FLOYD DIVISION – Live at Conrad Sohm, Dornbirn, 23.9.2016 (Live-Review)

Es ist nicht immer leicht mit Cover-Bands oder Tribute-Bands, die einen meinen’s gut, die anderen können’s gut, die anderen machen’s wegen dem Geld und es gibt welche, die sollten’s lieber bleiben lassen. FLOYD DIVISION aus Wien sind da die unpackbare Ausnahme, sie vergöttern Pink Floyd, machen’s aus Liebe zur Musik und können was! Und davon konnte ich mich am Freitag, 23. September 2016 in Dornbirn im legendären „Conrad Sohm“ überzeugen! In diesem unglaublich lässigen Live-Club, der gut gefüllt war, erklangen vorerst Soundscapes, eine Stimmung wie sie dereinst auch die echten Pink Floyd zauberten! Dann kam die Band auf die Bühne, locker und cool und zack! – „In The Flesh – ab dem ersten Ton an: super megageiler und kristallklarer Sound! Wow! Die Band spielte den Song absolut amtlich und meine Bedenken wegen Coverband und so waren sofort wie weggewischt. Floyd Division können was, alle Musiker spielen auf hohem Level und vor allem sie spielen gut zusammen! Respekt! Und sie können sich auf einen Mann 1000%ig verlassen: Andreas Putz, der Herr der zig Regler am Mischpult ist immer Herr der Lage und zauberte immer transparenten, druckvollen und satten Sound! Und das tut gut, denn wenn sich eine Band auf der Bühne den Arsch aufreisst und hinreissend spielt, dann wäre es doch jammerschade, wenn sie in undifferenziertem Klangbrei untergehen würde… Floyd Division klangen zu jeder Minute einzigartig gut! Respekt, Herr Putz! Es ging weiter mit „Learning To Fly“ und dann „Shine On You Crazy Diamond“, alles detailverliebt und nah am Original. Traumhaft gespielt und traumhaft gesungen! Mit „Time“ dann einer meiner Lieblings-Songs und beim nachfolgenden „The Great Gig In The Sky“ zeigten dann die Background-Sängerinnen Steffi Egger und Sandra Kren ihre grosse Klasse! Ich hätte ehrlich gesagt, nicht gedacht, dass sie das schaffen, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Grandios wie sie das machten und das Publikum bedankte sich mit tosendem Applaus für diese Meisterleistung!

14311285_10154616444783689_4652680780778960282_o

Bei „Money“ wurde professionell – wie auch bei allen anderen Songs – mit signifikanten Soundeffekten gearbeitet, der Song selbst ein absolut traumhaft gespielter Klassiker! Dann „Us And Them“ und hinterher „Any Colour You Like“. Was soll man sagen? Alles wirklich einmalig interpretiert. Und es ging weiter, Schlag auf Schlag: „One Of These Days“, „Set The Controls For The Heart of The Sun“ aus der Floyd-Steinzeit und dann zu meiner Überraschung „Dogs“ von einem meiner Lieblingsalben, „Animals“! Dann war erstmal eine Pause angesagt. Während sich die Jungs den Schweiss von der Stirn wischten und „auftankten“, hielten wieder Soundscapes das Publikum in Floyd-Stimmung. Und ehe man sich versah, waren die zehn Minuten Pause um und Floyd Division legten sich selber mit „Echoes“ die Latte extrem hoch. Aber sie spielten auch diesen Song mit Bravour! Dann kam mit „Poles Apart“ ein Song vom „Division Bell“-Album, – und ein Song, den man von einer Coverband nicht erwarten würde. Es folgte „Young Lust“ von „The Wall“ und dann das grandiose „High Hopes“. Mit dem nächsten Song – „Sorrow“ – hätte ich auch nicht gerechnet, denn die meisten Pink Floyd-Coverbands spielen keine Songs vom genialen Album „A Momentary Lapse Of Reason“. Dann mit „Mother“ einer jener Floyd-Gassenhauer, die nicht nur eingefleischte Fans kennen. Es ging weiter mit „Marooned“ und zum Abschluss dann „Another Brick In The Wall“. Das Publikum forderte begeistert Zugaben und Floyd Division kamen zurück auf die Bühne und spielten zuerst den Überhit „Wish You Were Here“, ehe sie mit „Comfortably Numb“ einen genialen Schlusspunkt setzten.

12779147_10154034376508689_2350215691758914415_o

Was soll man sagen? Mir gehen die Superlativen aus… Eine derart tight spielende Band mit einem derart unglaublich guten Sound hätte ich nicht erwartet! Dann die Akteure, allen voran Sänger Roman Bischof, der alle Songs authentisch und mit der nötigen Hingabe sang. Er ist echt eine Klasse für sich! Egal ob ein Song im Original von Gilmour oder Waters gesungen ist, Bischof meistert alles! Und dann der grandiose Gitarrist Thomas Scherrer, der das Feeling eines Gilmour scheinbar schon mit der Muttermilch aufgesogen hat! Aber auch der Rest der Band spielt lässig und soundmässig nah am Original. Insgesamt ist die Band auf einem hohen Level und gemeinsam mit ihrem Tontechniker bieten sie ein Erlebnis erster Güte! Also wenn schon Pink Floyd in Form einer Tribute-Band, dann Floyd Division!

Live-Review by TOM PROLL

Und weil ich derart begeistert war und bin, bat ich Sänger und Mastermind von Floyd Division, Roman Bischof, zum Interview, welches ihr hier in Bälde nachlesen könnt!