum war zwar massiv geschrumpft, dafür drohte der überdachte V.I.P.-Bereich (seitlich der Bühne) aus allen Zelt-Nähten zu platzen und die ca. 200 Leute vor der Bühne feierten „pritschnass“ die Band ab, als gäbe es kein morgen! Steel Panther sind eine Live-Band, die so saugut spielt, dass sich so mancher arrivierte Act warm anziehen muss! Und sie müssen Keyboards oder so manche Rhythmusgitarre – wenn Satchel Solos spielt – von der Konserve dazugespielt werden, das aber nur unaufdringlich und eher leise, der Rest ist 100%ig live und ehrlich handgemachter Rock und Metal! Und sie unterhalten ihr Publikum erstklassig und verbreiten Spass – Rockerherz, was willst du mehr?!

Live-Review by TOM PROLL

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