JIMMY BARNES – Live in Winterbach, Deutschland (Live-Review)

Schon Jahre ließ sich Australiens Rockstar Nummer 1 nicht mehr live in Deutschland blicken. Allerdings nicht, weil er sich zur Ruhe gesetzt hatte. Im Gegenteil, die Terminkalender der letzten Jahre waren bei Jimmy Barnes ziemlich gefüllt. 2016 veröffentlichte er unter dem Namen „Working Class Boy“ den ersten Teil seiner Biographie. Mit dem Buch gewann er auch den „Australian Book Award“. Dieses Kunststück gelang ihm im darauffolgenden Jahr auch mit dem zweiten Teil der Bio „Working Class Man“. Unter dem Titel „Stories & Songs“ gab Jimmy Barnes über hundert Shows in Australien bei denen er aus seinen Büchern vorlas, aber auch einige Songs zum Besten gab. Und vor kurzem ist das erste der beiden Bücher verfilmt worden. Nachdem der Film erfolgreich in verschiedenen australischen Kinos gezeigt wurde, ist er nun auch auf DVD erhältlich. Aber auch für die Kinder schrieb Jimmy Barnes Bücher und nahm CDs auf. Held dieser Veröffentlichungen war „Och Aye the G’nu“.

Im Dezember 2018 war es dann soweit. Für zwei Konzerte kam Jimmy Barnes nach Deutschland (Winterbach und Bensheim). Trotz widriger Wetterverhältnisse nahmen wir die vierstündige Anreise in Angriff und kamen knapp vor dem Auftritt von Diesel, der den support part übernommen hatte, in Wintersbach an. In der ausverkauften Lehenbachhalle heizte Diesel mit Songs wie „I Fell For You“, „Don’t Need Love“ und „Tip Of My Tongue“ den Fans ordentlich ein. Nach einer kurzen Umbaupause betritt Jimmy Barnes mit Band die Bühne, sein Schwager Johnny Diesel ist auch wieder als Gitarrist in der Band dabei. Mit „Love And Hate“ aus dem Jahr 2000 gibt Jimmy Barnes gleich die Richtung für den kommenden Konzertabend vor – Vollgas Rock. Sein Sohn Jackie Barnes am Schlagzeug und Schwiegersohn Ben Rodgers am Bass treiben den Song richtig vorwärts und über allem thront Jimmy Barnes mit seiner unverkennbaren Stimme. Diese kennzeichnet auch den nächsten Song, „I’d Rather Be With You Tonight“. Als Single von seinem zweiten Album 1985 ausgekoppelt, wird der Song vom Publikum richtig abgefeiert.

Danach folgt die erste Überraschung. Jimmy Barnes kündigt mit „Shuttin‘ Down Our Town“ einen neuen Song und für 2019 ein neues Album an. Das Lied geht gleich ins Ohr und ist live ein richtiger Stimmungsmacher. Auch Johnny Diesel darf kurz zeigen, was er so auf der Gitarre drauf hat. Anschließend geht es mit „Love Is Enough“ wieder einige Jahre zurück.

Mit „My Criminal Record“ folgt der zweite neue Song und laut Barnsey das Titelstück des neuen Albums. 2019 wird er für mehrere Konzerte nach Deutschland zurückkehren und dann mehr Songs vom neuen Album live vorstellen. Damit sind die nächsten Konzertfahrten bereits vorgemerkt.

Mit „Lay Down Your Guns“, „Boys Cry Out For War“, „Ride The Night Away“ und „Too Much Ain’t Enough Love“ folgen Hit auf Hit und halten den Stimmungspegel unvermindert hoch.

Seine drei Töchter Mahalia, Elly-May und EJ unterstützen ihren Vater an den Backing Vocals. Bei „Proud Mary“ bittet Jimmy dann Mahalia nach vorn und sie kann zeigen, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt und auch sie über eine tolle Stimme verfügt. Bei dem Lied dürfen aber auch Lachy Doley an den Keys und Denny Spencer an der Gitarre sowie die Rhythm Section Jackie Barnes und Ben Rodgers ihr Können unter Beweis stellen und begeistern mit einer tollen Jam Session das Publikum.

 

Als Lachy Doley dann den Anfangsteil von „Flame Trees“ anspielt und Jimmy zu singen beginnt, wird er lautstark vom Publikum unterstützt – Gänsehaut-Stimmung pur. Mit „No Second Prize“, „Seven Days“, „Khe Sanh“ und „Working Class Man“ spielt Jimmy Barnes dann eine Art „Greatest Hits“ und die Fans wissen es ihm mit einer tollen Stimmung zu danken.

„High Voltage“ und „Goodbye (Astrid Goodbye)“ beschließen als Zugaben einen tollen Konzertabend, der die lange Anreise auf alle Fälle wert war. Wir begeben uns ins nahe gelegene Hotel, um dann am nächsten Tag bei Schneetreiben die Heimreise anzutreten. Spätestens beim Frühstückstisch sind wir uns aber einig, wenn Jimmy Barnes sein Wort hält und mit der neuen CD auf Tournee kommt, sind wir sicher wieder dabei!

Live-Review by MICHAEL STECHER

Jimmy Barnes Setlist

  • „Love And Hate“ – („Love And Fear“) 2000
  • „I’d Rather Be With You Tonight“
  • „Shuttin‘ Down Our Town“ – neuer Song
  • „Love Is Enough“ – („Two Fires“) 1990
  • „My Criminal Record“ – neuer Song
  • „Still On Your Side“
  • „Lay Down Your Guns“
  • „Boys Cry Out For War“
  • „Ride The Night Away“
  • „Too Much Ain’t Enough Love“
  • „Little Darlington“
  • „Resurrection Shuffle“
  • „Merry Go Round“
  • „Proud Mary“ with Mahalia Barnes
  • „Flame Trees“
  • „No Second Prize“
  • „Seven Days“
  • „Khe Sanh“
  • „Working Class Man“
  • Zugabe: „High Voltage“
  • Zugabe: „Goodbye (Astrid Goodbye)“

Band:

  • Jimmy Barnes
  • Johnny Diesel  – Guitar
  • Jackie BarnesDrums
  • Mahalia Barnes – Vocals
  • Elly-May Barnes – Vocals
  • EJ Barnes – Vocals
  • Ben Rodgers – Bass
  • Lachy Doley – Keyboards, Hammond
  • Danny Spencer – Guitar

Tom
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X-ACT Music Magazine - Gründer, Erfinder, Herausgeber, Medieninhaber, Chefredakteur, Design, Logo-Creator. Sonst noch: Gitarrist, Composer, Arranger, Producer, Bandleader.