GEORG RAGYOCZY – ein Leben für die Musik!

Geboren wurde der sympathische Musiker, Komponist, Produzent und Tontechniker 1958 in St.Pölten. Er wuchs in Herzogenburg auf. Seine Eltern förderten schon sehr früh seine musikalische Erziehung und so begann er schon im Alter von fünf Jahren mit einer klassischen Violinausbildung die ihn bis zum 2. Geiger im Barockorchester Amici Musici führte. In der Folge erhielt er Gitarrenunterricht und erlernte Saxophon am Mupäd Krems/D. Die Instrumente Keyboard, Bass, Schlagzeug, Percussion, Klarinette lernte er sich autodidaktisch. Von vielen musikalischen Einflüssen in der Jugendzeit, insbesondere durch Rock und Jazzrock (Frank Zappa, Joe Zawinul, Led Zeppelin usw.) beeinflusst, gründete er 1972 mit einigen Schulfreunden die Formation Split, die bis 1976 sehr erfolgreich im Raum St. Pölten unterwegs war. Zu dieser Zeit spielte Georg Ragyoczy mit seinen Bands bereits die ersten Eigenkompositionen. Das war die Zeit, wo auch unbekannte Lokalbands noch „volle Häuser“ hatten.

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Georg Ragyoczy (links) mit seinem Freund „Mr. Supermax“ Kurt Hauenstein (†)

Eine besondere Förderung erfuhr er vom damaligen Jungpfarrer und heutigen Probst des Stiftes Herzogenburg Maximilian Fürnsinn, der immer ein offenes Ohr für die Jungen hatte und Räumlichkeiten im Stift für Proben und Konzerte zur Verfügung stellte. 1976/77 gründete Ragyoczy mit dem St.Pöltner Musiker und Philosophen Alfred Aram die Jazzrock-Formation Presto Stand Band. Nach dem Ende dieser Band gründete der „Aram Fredl“ sein kultiges Musikmagazin Tschinn Bumm. Das Konzept der „freien Formation für alle Stilrichtungen“ hat er bis heute unter dem Überbegriff The Project beibehalten. Vor über 30 Jahren führte ihn sein Weg in seine neue Heimatgemeinde Gablitz. Vorerst war er fast ausschliesslich in Wien mit seinen musikalischen Aktivitäten unterwegs. Dies beinhaltete vor allem seine musikalische Bildung und das Erlernen der Tonstudioarbeit und Komposition bei vielen namhaften Komponisten und Tonstudios. Sein Weg führte ihn zu dieser Zeit auch nach Köln ins Whitehouse-Studio.

Vor ca. 15 Jahren ermutigte ihn das Gablitzer Kultur-Urgestein und ehem. Kulturgemeinderat Otto Novacek, insbesondere durch seine grossartige Unterstützung, seine Aktivitäten mehr und mehr auch in seine Heimatgemeinde zu verlegen. Viele schöne Veranstaltungen hat er seither in Gablitz gemacht: Konzerte, Musicalaufführungen, Benefizveranstaltungen und in den letzten Jahren das bereits etablierte „Gablitzer Mittelalterfest“ auf der Hochramalpe. Auch brachte er bekannte Grössen wie z.B. den Schauspieler und Kabarettisten Heinz Zuber nach Gablitz. Gerne spielte und spielt er noch in bekannten Wiener Szeneclubs wie „Tunnel, Unplugged, Aera, Chelsea, Cafe Carina“ u.a., weil für ihn das Live -Spielen immer noch das Salz in der Suppe ist! Als einer der ersten Österreicher hat er seine Musik beim Onlineanbieter „mp3.com“ zum Download-Verkauf freigegeben und so kam es, dass er 1999 einer Einladung nach San Diego/California folgte, um sich „das Ding“ vor Ort anzusehen. Mit der Idee, dies in seiner Heimat auf die Beine zu stellen, kam er nach Hause. Im selben Jahr veranstaltete er gemeinsam mit der damaligen Lokalredakteurin des TV-Senders TIK, Martina Kiss, und dem Programmierer Alexander Cekic in den Räumlichkeiten von Porsche-Hietzing ein interaktives Internet-Livekonzert von über 2 Stunden Dauer, was prompt den bis dahin stehenden Rekord von Queen-Drummer Roger Taylor mit 45 Min. brach. Dies brachte ihm und seinen Mitstreitern einen Eintrag in das „Guinness Book of Records 2001“ auf Seite 234 ein!

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Georg Ragyoczy (rechts) mit Musikern der Band Subway To Sally

Georg Ragyoczy war und ist ein Verfechter des Musikdownload-Verkaufs, weil dieser einfach die Möglichkeit bietet, auch ohne einen Majorlabel-Vertrag die Musik praktisch weltweit anzubieten und zu verkaufen. Zu diesem Zweck gründete er 2000 gemeinsam mit Alex Cekic und seiner Gattin Waltraud den Music-Server www.race.at . Um Musik legal im Internet anbieten zu können schloss er damals mit der Austro-Mechana den bis dahin ersten und einzigen Vertrag zum lizenzierten Internet-Musikverkauf „audio on demand“ ab und legalisierte damit den Onlineverkauf von Musikwerken. Ragyoczy und sein Team verkauften weltweit ihre angebotenen Musikwerke von Künstlern aus aller Welt. Das Angebot an die Musikindustrie zu einer Zusammenarbeit hat diese leider abgelehnt, da jeder sein „eigenes Ding“ machen wollte und man lieber auf ein funktionierendes System verzichtete, als dies anzunehmen und zu nutzen. Der Rest ist Geschichte: die Musikindustrie verpasste den Zug und konnte nur mehr zusehen, wie ihre Branche den Bach runter ging… Was für ein arrogantes Verhalten, – und was für dramatische Folgen!

Seine musikalischen Internetaktivitäten führten ihn zu Tootie DeBenedetto, einem US-Produzenten aus Bridgeport/Ct. der mit namhaften Grössen wie z.B. Tito Puente jr., Missy Elliott, um nur einige zu nennen, zusammenarbeitete und das Label „Sweetheart-Records“ führt. Eine Freundschaft mit engem, regen Austausch ist bis heute aktiv. Schon früh führte ihn sein Weg zur Förderung österreichischer MusikerInnen. So wirkte z.B. Lilian Klebow (heute bekannt als Schauspielerin in der ORF-Serie SOKO Donau) als Sängerin bei einem seiner Musicals mit und die, mittlerweile mit dem Music Award „Amadeus“ ausgezeichnete Sängerin Valerie Sajdik war 1996/97 bei Konzerten mit ihm unterwegs.

Seit nunmehr 10 Jahren ist es ihm, dank treuer Sponsoren, möglich, noch unbekannte österreichiche Musikschaffende durch eine jährliche kostenlose CD-Produktion zu unterstützen und ihnen so den Einstieg ins Musikgeschäft zu erleichtern. Zahlreiche Kontakte innerhalb der österreichischen, aber auch der internationalen Musikzene pflegt er, soweit möglich, bis heute und stellet diese Connections auch den „Jungen“ zur Verfügung. Seinen Tätigkeitsbereich in der Musik hat er in der Kompositionstätigkeit gefunden. Zahlreiche Werke und Jingles hat er im Laufe der letzten Jahrzehnte für die Film- und Werbeindustrie, aber auch für’s Radio und TV komponiert. Das Tonstudio im eigenen Haus zu haben war da sehr vorteilhaft. An unzähligen Projekten war er als Berater oder Musikregisseur, sowie in anderen Funktionen beteiligt.

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Georg Ragyoczy (4. von links) mit Musikern der Band In Extremo

Bis heute hat Georg Ragyoczy vier Popart-Musicals komponiert und auch zur Aufführung gebracht. Im November 2009 gründete er gemeinsam mit der Gablitzer Architektin Astrid Wessely den Künstlerverein „Die Künstler – Verein im Wienerwald“, der rasch regen Zulauf fand. Mittlerweile sind es schon 150 Mitglieder aus 14 Wienerwaldgemeinden. KünstlerInnen aus den diversesten Genres haben hier eine Heimstatt gefunden. Viele wunderbare Aktivitäten haben sie schon gemacht – noch viele, viele weitere werden folgen und die Region bereichern. Und so kann er zu recht sehr stolz darauf sein, als erster Obmann des Vereines gewählt geworden zu sein. Nach der Übergabe seiner Obmannschaft an Astrid Wessely wurde er im April 2013 zum „Ehrenobmann“ des Vereines gewählt. Ein besonderes Projekt war auch die Zusammenarbeit mit dem Gablitzer Hobbyhistoriker Franz Vormaurer, welcher einen riesigen Fundus an musikalischen Werken, teils auf alten Tonträgern, teils in Notenform, gesammelt hat. Zwei CD’s unter dem Titel „Gablitzer Klänge 1 & 2“ wurden produziert und veröffentlicht. Der Reinerlös der Verkäufe wurde der Pfarrcaritas Gablitz für „Gablitzer in Not“ übergeben.

Mit vielen unbekannten, da meist im Hintergrund agierenden KünstlerInnen und Produzenten hat er zusammengearbeitet, aber auch mit einigen bekannten wie zB. Haddaway, Mark Janicello uva. Seit 13 Jahren führt er immer wieder Konzerte für Hörbehinderte und Gehörlose im BIG (Bundesinstitut für Gehörlosenbildung in Wien) durch. Das ist ihm eine besondere Herzensangelegenheit, für die ihm auch jede Menge Lob gebührt! „Wie Hörbehinderte die Musik durch Schallwellen in sich aufnehmen und durch Visualisierung mittels Computergrafiken erleben ist unglaublich!“, wie er dazu mit leuchtenden Augen meint.

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Georg Ragyoczy – immer schon ein treuer X-ACT Leser und Freund des „Hauses“ auf dem X-ACT Stand bei der Euromusic Vienna 1998. Von links nach rechts: Chico Mikolajczak, Tom Proll, Georg Ragyoczy und Isabella Rozic.

Durch das Gablitzer Mittelalterfest wurde der Geschäftsführer der Fa. NXP und des VAZ St.Pölten, René Voak, auf Georg Ragyoczy aufmerksam und betraute ihn mit der Projektleitung des „Mittelalterspektakels“ im VAZ St. Pölten am 30.11.+1.12.2013 – dem grössten Indoor-Mittelalterfest Europas. Und derzeit ist er wieder auf der Suche nach einer Band bzw. einem Künstler/einer Künstlerin, die er mittels Gratis-CD-Produktion samt Promotion fördern möchte. Nähere Details dazu auf X-ACT online hier: INFO

Ein interessanter Mensch, dieser Georg Ragyoczy, der trotz all seiner Erfolge mit beiden Beinen fest am Boden steht und die Veränderungen in der Musikbranche wie kaum ein anderer hautnah miterlebte und mitveränderte. Und er hat immer selbstlos andere mit ins Boot genommen, hatte und hat immer ein offenes Ohr für Newcomer, machte sich durch zahlreiche Benefiz-Veranstaltungen einen Namen und kämpft unermüdlich für die österreichische Musikszene und für die Qualität der Musik im Allgemeinen. Und dafür sollte man demnächst mal an ihn denken, wenn beim Music Award „Amadeus“ der Preis fürs Lebenswerk vergeben wird!

Ein musikalischer Lebenslauf by Tom Proll

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