ECLIPTICA – „Ecliptified“ (CD-Review)

Auf der CD steht 2015, laut Wikipedia ist „Ecliptified 2016 erschienen und in Wahrheit ist das Album unter einem Stapel CDs verschwunden, die es noch zu reviewen galt… Aber die österreichische Band ECLIPTICA ist zu fleissig und ihr besagtes Album ist zu interessant, als es jetzt im Archiv verschwinden zu lassen. Und gute Musik ist sowieso zeitlos und wie die Amerikaner so schön sagen: any promotion is good promotion!

Nun, die sehr gut produzierte Scheibe geht mit „Welcome To The Show“ schon mal sehr gut ab, old school Metal mit Hardrock-Einflüssen, dazu ein Shouter, der weiss, wie das klingen muss und ein Refrain, der schon mal auf die Zwölf haut! Herrlich! Dann noch diese lässigen Gitarren, alles super sauber gespielt und bockig rockig. Ein fettes Riff knattert „Hate The Pain“ aus den Boxen. Auch ein super Song, screaming vocals und Rock’n’Roll Guitars bis zum Abwinken! „Round’n’Round“ beginnt wirklich lässig, die Band groovt hier echt sauber und die Sängerin hat hier ihre ersten Leadvocals. Überhaupt legen Ecliptica die meisten Songs praktisch als Duette an und das kommt geil! Ein echt lässiger Refrain und einmal mehr absolut amtliche Leadgitarren! 80er-Feeling kommt dann bei „Road To Nowhere“ auf, man fühlt sich akustisch in die Zeit zurückversetzt, als Warrant und Ratt das Maß aller Dinge waren. Dazu ein Chorus, der auch von Bon Jovi sein könnte. Hier treffen zackige Härte auf Stadion-Kompatibilität und Radio-Tauglichkeit! Muss jetzt nicht extra erwähnen, dass auch hier ein Mörder-Gitarren-Solo dem Song das Sahnehäubchen aufsetzt?! Na eben.

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Track Nr. 5 heisst „One For Rock’n’Roll“, beginnt mit Keyboards und melodiösen Gitarren und fetzt im Verse a la AC/DC mächtig ab. Hier fehlt mir persönlich ein Refrain, wo du dich freihändig in die Hosn scheisst! Aber egal, der Song ist trotzdem ein Hammer, weil die geilen Gitarren alles wieder gut machen! Hulla trulla, das taugt mir! Double-Hand-Tapping-Attacken wie dereinst unser aller Eddie! Einer der Gitarristen heisst dann auch noch bezeichnenderweise Van Alen. Double-Leadguitars gegen Ende des Songs kochen mich endgültig weich! Fuck – so muss ehrlicher Rock! Und dann die erste Ballade: „Need Your Love“ streichelt die stressgeplagte Seele von allen, die in diversen Büros mit Ö3 zwangsbeschallt werden. Eine saubere Rockballade, – zwar mit allen Klischees, die es gibt, aber das ist wurscht, weil der Song gnadenlos gut ist und das Gitarrensolo sowieso den Siegestreffer erzielt! An dieser Stelle muss unbedingt festgehalten werden, dass sowohl die Sängerin Sandra „Sunny“ Urbanek als auch der Sänger Tom Tieber wirklich amtlich screamen und shouten! „Persephone“ ist dann ein absolut cooler Instrumental-Track, sauber durchkomponiert und cool arrangiert, wie eigentlich alle Tracks. Hierauf zeigen die Gitarristen Van Alen und Markus Winkler, was sie so drauf haben und das ist absolut feinste Sahne. Aber auch die Bassistin Petra „Grooves“ Schuhmayer zeigt hier, dass sie weit mehr kann als nur saubere Achteln grooven! Der Track kann sich hören lassen!

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Mit „Hero Of The Day“ gehts in die zweite Halbzeit und es geht in gleichbleibender Qualität weiter. Mit „Trip“ kommt dann einer der besseren Tracks dieses rundum gelungenen Albums. Hier hackelt sich der grandiose Drummer Roman Daucher den Arsch ab und das Twin-Leadguitar-Solo schlägt sowieso wieder alles! „Rock’n’Roll Medication“ ist dann wieder ein Partykracher erster Güte und sowas von geil arrangiert und irgendwie erinnert mich der Song an Meat Loaf, was allerdings als Kompliment gemeint ist. Es folgt „No Surrender“, wo es im Verse balladesk zur Sache geht, ehe der Chorus hymnenhaft aufgeht, dass es eine wahre Freude ist! Im Mittelteil dann ein Saxophon-Solo, – auch interessant. Es folgt mit „For Good“ eine weitere Ballade. Und was für eine! Sunny singt sich bravourös durch diesen Song, der vorerst sparsam instrumentiert zu überzeugen weiss. Hier beweisen Ecliptica, dass sie Tempo und Härtegrad rausnehmen können und trotzdem einen Weltklasse-Song hinzaubern können! Ab der Hälfte kommen heavy guitars dazu, klar – das gehört so! Toller Song allemal! Dann fräsen wieder die Gitarren auf „We Rock“ und es geht leider schon ins Finale dieses Albums. Aber dafür gibts hier noch eine echte Hymne mit modernen Grooves, Mitsing-Refrain und high speed Solo. Dann noch ein Bonus Track: „Sleeping In My Car“ von Roxette in einer abgefahrenen heavy Version, so wie sie Roxette wohl auch gerne gespielt hätten! Ganz grosses Kino!

Was soll man sagen? Da hat unter einem Stapel CDs eine echte Perle geschlummert, die ab sofort in mein Auto mitkommt und meine Konzertfahrten beschallen wird! Und als Österreicher dürfen wir mit stolzgeschwellter Brust hinweisen, dass diese Band bereits Wacken-erprobt ist und drauf und dran ist, sich weltweit einen sehr guten Namen zu erspielen! Und es bleibt nur die Empfehlung, dieses Album zu kaufen, zu Ecliptica-Konzerten zu pilgern und fest herumerzählen, was für eine geile Band aus unserer Alpenrepublik kommt! Very well done!

Rating: 8,5 von 10 Punkten!

CD-Review by TOM PROLL

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