NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – „Sometimes The World Ain’t Enough“ – CD des Monats Juli 2018 (CD-Review)

Mit ihrem ersten Album „Internal Affairs“ (2012) hat die vorerst nur zum Spass gegründete Band The Night Flight Orchestra gleich einmal ein starkes Ausrufezeichen gesetzt! Die Musiker der Band spielen in so arrivierten Acts wie Soilwork, Arc Enemy, Mean Streak, Spiritual Beggars und anderen Acts, daher haben (hatten) sie manchmal für das Night Flight Orchestra nicht wirklich Zeit. Darum dauerte es auch bis 2015, bis das Nachfolge-Album „Skyline Whispers“ erschien. 2017 erschien dann ihr grandioses Album „Amber Galactic“ und die Band spielte 5 Jahre nach ihrer Gründung in diesem Jahr auch ihre erste Europa-Tournee! Für ihr sensationelles Album „Amber Galactic“ erhielten sie auch den „Swedish Grammy Award“! Die X-ACT-Kritik zu „Amber Galactic“ findet ihr HIER! Nun ist ihr viertes Album „Sometimes The World Ain’t Enough“ erschienen und mischt bereits die Charts ordentlich auf! Und im Juli und August spielen sie ein paar Festival-Gigs und vom 1. November bis 22. Dezember 2018 gehen sie auf grosse Europa-Tournee! Die Tour-Dates findet ihr am Ende dieser Rezension! – Da kommt Freude auf! Aber hören wir mal rein, was das vierte Album zu bieten hat:

Mit „This Time“ – das mit einem Fade In (!) beginnt – hört man gleich am Anfang auch schon den schnellsten Titel des Albums. Die Drums peitschen und der Bass treibt an und darüber muted Guitars, ein markantes Keyboard-Hook und tolle Vocal-Lines! Keine Frage, ein genialer Song gleich zu Beginn, der auch schon mal abfetzt, dass es eine wahre Freude ist! Ein Piano-Solo und ein Gitarren-Solo setzen dem grandiosen Song noch das Sahnehäubchen auf. Das geht schon mal ordentlich los und „Turn To Miami“ geht anschliessend auch mächtig ab. Hier haben sie aber schon mal einen Gang zurückgeschaltet, dafür aber ein unsterbliches Hook erschaffen. Der Song hat mehr Ohrwurmqualitäten und einen gnadenlos geilen Refrain. Da werden wieder, wie auch schon bei „Amber Galactic“, Erinnerungen an die 80er Jahre wach, als Rockmusik melodiös und positiv sein durfte, ehe dann später Mitte der 90er die Brutalo-Grunzer das Kommando übernahmen, die Gitarren fortan tiefer gestimmt werden mussten und in jedem Text mindestens „Motherfucker“, „Blood“, „Kill“ oder wenigstens „Hate“ vorkommen musste. Der dritte Song „Paralyzed“ wartet mit Disco-Groove auf und die Vocal-Lines sind einfach unglaublich toll geworden, die Gitarren klingen funky und der Song könnte in seiner Gesamtheit auch von E.L.O. stammen. Allerdings spielen Night Flight Orchestra besser. Viel besser!

Dann kommt der Titeltrack „Sometimes The World Ain’t Enough“ und besticht mit satten Grooves im Midtempo und einem Gitarren-Riff de Luxe. Auch der Chorus bei diesem Track kommt millimetergenau und messerscharf. Was für eine geile Band! Vor allem schreiben sie Melodien für die Ewigkeit! Und das Gitarrensolo geht hier massiv ab und gipfelt in Double-Lead-Attacken! „Moments Of Thunder“ ist dann ein Midtempoknaller im 3. Gang mit leicht balladesken Elementen. Einmal mehr tolle Melodien und Riffs/Hooks zum Niederknien! Ebenfalls ein Song von einer Qualität, wie man sie selten hört! „Speedwagon“ ist jetzt nur marginal schneller, dafür ist das Riff härter und die Keyboards etwas sparsamer eingesetzt. Und dann kommt der Chorus de Luxe, ein paar Breaks und die üblichen Arrangement-Tricks, die Bands wie Toto und Journey unsterblich gemacht haben. Das Gitarrensolo ist natürlich auch wieder extrageil, ehe wieder der unsterbliche Chorus antreibt. Sensationell!

Mit „Lovers In The Rain“ ziehen sie das Tempo wieder etwas an, spielen mit tollen Arrangement-Ideen und präsentieren einmal mehr einen wunderbaren Refrain, aber das war jetzt sicher nicht schwer zu erraten… „Can’t Be That Bad“ verzückt mit einem geilen Riff und lässigen Hooks und ist ebenfalls ein super Song mit allem, was das Herz des AOR-Liebhabers höher schlagen lässt! „Pretty Thing Closing In“ kommt dann etwas mystischer daher und lebt von wunderschönen Soundteppichen, wunderbaren Chören und einem gnadenlos geilen Gitarrensolo mit soviel Delay wie nur möglich. Und dann kommt „Barcelona“, ein stampfender Song, der einen unsterblichen One-Night-Stand besingt und mit saftigen Riffs und lässigen Harmony-Vocals aufwartet. Einmal mehr eine Gitarrenarbeit, wie man sie gerne öfter hören würde. „Winged And Serpentine“ ist schon der vorletzte Song und dieser hat einmal mehr massiv lässige Riffs und endgeile Vocals. Eine riff-lastige Hymne, wie sie auch RoughCutt früher gemacht haben, oder Gamma, oder Foreigner… Mit „Last Of The Independent Romanties“ schliesst das Standard-Album und diese anfangs balladeske Hymne raubt einem fast den Atem und ist mit über 9 Minuten der mit Abstand längste Song des Albums. Nach 2 Minuten steigert ein fettes Riff die Schlagzahl deutlich und einmal mehr dominiert ein stampfender Groove mit treibendem Schlagzeug. Ein epischer Refrain setzt dem Monster-Song, der schon progressive Züge hat, die Krone auf. Tempiwechsel und Ton-Art-Spielereien machen den Song zusätzlich interessant. Natürlich darf auch ein sackstarker Instrumental-Teil mit coolem Gitarrensolo und lässigem Synthie-Solo nicht fehlen, ehe der Instrumental-Teil wieder in ein absolut geniales Riff mündet, dem ein starker Unisolo-Teil folgt, ehe es dann etwas ruhiger wird. Für den Käufer der Standard-CD ist der Zauber hier vorbei. Aber alle Digi-Pack-Käufer erleben dann das Wunder: der mit Abstand beste neue Song mit Ohrwurmqualitäten und Hit-Garantie namens „Marjorie“ wird als Bonus Track ins Rennen geschickt und schafft es auf Anhieb, dass man ihn immer wieder und immer wieder hören will! Ein oberaffengeiles Twin-Lead-Guitar-Solo tut dann ein übriges und man kann sich nur wundern, warum dieser tolle Song auf der Standard-Version fehlt.

Das Night Flight Orchestra hat also einmal mehr ein echtes Meisterwerk abgeliefert und die 80er zumindest musikalisch zurück ins Leben geholt. Es bleibt ja auch die Hoffnung, dass mit Bands wie dem Night Flight Orchestra die Musik allgemein ja wieder besser wird. Egal, diese Band schreibt sensationelle Songs und kann diese auch absolut amtlich spielen. Wer auf absolut genialen Melodic-Rock steht oder AOR-Mucke über alles liebt, der muss hier unbedingt zugreifen! Was für eine Band! Was für ein Album!

Rating: 10 von 10 Punkten!

X-ACT Award: CD des Monats Juli 2018! CD of the mont July, 2018!

CD-Review by TOM PROLL

TOUR DATES

JULI  28  Nord Open Air, Essen, Germany
AUG.  15  Summer Breeze, Sinbronn, Germany
AUG.  24  Reload Festival, Sulingen, Germany
NOV.  01  KB, Malmo, Sweden
NOV.  02  Metal Hammer Paradise, Wangels, Germany
NOV.  03  Skövde In Rock, Skovde, Sweden
NOV.  08  Kägelbanan, Sodermalm, Sweden
NOV.  10  Sticky Fingers, Goteborg, Sweden
NOV.  11  John Dee Live Club & Pub, Oslo, Norway
NOV.  16  On The Rocks, Helsinki, Finland
NOV. 23  Luxor, Cologne, Germany
NOV.  24  Rosenhof GmbH, Osnabrück, Germany
NOV.  25  Cultuurpodium Boerderij, Zoetermeer, Netherlands
NOV.  26  Willemeen, Arnhem, Netherlands
NOV.  27  Biebob, Vosselaar, Belgium
NOV.  28  Le Ferrailleur, Nantes, France
NOV.  30  Underworld, London, United Kingdom
DEZ.  01  Petit Bain, Paris, France
DEZ.  02  Le Rex de Toulouse, Toulouse, France
DEZ.  03  Sala Caracol, Madrid, Spain
DEZ.  04  Boveda, Barcelona, Spain
DEZ.  05  Warmaudio Lyon, France
DEZ.  06  Legend Club, Milan, Italy
DEZ.  08  Dynamo, Zürich, Switzerland
DEZ.  09  MS Connection, Mannheim, Germany
DEZ.  10  Rockhouse, Salzburg, Austria
DEZ.  11  A38 Hajó, Budapest, Hungary
DEZ.  12  Szene, Wien, Austria
DEZ.  13  Dom im Berg, Graz, Austria
DEZ.  14  Backstage, Munich, Germany
DEZ.  15  Nova Chmelnice, Prague, Czech Republic
DEZ.  16  Hirsch, Nürnberg, Germany
DEZ.  17  Garage, Saarbrücken, Germany
DEZ.  18  Colos-Saal, Aschaffenburg, Germany
DEZ.  19  BI NUU, Berlin, Germany
DEZ.  20  F-Haus, Jena, Germany
DEZ.  21  Eventwerk Studio, Dresden-Gittersee, Germany
DEZ.  22  Matrix Bochum, Bochum, Germany
Tom
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X-ACT Music Magazine - Gründer, Erfinder, Herausgeber, Medieninhaber, Chefredakteur, Design, Logo-Creator. Sonst noch: Gitarrist, Composer, Arranger, Producer, Bandleader.