SAINTED SINNERS – „Back With A Vengeance“ (CD-Review)

Das zweite Album der international besetzten Band SAINTED SINNERS – unter der Regie von Frank Pané und David Reece – ist da und hört auf den Namen „Back With A Vengeance“. War das 2017er Debut-Album (Review HIER!) schon eine Sensation, so ist das 2. Album nun der absolute Wahnsinn! Was die Band hier an unpackbar gutem Songmaterial herausgehauen hat und wie unfassbar genial alles gesungen und gespielt wurde, hat mich schlichtweg umgehauen! Aber alles schön der Reihe nach!

Der Opener „Rise Like A Phoenix“ beginnt mit hymnenhaften Gitarren mit Doublings und Octavern und schon mal mit einer Melodie, die sofort hängenbleibt. Ab einer Minute dann ein rotzig freches Riff und der Song nimmt Fahrt auf, David Reece singt wie der junge Ian Gillan – einfach göttlich! Ein Uptempo-Knaller erster Güte! Die Gitarrenarbeit von Frank Pané ist wie immer grandios und sein Solo im Halftime-Mittelteil ist sowieso nicht von dieser Welt, hier zieht er alle Register seines Könnens! Geil! Aber der Song ist gleich mal 8 Minuten lang und da geht sich noch ein smashiger Refrain mit Fillings von Pané aus und im Anschluss ein softer Ausklang mit weichen, berührenden Gitarrenklängen. Wow! Was für ein Track! Bei „Burnin‘ The Candle“ ist erstmal David’s Urschrei zu hören und dann ein Song, der abgeht wie Van Halen zu deren besten Zeiten! Frank Pané’s Solo ist vom Allerfeinsten, seine Double Hand Tappings sind allererste Sahne! Auch ein Song für die Ewigkeit. Der Titeltrack „Back With A Vengeance“ schlägt in die selbe Kerbe und klingt, als hätten Glenn Hughes und Eddie Van Halen einen Song zusammen fabriziert! Nur sind hier nicht die vorhin erwähnten Legenden zu hören, sondern Reece und Pané! Bei einer Platte diesen Kalibers gehen einem die Superlativen schön langsam aus… Nicht so der Band Sainted Sinners: mit „Tell Me I Was Wrong“ liefern die Schlawiner eine unglaubliche, bluesige Ballade ab, die auch Whitesnake gerne geschrieben hätten! Saucoole Nummer aber auch! Mit „Nothin‘ Left To Lose“ haben sie dann einen heavy stampfenden Titel am Start, Deep Purple lassen grüssen… Gibt es eigentlich einen Stil, den Frank Pané nicht spielen kann? Ok, man hört hier Ritchie Blackmore zwar heraus, Pané kopiert seine(n) Helden aber nie, sonder zitiert nur bravourös und gekonnt und hat längst seinen eigenen Stil entwickelt! Hut ab! Punkto Gitarrespiel macht man diesem Saitenhexer mittlerweile nix mehr vor! Der Song an sich ist natürlich auch eine Klasse für sich und David Reece singt echt superb! Und wir sind erst bei der Hälfte des Albums angelangt…

„Waitin‘ Till The Countdown Begins“ ist dann ein abwechslungsreicher Titel, –  mit allem, was das Rock-Herz begehrt. Satte Riffs, stampfende Bässe, donnernde Drums und Vocals de Luxe, sowie einem Gitarren-Solo zum Niederknien! „Let It Go“ steht da um nichts nach. Allerdings werden hier zartere Töne angeschlagen, im Chorus rockt das Ding aber wieder mächtig und satte Chöre zuhauf! Muss ich hier noch extra erwähnen, dass auch hier eine Machtdemonstration des fantastischen Gitarristen zu hören ist? „When The Hammer Falls“ heisst der nächste Song und der verbindet Reminiszenzen an Whitesnake, Deep Purple und Thin Lizzy gekonnt zu einem gnadenlos heavy rockenden Song, der vor fetten Riffs nur so strotzt! Reece abermals in Bestform, – aber das war ja klar, oder? Na eben! Das vorhin Geschriebene gilt dann auch gleich für den nächsten Song, „Pretty Little Lies“. Nur dass dieser eher laid back daherkommt. Was aber nicht heisst, dass er nicht genauso grossartig groovt! Hier sind die ansonsten doch sehr sparsam eingesetzten Keyboards etwas dominanter, was aber dem Song und seinem geilen Arrangement äusserst gut tut! Und mit „Gone But Not Forgotten“ ist dann dieses Album auch schon wieder an seinem kurzweiligen Ende angelangt. Ein cooler Song, der zwischen seinen langsamen und speedigen Parts hin und her wechselt und noch einmal zeigt, was diese grandiose Band drauf hat. Das Gitarrensolo ist wieder atemberaubend gut, dass es eine wahre Freude ist! War aber klar, – oder?!

Nun, dass die Sainted Sinners kein schwaches Album abliefern werden, war wohl von vorne herein klar, dass sie aber ein derart kompaktes und dennoch abwechslungsreiches Album aus dem Hut zaubern, das ist schon beachtenswert. Erkannte man beim Debut-Album die Vorbilder noch wesentlich deutlicher heraus, so ist der eigenständige Stil auf „Back For A Vengeance“ doch enorm gereift! Klar, es ist bereits jeder Stil erfunden und auch nahezu alle Songs sind schon mal irgendwo irgendwie geschrieben worden und es gibt halt nicht mehr als 12 verschiedene Töne, doch was die Sainted Sinners hier ablieferten, ist schon ein amtliches Stück Rockgeschichte! Die deutsch-ungarische Rhythm Section ist mit Malte Ferderik Burkert (D, Bass) und Berci Hirleman (H, Drums) äusserst kompetent besetzt, die grooven und rocken, was das Zeug hält. Die Gast-Keyboards steuerte hauptsächlich Eric Ragno und auf 2 Songs (2, 5) Angel Valeiadis bei. Die Leadvocals sind vom Amerikaner David Reece sensationell gesungen, aber das hat er ja bei u.a. Bangalore Choir, Accept und Bonfire auch schon gemacht. Für mich einer der besten Sänger der Rock-Szene! Und dann der Allgäuer Gitarrist Frank Pané, der hier wiedermal zeigt, was Sache ist! Seine Fähigkeiten sind beeindruckend, er spielt sich leicht und locker durch alle Stile der Rock-History und drückt den Songs zusätzlich seinen Stempel auf. Grandios! Die Songs auf „Back With A Vengeance“ sind von einer beachtlichen Güte, bestechen durch zeitlose Stilsicherheit und begeistern mit feinen Arrangements! Wer abwechslungsreiche Songs mag, die sich nahtlos in die Meisterwerke der Rock-Geschichte einreihen können, der kommt an diesem unglaublichen Album sowieso nicht vorbei! Unbedingt kaufen und täglich 3 x hören!

Rating: unbedingt 10 von 10 Punkten!

CD-Review by TOM PROLL

Tom
Über Tom 525 Artikel
X-ACT Music Magazine - Gründer, Erfinder, Herausgeber, Medieninhaber, Chefredakteur, Design, Logo-Creator. Sonst noch: Gitarrist, Composer, Arranger, Producer, Bandleader.